Name
Finckh, Christian Daniel von
Namensvarianten
Fink, Christian Daniel von
Lebensdaten
1765 bis 1813
Geburtsort
Zeven
Sterbeort
Bremen
Beruf/Lebensstellung
Jurist; Verwaltungsbeamter; oldenburgischer Patriot
Konfession
evangelisch
Autor NDB
Carl Haase
Autor ADB
Krause.
GND
135893917

Finckh Christian Daniel von

Verwaltungsbeamter, Jurist, * 9.9.1765 Zeven, erschossen 10.4.1813 Bremen. (evangelisch).

  • Genealogie

    V Clemens (1726–1802), Pastor in Zeven, seit 1776 in Steinkirchen, S d. Clemens (1688–1764), Pastor in Neuenfelde (s. ADB VII) u. d. Cath. Maria Dor. tho Aspern; Ururgroßvater Christian, 1636-42 Gen.-Sup. v. Bockenem u. Sup. v. Burgdorf; M Lucie Christine (* 1735), T d. Dan. Schnedermann (1695–1749), Propst u. Pastor in Z., u. d. Moisine Büscher; Hamburg 1800 Friederike (1776–1815), T d. Amtmanns Konrad Süllow ( 1804) zu Harburg; 7 K, u. a. Ernst (1803–89), oldenburg. Oberger.präs., Alexander (1806–88), oldenburg. Reg.-präs., Joh. (1807–67), oldenburg. Oberger.dir.; E Eduard (1836–1924), preuß. Gen.Major, Eugen (1860–1930), oldenburg. Min.präs. 1923-30; Ur-E Wilh. Heye (1869-1947), Gen.-Oberst. Chef d. Heeresleitung 1926-30.

  • Leben

    Nach rechtswissenschaftlichem Studium in Göttingen und Rostock wurde F. Advokat, dann Stadtsyndikus in Stade, 1799 Obervogt des Landes Wursten. 1808 trat er in oldenburgische Dienste und wurde Landvogt in Ovelgönne. Er stellte sich, wie die meisten oldenburgischen Beamten, der französischen Zivilverwaltung zur Verfügung und wurde 1810 Tribunalrichter des Arrondissements Oldenburg im Departement der Wesermündung. Bei einem scheinbaren Wanken der französischen Herrschaft im März 1813 bildete er auf Veranlassung des Unterpräfekten Frochot mit vier anderen Beamten, darunter dem Departementsrat Albrecht Ludwig von Berger, eine AdministrativKommission, um Ruhe und Ordnung zu erhalten. Dies gelang jedoch nur unvollkommen. Als die Franzosen nach wenigen Tagen wieder Herren der Lage waren, wurde die Kommission vor ein Kriegsgericht gestellt. F. und Berger wurden erschossen. Die anderen Kommissionsmitglieder kamen mit Gefängnisstrafen davon. Am 20.4.1814 wurden die beiden Hingerichteten vom zurückgekehrten Herzog von Oldenburg rehabilitiert. – Erst ihre Verstrickung in eine ausweglose Situation zwischen Besatzungstruppen und aufsässiger Bevölkerung und ihr tragischer Tod gaben beiden, die sonst nicht über das Maß guter Verwaltungsbeamter emporragten, einen geschichtlichen Rang.

    • Literatur

      ADB VII (siehe auch Artikel A. L. von Berger ADB II);  J. C. F. Gildemeister, F. u. Bergers Ermordung, 1814;  (F. R. Ricklefs], Andenken an d. Canzleyräthe Ch. D. v. F. u. A. L. v. Berger, 1825 (Porträt);  [Erdmann], Gesch. d. pol. Bewegungen in Oldenburg im März u. April 1813…, in: Jb. f. d. Gesch. d. Hzgt. Oldenburg 6, 1897, S. 1-48.

    • Quellen

      Quelle(n): Archivalien im Nd.sächs. Staatsarchiv Oldenburg.

    • Portraits

      Schattenrisse F.s u. Bergers b. Ricklefs (s. Literatur) (viell. d. Unterschriften vertauscht).

  • Autor

    Carl Haase
  • Empfohlene Zitierweise

    Haase, Carl, "Finckh Christian Daniel von" in: Neue Deutsche Biographie 5 (1961), S. 155 [Onlinefassung]; URL: http://www.deutsche-biographie.de/pnd135893917.html

Finckh, Christian Daniel von

  • Leben

    Finckh: Christian Daniel v. Finckh, Großsohn des Kirchenpropstes Georg Clemens v. F., Sohn des Pastors Georg Clemens v. F. ( zu Steinkirchen 1802), geboren zu Zeven 1766, studirte in Göttingen und Rostock die Rechte, wurde Advocat und Procurator zu Stade, 1799 erster Beamter (Obervoigt) des Landes Wursten. Sehr beliebt im Lande, ein guter Patriot, stellte er sich doch vermittelnd gegen die französische Occupation von 1803; 1806 folgte er einem Rufe in oldenburgische Dienste und wurde 1810 bei Einrichtung des französischen Departements der Wesermündungen zum Tribunalrichter des Arrondissements Oldenburg ernannt. Anfang 1813 räumte der Unterpräfect Frochot vor der Volksaufregung Oldenburg, und F. und v. Berger übernahmen mit drei anderen, zunächst auf Frochot's Veranlassung, eine Art provisorischer Regierung. Die vom General Vandamme an der Weser geübten blutigen Repressalien trafen aber rasch beide Männer. Nach Bremen gebracht, wurden sie 9. April vor ein Ausnahmegericht gestellt, dem ihr Tod befohlen war, 10. April erschossen, dann vor dem Doventhore beerdigt, wo ihnen der Großherzog von Oldenburg 1823 ein Denkmal setzen ließ. Ein Sohn des Erschossenen, Alexander v. Finckh, wurde oldenburgischer Regierungspräsident in Birkenfeld, ein anderer Obergerichtsdirector in Eutin.

    • Literatur

      Lebensbeschreibung mit Nachrichten vom Landrath Kobbe ( 1838) in Spangenberg's N. vaterl. Archiv, 1823, Bd. III. S. 360 ff. Vgl. auch Allg. d. Biogr. II. S. 372 f. voce Berger.

  • Autor

    Krause.
  • Empfohlene Zitierweise

    Krause, "Finckh, Christian Daniel von" in: Allgemeine Deutsche Biographie 7 (1878), S. 14 [Onlinefassung]; URL: http://www.deutsche-biographie.de/pnd135893917.html?anchor=adb

Finckh, Christian Daniel von

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