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Albrecht von Braunschweig >>
Albrecht III.
Leben
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Leben ↑
Albrecht III.,
Herzog von
Braunschweig-Grubenhagen, †
1486, dritter Sohn des Herzogs Erich I. oder des Siegers, Großsohn des Herzogs
Albrecht II., war bei dem am 27. Mai 1427
erfolgenden Tode seines Vaters noch minderjährig, weshalb Herzog
Otto der Jüngere von Grubenhagen-Osterode bis 1440 die
Vormundschaft über ihn und seine Brüder Heinrich und Ernst
übernahm. Danach regierten die drei Brüder bis zum Tode Heinrichs,
1464, gemeinschaftlich, wie denn die grubenhagensche Linie sich
stets durch wahrhaft brüderliche Eintracht und wankellose
Treuherzigkeit der einzelnen Familienglieder unter einander
auszeichnete. Nur in wenigen Fällen handelte
A.
allein. Nach Heinrichs Tode übernahm er, da Ernst
verzichtete und Geistlicher wurde, die Regierung und die
Vormundschaft über Heinrichs gleichnamigen Sohn. Trotz seines
friedlichen Sinnes wurde er mehrmals in Fehden verwickelt, welche
jedoch für seine Person stets unblutig abliefen. So gerieth der
Herzog Wilhelm der Jüngere von Göttingen im J. 1477 mit der Stadt
Einbeck in Streit und lagerte im J. 1479 mit seinem Heere vor
derselben. Einbecks streitbare Bürger zogen ihm ins freie Feld
entgegen; Herzog Wilhelm lockte die sorglosen Gegner in einen
Hinterhalt und brachte ihnen eine vollständige Niederlage bei.
Mehr als 300 Einbecker sollen, wie die Chronisten etwas
unglaubhaft berichten, getödtet und über 800 derselben gefangen
genommen und nach Wilhelms Burg Hardegsen gebracht sein. Während
die Herzoge Wilhelm und
A.
am 5. Dec. 1479 in Göttingen sich vertrugen, ohne daß
es zwischen beiden zum Kampfe gekommen war, mußten die Einbecker
ihre gefangenen Mitbürger mit 30000 Gulden lösen und sich in
Wilhelms Schutz begeben. — Trotz aller Frömmigkeit und
Gottesfurcht trieb Herzog
A.
, wenn auch nicht in eigener Person, so doch durch
seine Dienerschaft das Raubritterwesen, wie mehrere urkundlich
erwiesene Vorfälle ergeben. Nach des Mündels Heinrich, im J. 1479,
erreichter Volljährigkeit einigten sich Oheim und Neffe über die
Herrschaft ihrer Länder dahin, daß
A.
die Burgen Herzberg und Osterode, Heinrich die Burg zu
Salz der Helden erhielt, das Schloß Grubenhagen und die Städte
Osterode und Einbeck aber gemeinschaftlich bleiben sollten.
A.
war mit Elisabeth, des Grafen Volrad von Waldeck
Tochter verheirathet, welche ihm drei Söhne und eine Tochter
Sophie, später Aebtissin von Gandersheim, gebar. Von den Söhnen
starb Ernst bald nach des Vaters Tode, Philipp folgte in der
Regierung und Erich wurde Bischof von Osnabrück und Paderborn, im
J. 1532 auch zum Bischofe von Münster gewählt, starb aber, ehe er
bestätigt wurde, am 14. Mai desselben Jahres.
A.
liegt zu Osterode begraben.
Literatur ↑
Vgl. die Litteratur z. Art. Albrecht I.
und II.
Autor ↑
Spehr.
Empfohlene Zitierweise ↑
Spehr, „Albrecht III.“,
in: Allgemeine Deutsche Biographie
1
(1875), S.
264
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd138100187.html?anchor=adb
Albrecht III.
Name: Albrecht III.
Lebensdaten: erwähnt 1427, gestorben 1486
Beruf/Lebensstellung: Herzog von Braunschweig-Grubenhagen
Konfession: katholisch
Autor ADB:
SpehrPND: 138100187