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Heydt, August Freiherr von der

Kunstsammler und Mäzen, * 18.5.1851 Elberfeld, 23.9.1929 Bonn. (reformiert)


GenealogieLebenAuszeichnungenWerkeLiteraturPortraitsAutorZitierweise

Genealogie  
V August (1825–67), Bankier, Chef u. Teilh. d. Bankhauses v. d. Heydt-Kersten in E., S d. August (s. 1); M Maria Helene (1828–99), T d. Karl Boeddinghaus (1797–1872), Fabr. u. Stadtrat in E., u. d. Sophie Siebel; Elberfeld 1880 Selma (1862–1944), T d. Fabrikbes. Gustav Haarhaus in E. u. d. Ida Aders; 3 S (1 früh ) August (1881–1943), Chef d. Bankhauses v. d. Heydt-Kersten, Eduard (s. 4).

Leben  
Heydt besuchte das humanistische Gymnasium in Elberfeld, absolvierte nach einem Aufenthalt in Genf eine Banklehre 1872-73 bei Delbrück, Leo & Compagnie in Berlin und war seit 1874 im väterlichen Bankhaus tätig, seit 1878 als Teilhaber. – Heydts Verdienste um seine Heimatstadt sind vielfältig; schon in jungen Jahren Vorsitzender des Elberfelder Verschönerungsvereins, stiftete er mehrere Denkmäler und setzte sich für die Erhaltung der Waldungen ein. Er förderte aktiv die Errichtung eines Stadttheaters (Baubeginn 1884) und gehörte zu den Gründern des Zoologischen Gartens und 1892 des Museumsvereins, dessen Bestrebungen 1902 zur Einrichtung eines städtischen Kunstmuseums im geräumten Gebäude des alten Rathauses führten. Im folgenden Jahrzehnt war Heydt der wichtigste Mäzen des Museums und hatte als Vorsitzender des Museumsvereins großen Anteil am Aufbau vor allem der Abteilung neuerer Malerei. Er schenkte unter anderem bis 1913 Gemälde von Marées, Hodler, Becker- Modersohn, van Dongen, Vlaminck, Kirchner und Rohlfs sowie Skulpturen von Meunier, Klinger, Lehmbruck und Hoetger. Weitere Werke der modernen Kunst überließ er dem Museum als Dauerleihgaben.
Das Mäzenatentum Heydts erwuchs aus sehr ausgeprägten künstlerischen Neigungen und schloß in einem damals seltenen Maße auch die Kunst seiner Zeit ein. Sowohl als Mitglied des „Sonderbundes westdeutscher Kunstfreunde und Künstler“ (Veranstalter wichtiger Ausstellungen 1909-11 in Düsseldorf und vor allem 1912 in Köln) wie als Sammler suchte er die junge Künstlergeneration zu fördern. Seine Privatsammlung reichte von Daumier und Courbet über Cézanne, Gauguin und Hodler bis zu van Dongen, Braque und Picasso, enthielt aber auch viele hervorragende Bilder der deutschen Expressionisten. Neben der Sammlung von K. E. Osthaus in Hagen war die Kollektion die bedeutendste Privatsammlung dieser Art in Deutschland. Nachdem ein großer Teil der Sammlung bei einem Luftangriff auf Wuppertal im Juni 1943 zerstört worden war, wurden die erhaltenen Werke 1952-64 von seinem Sohn Eduard zusammen mit dessen eigener Sammlung dem Museum übereignet. Seit 1961 führt das Institut die Bezeichnung „Von-der-Heydt-Museum der Stadt Wuppertal“|

Auszeichnungen  
KR; Ehrenbürger v. Elberfeld.

Werke  
Reise nach Athen, 1910 (Privatdr.).

Literatur  
C. v. d. Heydt, Unser Haus, 1919; C. G. Heise, Die Slg. d. Frhr. A. v. d. H., Elberfeld, 1918; E. v. d. Heydt (S), in: Wuppertaler Biogrr. II, 1960.

Portraits  
Gem. v. A. Frenz, 1891, v. K. van Dongen, 1911, v. L. Kalckreuth, 1911 (alle Wuppertal, v. d. Heydt-Mus.), Abb. b. M.-L. Baum, Die v. d. Heydts aus Elberfeld, 1964; Skulpturen v. E. Bick, v. B. Hoetger, 1907 (beide ebd.).

Autor  
Günter Aust
Empfohlene Zitierweise  

Aust, Günter, „Heydt, August Freiherr von der“, in: Neue Deutsche Biographie 9 (1972), S. 76 [Onlinefassung]; URL: http://www.deutsche-biographie.de/pnd122277260.html

Quelle/Vorlage: 
NDB 9 (1972), S. 76

PND: 122277260
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Index

Heydt, August Freiherr von der

Name: Heydt, August Freiherr von der
Namensvariante: Heydt, August von der
Namensvariante: von der Heydt, August
Lebensdaten: 1851 bis 1929
Geburtsort: Elberfeld
Sterbeort: Bonn
Beruf/Lebensstellung: Bankier; Kunstsammler; Mäzen
Konfession: reformiert
Autor NDB: Aust, Günter
PND: 122277260

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Heydt, August Freiherr von der

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122277260

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