<< Albinus,
Albinus, Bernhard Siegfried >>
Albinus, Bernhard Friedrich und Weissenlöw (seit 1656)
* 7.1.1653 Dessau,
† 7.9.1721 Leiden.
Genealogie
| Leben
| Werke
| Portraits
| Autor
| Zitierweise
Genealogie ↑
S Christian Bernhard, Professor der Medizin in Utrecht, Bernhard Siegfried (s. 2), Friedrich Bernhard (1715–1778), seit 1770 Professor der Anatomie in Leiden.
Leben ↑
Nach der Promotion in Leiden und mehrjährigen Studienreisen, die ihn
u. a. zum Studium der Chirurgie nach Paris führten, erhielt Albinus 1680 eine medizinische Professur in Frankfurt/Oder. Dort begründete er mit erheblichen Zuschüssen aus seinem Privatvermögen ein anatomisches Theater (1684). Auf Grund seiner bedeutenden theoretischen Leistungen und praktischen Erfolge berief ihn König Friedrich I. als Leibarzt nach Berlin; 1702 gab Albinus den wiederholten Bemühungen des niederländischen Gouvernements nach und folgte einem Ruf an die Universität Leiden. Seine Hochschätzung für die Physik, Chemie, Anatomie und Physiologie war für das Zeitalter des Barock charakteristisch. Schon die Zeitgenossen rühmten seine außerordentliche Gewandtheit und Gelehrsamkeit, doch dürfte er an Originalität der Leistung von seinem Sohn übertroffen worden sein, der sich noch zu seinen Lebzeiten als Arzt und akademischer Lehrer einen bedeutenden Namen erwarb.
Werke ↑
u. a. Oratio de ortu et progressu medicinae (19.10.1702, Antrittsrede in Leiden).
Portraits ↑
Graph. Slg. München.
Autor ↑
Magnus SchmidEmpfohlene Zitierweise ↑
Schmid, Magnus, „Albinus, Bernhard Friedrich und Weissenlöw“,
in: Neue Deutsche Biographie
1
(1953), S.
150
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd119396424.html
<< Albini, Franz Joseph
Albinus, Johann >>
Albinus, Bernhard
Leben
| Autor
| Zitierweise
Leben ↑
Albinus: Bernhard
A.
(Weiß), Arzt, geb. 7. Jan.
1653 in Dessau, †
7. Sept. 1721. Im J. 1676 erlangte
er in Leyden die medicinische Doctorwürde, wurde 1680 nach einer
mehrjährigen wissenschaftlichen Reise als Professor der Medicin
nach Frankfurt a. O. berufen und verschaffte sich hier nicht nur
durch seine akademischen Leistungen und seinen regen
wissenschaftlichen Eifer (1684 begründete er zum Theil mit eigenen
bedeutenden Geldopfern ein anatomisches Theater), sondern auch
durch seine praktische Gewandtheit einen solchen Ruf, daß er vom
König Friedrich I. zum Leibarzte und
wirklichen Geheimen Rathe ernannt und nach Berlin berufen wurde.
Fortgesetzten Bestrebungen von Seiten des niederländischen
Gouvernements gelang es im J. 1702, ihn zur Annahme eines
Lehrstuhles der Medicin in Leyden zu veranlassen, wo er bis zu
seinem Tode verblieb. —
A.
hat das seltene Glück gehabt, seine drei Söhne als
gefeierte Lehrer der Medicin an den bedeutendsten Gelehrtenschulen
zu sehen, den ältesten Christian Bernhard an der Universität zu
Utrecht, die beiden jüngeren, Friedrich Bernhard und den großen
Anatomen Bernhard Siegfried an der
Universität zu Leyden. Mit seiner praktischen und litterarischen
Thätigkeit hat sich
A.
auf fast allen Gebieten der Heilkunde versucht; in
erster Beziehung erklärt ihn Boerhave in der auf
A.
gehaltenen Lobrede ("Oratio
academica de vita et obitu Albini", Lugd. Batav. 1721. 4) als
einen der gewandtesten und unterrichtetsten Aerzte, in letzter
bieten seine nur in Form kleiner Gelegenheitsschriften
erschienenen Leistungen (Haller, Bibl. anat. I.
450; Bibl. chir. I. 450; Bibl. pract. III. 403) nichts gerade
Hervorragendes. — Einer seiner Söhne ist der berühmte Leydener
Anatom
Bernhard Siegfried
A.
, noch zu Frankfurt a. O. am 24. Febr. 1697 geboren, † zu Leyden 9. Sept. 1770 Schüler seines Vaters,
Boerhave's und Rau's. Schon mit 21 Jahren ward er zu Leyden zum
außerord. Professor der Anatomie ernannt und von der Facultät ohne
Disputation zum Doctor promovirt, erhielt nach Rau's Tode dessen
Professur, und ward 1721 bei seines Vaters Tode dessen Nachfolger
als ord. Prof. der Anatomie und Therapie. 1745 erhielt er auch die
Professur für Therapie. Als Schriftsteller (vergl. Adelung) und
Lehrer galt er für den größten Anatomen seiner Zeit. Sein Werk:
"De ossibus corporis humani" (1726) und
"Historia musculorum hominis" (1734) sind
noch heute von größtem Werth. — Sein 1715
geborener jüngster Bruder
Friedr. Bernhard
A.
, Prof. d. Medicin zu Leyden, ward 1770 sein
Nachfolger, ist aber nur wegen seiner litterarischen Beziehung zu
diesem seinem Bruder erwähnenswerth; außer drei kleinen
anat.-physiol. Gelegenheitsschriften hat er einen anatomischen
Leitfaden ("De natura hominis libellus", Lugd.
Bat. 1775. 8.) veröffentlicht, welcher zur Erläuterung zu den
anatomischen Tafeln seines Bruders bestimmt ist. Er starb 23. Mai
1778.
Autor ↑
A. Hirsch.
Empfohlene Zitierweise ↑
Hirsch, August, „Albinus, Bernhard“,
in: Allgemeine Deutsche Biographie
1
(1875), S.
221-222
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd119396424.html?anchor=adb
Albinus, Bernhard Friedrich
Name: Albinus, Bernhard Friedrich
Namensvariante: Weissenlöw, Bernhard Friedrich von
Namensvariante: Weiss, Bernhard Friedrich
Namensvariante: Albinus, Bernhard
Namensvariante: Weiß, Bernhard
Lebensdaten: 1653 bis 1721
Geburtsort: Dessau
Sterbeort: Leiden
Beruf/Lebensstellung: Mediziner
Konfession: keine Angabe
Autor NDB:
Schmid, MagnusAutor ADB:
Hirsch, AugustPND: 119396424