<< Hiltner, Johannes
Hilty, Carl >>
Hiltner, Lorenz
Agrarbiologe,
* 30.11.1862 Neumarkt (Oberpfalz),
† 6.6.1923 München. (katholisch)
Genealogie
| Leben
| Werke
| Literatur
| Autor
| Zitierweise
Genealogie ↑
V Joh. Adam (1832–74), Gastwirt u. Essigsieder in
N.,
S d. Johann, Metzgermeister u. Gütler in Oberferrieden/Mittelfranken, u. d. Barbara Nothelfer;
M Margarete (1828–1901),
T d. Lehrers
Joh. Jobst Röder in Burgthann/Mittelfranken u. d.
Marg. Sabina Hollenbacher;
⚭ Tharandt 1892 Hedwig (1870–1963),
T d.
Wilh. Frdr. Leidhold, Korbmacher u. Blindenlehrer, u. d. Bertha Wilhelmine Würker; 3
S,
u. a. Erhard (1893–1934), Mitarbeiter
H.s, Regierungsrat a. d.
Bayer. Landesanstalt f. Pflanzenbau u. Pflanzenschutz, Leiter d.
biolog. Abt. (s.
L).
Leben ↑
Hiltner studierte Naturwissenschaften an der Technische Hochschule München und in Erlangen, wo er in Botanik bei M. Reess promovierte. Zuvor (1882) hatte er als Stipendiat ein halbes Jahr am zoologischen Institut in Neapel zugebracht. 1885 wurde er Assistent bei F. Nobbe an der Forstakademie Tharandt. Dort konnte er eine vielseitige Tätigkeit auf den Gebieten der Samenkontrolle, der Bodenbakteriologie und der Pflanzenkrankheiten entfalten. 1899 wurde er als Leiter des Bakteriologischen Laboratoriums an die Biologische Abteilung des Kaiserlichen Gesundheitsamtes nach Berlin-Dahlem berufen. 1902 wurde er Vorstand der damals neu gegründeten Bayerischen Agrikulturbotanischen Anstalt in München,
|zuletzt deren Präsident. Die Technische Hochschule München, an der er über Landwirtschaftliche Bakteriologie las, ernannte ihn 1908 zum Honorarprofessor.
Hiltners Name ist vor allem gebunden an seine bahnbrechenden Arbeiten auf dem Gebiete der Samenimpfung der Leguminosen mit Knöllchenbakterien und an die Einführung der Beizung des Saatgutes zur Bekämpfung von Pilzkrankheiten des Getreides mit quecksilberhaltigen Mitteln, die nachmalig den Hauptanstoß zur Entwicklung der Pflanzenschutzmittelindustrie in Deutschland gab. Aber auch andere Gebiete des Pflanzenschutzes wie die Feldmausbekämpfung, Unkrautbekämpfung, Bodenentseuchung, ferner die Methodik der Samenprüfung, die Phänologie, Ernährungsphysiologie und der Futterbau verdanken Hiltner wichtige Impulse. Nicht zuletzt sind seine organisatorischen Leistungen auf den genannten Gebieten hervorzuheben, mit denen er seine wissenschaftlichen Erkenntnisse der praktischen Landwirtschaft nutzbar machte.
Werke ↑
u. a.
Die Keimungsverhältnisse d. Leguminosensamen u. ihre Beeinflussung durch Organismenwirkung, 1902;
Pflanzenschutz nach Monaten geordnet, 1909;
Unterss. üb. d. Ernährungsverhältnisse unserer Kulturpflanzen, in:
Landwirtschaftl. Jb. f. Bayern 3, 1913 (mit G. Gentner), 5, 1915 (mit K. Maisch u. M. Kronberger);
Über d. Einfluß
v. Überdüngungen auf d. Ertrag u. d. Abbau d. Kartoffeln,
ebd. 11, 1921 (mit F. Lang);
Über d. Verbreitung u. d. Bekämpfung d. Feldmäuse in Bayern in
d. J. 1902–13, 1914;
Vermehrte Futtergewinnung aus d. heim. Pflanzenwelt, 2 T., 1917/18.
Literatur ↑
K. Boshart, in:
Zs. f. Pflanzenbau u. Pflanzenschutz, 1952, Sonder-
H. 4
(P);
G. Christmann, in:
DBJ V. -
Zu S Erhard: A. Strobel, in: Prakt.
Bll. f. Pflanzenbau u. Pflanzenschutz 12, 1934,
H. 7
(W, P)
Autor ↑
Karl BöningEmpfohlene Zitierweise ↑
Böning, Karl, „Hiltner, Lorenz“,
in: Neue Deutsche Biographie
9
(1972), S.
165 f.
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd133843815.html