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Hennings, Paul Christoph

Botaniker, * 27.11.1841 Heide (Holstein), 14.10.1908 Berlin.


GenealogieLebenWerkeLiteraturAutorZitierweise

Genealogie  
V Hans Christian, Lohgerbermeister in H.; M Charl. Catharina Frieder. Möller; 1876 Mathilde Wendel; 2 S.

Leben  
Durch äußere Umstände gezwungen, verließ Hennings ohne Abschluß 1860 das Gymnasium in Meldorf, um 1861 als Volontär am Botanischen Garten in Kiel einzutreten. Gefördert durch den damaligen Direktor E. F. Nolte, konnte er sich auf Anraten seines Freundes K. Groth im WS 1863/64 an der Universität Kiel immatrikulieren. Der Krieg mit Dänemark 1864 zwang ihn, in den Dienst der Post zu treten, zunächst in Augustenburg. Von 1867 an war er in Hohenwestedt tätig. In seiner Freizeit studierte er hier die Flora der Umgebung, unternahm dabei zahlreiche Exkursionen mit Nolte, begann mit der Anlage umfangreicher Sammlungen und war Lehrer an der dortigen Landwirtschaftsschule. 1874 holte ihn Noltes Nachfolger, A. W. Eichler, nach Kiel zurück und stellte ihn als Assistenten am Botanischen Garten ein. Hier ordnete Hennings ein großes Herbar, baute seine Sammlungen aus, veröffentlichte eine Flora der Umgebung von Hohenwestedt sowie eine solche für den Kieler Raum; daneben beschäftigte er sich mit|Kryptogamen, unter anderem, und andere stellte er als erster eine vollständige Sammlung der größeren Algen der Kieler Bucht zusammen. 1880 folgte er Eichler nach Berlin. Neben dem Ordnen und Aufstellen des von Eichler gegründeten Schaumuseums oblag ihm hier der Aufbau eines Kryptogamenherbars. Sein besonderes Interesse wandte sich in dieser Zeit den Pilzen zu, zunächst den Hutpilzen, dann auch den Ustilagineen, Uredineen sowie den parasitischen Ascomyceten. Bald galt er als unbestrittene Autorität auf diesem pflanzensystematisch schwierigen Sachgebiet. Über den norddeutschen Raum hinaus, wo ihm eine Fülle überraschender Entdeckungen gelang, beschäftigte er sich, angeregt durch Sendungen aus den deutschen Kolonien, mit tropischen Pilzen. Sammlungen und Anfragen aus aller Welt gingen bei ihm ein; er beschrieb eine große Zahl neuer Arten. 1891 wurde Hennings zum Kustos und in Anerkennung seiner wissenschaftlichen Tätigkeit – ohne abgeschlossene akademische Ausbildung hatte er seine Kenntnisse im Grunde autodidaktisch erworben – 1902 zum Professor ernannt. Seine wissenschaftlichen Abhandlungen, deren Zahl in die Hunderte geht, hat er zum großen Teil in der Zeitschrift für Kryptogamenkunde „Hedwigia“ publiziert, deren Mitherausgeber er 1893-1905 war.

Werke  
Verz. d. wichtigen Arbb. in: G. Lindau u. P. Sydow, Thesaurus litteraturae mycologicae I, 1907-18, Nr. 11 835-12 055.

Literatur  
G. Lindau, in: Naturwiss. Rdsch. 23, 1908, Nr. 50, S. 647; ders., in: Verhh. d. Botan. Ver. d. Prov. Brandenburg 55, 1909, S. XCII-CXIII (unvollst. W-Verz., P); ders., in: Hedwigia 48, 1909, Anhang S. 1-5 (unvollst. W-Verz., P).

Autor  
Klaus Müller
Empfohlene Zitierweise  

Müller, Klaus, „Hennings, Paul Christoph“, in: Neue Deutsche Biographie 8 (1969), S. 548 f. [Onlinefassung]; URL: http://www.deutsche-biographie.de/pnd118882171.html

Quelle/Vorlage: 
NDB 8 (1969), S. 548 f.

PND: 118882171
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Index

Hennings, Paul

Name: Hennings, Paul
Namensvariante: Hennings, Paul Christoph
Lebensdaten: 1841 bis 1908
Geburtsort: Heide (Holstein)
Sterbeort: Berlin
Beruf/Lebensstellung: Botaniker
Konfession: keine Angabe
Autor NDB: Müller, Klaus
PND: 118882171

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Hennings, Paul

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118882171

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