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NDB-Artikel

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Herzog, Theodor Carl Julius

Botaniker, * 7.7.1880 Freiburg (Breisgau), 6.5.1961 Jena. (katholisch)


Genealogie | Leben | Werke | Literatur | Autor | Zitierweise

Genealogie  
V Theodor (1842–1926), Kaufm. u. Stadtrat in F., S d. Kaufm. August in F. u. d. Amalie Delisle; M Elise (1844–1938), T d. Julius v. Rotteck (1812|-91), Prof. d. Med. in F., u. d. Babette Freiin v. Hügel; Ur-Gvm Karl v. Rotteck († 1840), Prof. d. Gesch., Politiker; - 1913 Gertrud (* 1888), T d. Medizinalrats Dr. Ernst Locherer u. d. Anna Wagner; 1 S (⚔ 1939), 2 T, u. a. Gudrun (⚭ Ekkehard Preuß, * 1908, Prof. d. Mineralogie).

Leben  
Schon als Schüler begann Herzog sich mit den Moosen zu beschäftigen. Er studierte Naturwissenschaften in Freiburg im Breisgau, Zürich und in München, wo er 1903 als Schüler von L. Radlkofer promoviert wurde. In anschließende Züricher Jahre, während denen er sich an der ETH bei C. Schröter habilitierte, fallen seine großen Reisen, Sardinien (1904, 1906), Ceylon (1905–06) und Südamerika (1907–08 und 1910-12). 1914 habilitierte er sich an die Universität München um und nahm 1915-18 am 1. Weltkrieg teil. 1920 wurde er zum außerordentlich Professor ernannt und 1925 als Nachfolger von W. Detmer an die Universität Jena berufen. Zunächst außerordentlich Professor, wurde er 1929 Konservator und 1948 ordentlich Professor. Fast drei Jahrzehnte hindurch vertrat er hier systematische Botanik, Pflanzengeographie und Pharmakognosie.
Die Beschäftigung mit der Moosflora seiner Heimat fand ihren Abschluß in dem Werk „Die Laubmoose Badens, Eine bryogeographische Skizze“ (1904-06), welches nicht nur eine Aufzählung der Arten und ihrer Fundorte, sondern außerdem eine vorbildliche Darstellung der Moosformationen umfaßt. Auf seinen großen Reisen lernte Herzog die Moosflora des Mediterrangebietes sowie der alt- und neuweltlichen Tropen kennen. Außerdem wurden ihm aus allen Erdteilen Moos-Sammlungen zur Bestimmung zugesandt. So konnte er es auf Grund 30jähriger Erfahrung wagen, eine „Geographie der Moose“ (1926) zu schreiben, in welcher die Ökologie der Moose dargestellt, die Verbreitung der Familien umrissen und die Moosvegetation der Erde geschildert werden. Seit seinen Tropenreisen wandte er sich mehr und mehr der Systematik der Lebermoose zu, insbesondere der taxonomisch sehr schwierigen Familie der Lejeuneaceen. – Neben den Mosen beschäftigte sich Herzog auch mit der Systematik und Geographie der Blütenpflanzen, vor allem anläßlich der Bearbeitung der umfangreichen Sammlungen seiner beiden Südamerikareisen. Die pflanzengeographischen Ergebnisse der letzteren hat er zusammengefaßt in dem Buch „Die Pflanzenwelt der bolivian. Anden und ihres östlichen Vorlandes“ (1923). Sein Moosherbar, welches rund 10 000 Arten (darunter die Typen zahlreicher neuer Arten) in 35 000 Konvoluten umfaßt, nebst seiner reichhaltigen bryologischen Bibliothek schenkte er der Universität Jena. – Herzog gehörte um die Jahrhundertwende zu den Pionieren des Skilaufs im Schwarzwald und in den Alpen. Als Bergsteiger erschloß er die Quimzacruz-Kordillere in Bolivien, wobei er mehrere Fünftausender erstmals bestieg. Noch im 55. Lebensjahr wurde er Segelflieger.

Werke  
Weitere W u. a.  Vom Urwald z. d. Gletschern d. Kordillere, 1913, 21923;   Die Bryophyten meiner 2. Reise durch Bolivia, in: Bibl. botanica 87, 1916;   Anatomie d. Lebermoose, in: Hdb. d. Pflanzenanatomie 8, 1, 1925;   Bergfahrten in Südamerika, 1925;   Pflanzengeogr., in: F. Klute, Hdb. d. geogr. Wiss., Allg. Geogr. II, 1933.

Literatur  
  K. Müller, in: Mitt. f. Naturkde. u. Naturschutz, NF 5 (3), 1950, S. 105-07;   K. Mägdefrau, Th. H. z. 75. Geb.tag, in: Festschr. f. Th. H., = Feddes Rep. specierum novarum regni vegetabilis 58, 1955, S. 7-9;   H. Paul, Th. H. in München, ebd., S. 10 f., W-Verz. ebd., S. 12-19;   Th.-H.-Festschr., = Mitt. d. Thür. Botan. Ges. 1, 1955, H. 2/3;   W. Schmidkunz, in: Mitt. d. dt. Alpenver. 13, 1961, S. 78;   W. Vent, in: Die Pharmazie 16 (12), 1961, S. 631 f.;   R. Grolle, in: Revue bryol. et lichénol. 30, Paris 1961, S. 155-62 (bryol. W-Verz., P);   K. Mägdefrau, in: Berr. d. Bayer, botan. Ges. 35, 1962, S. 73-84 (W-Verz., P).

Autor  
Karl Mägdefrau
Empfohlene Zitierweise  

Mägdefrau, Karl, „Herzog, Theodor Carl Julius“, in: Neue Deutsche Biographie 8 (1969), S. 741-742 [Onlinefassung]; URL: http://www.deutsche-biographie.de/pnd116763477.html

Quelle/Vorlage: 
NDB 8 (1969), S. 741-742

Erwähnungen: 
NDB 22 (2005), S. 138* (Rotteck, Karl Wenceslaus Rodeckher von)


GND: 116763477

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Index

Herzog, Theodor

Name: Herzog, Theodor
Namensvariante: Herzog, Theodor Carl Julius
Lebensdaten: 1880 bis 1961
Geburtsort: Freiburg (Breisgau)
Sterbeort: Jena
Beruf/Lebensstellung: Botaniker
Konfession: katholisch
Autor NDB: Mägdefrau, Karl
GND: 116763477

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Herzog, Theodor

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