<< Haselberg, Johann
Haselwander, Friedrich August >>
Haseloff, Arthur Erich Georg
Kunsthistoriker,
* 28.11.1872 Berlin,
† 30.1.1955 Kiel. (evangelisch)
Genealogie
| Leben
| Auszeichnungen
| Werke
| Literatur
| Portraits
| Autor
| Zitierweise
Genealogie ↑
V Eduard (1836–89),
Kaufm. in
B.,
S d.
Dr. med. Frdr. Ludw. Eduard in
B. u. d. Sophie Elisabeth Appelius;
M Auguste (1841–1907),
T d.
Aug. Günther Hoffmann (1812–76),
fürstl. Rechnungsrat in Rudolstadt, u. d. Auguste
Carol. Thiery aus Konstanz;
⚭ Düsseldorf 1911 Ada (
* 1878),
T d. Malers Ernest Preyer (1842–1917) u. d. Agnes (
T d.
Wilh. Busch, 1826–81,
Prof. d.
Med.,
Gen.-Arzt, s.
ADB 47;
BLÄ); 2
S, 1
T,
u. a. Günther (
* 1912),
Prof. d. Vor- u.
Frühgesch. in Würzburg.
Leben ↑
Haseloff studierte an den Universitäten Berlin und München (Promotion 1896 München). Nach mehrjährigen Studienreisen war er 1900-06 Hilfsarbeiter bei den Königlichen Museen in Berlin unter Wilhelm Bode. 1901 hatte er sich an der Universität Berlin habilitiert; 1909 wurde er zum Professor ernannt. 1906-15 lebte er in Rom als Sekretär der kunsthistorischen Abteilung am Preußischen historischen Institut mit dem besonderen Auftrag, die Bauten der Hohenstaufen in Unteritalien zu erforschen. Die Stillegung des Instituts führte ihn im 1. Weltkriege 1915-17 an die Universität Halle und anschließend bis 1920 als Dozent nach Berlin. 1920-37 hatte er das Ordinariat für Kunstgeschichte an der Universität Kiel inne. Seit 1926 beteiligte er sich regelmäßig an den von ihm mitangeregten Exkursionskursen für deutsche Studierende am Kunsthistorischen Institut in Florenz, desen kommissarischer Direktor er in den Wintersemestern 1932-34 war. 1932 folgte er einer Einladung zu Gastvorlesungen an der Universität New York.
Grundlegende Arbeiten Haseloffs auf dem damals noch kaum erschlossenen Gebiet der Buchmalerei beginnen schon mit seiner Dissertation und erscheinen im nächsten Jahrzehnt in rascher Folge. Überregionale Anerkennung fand Haseloff als Mitarbeiter (einziger Nichtfranzose) an der großen Kunstgeschichte von André Michel. 1929 verfaßte er den Abschnitt „Illuminated Manuscripts“ für die Encyclopaedia Britannica. – Seine weitgespannten Forschungen zur mittelalterlichen Kunstgeschichte Italiens, die auf gründlicher Denkmälerkenntnis und eingehender Berücksichtigung historischen Geschehens aufbauten, hat Haseloff in Kiel weitergeführt, aber nicht alle abgeschlossen, doch hat er hier auch durch neue Erkenntnisse Ausstrahlungen deutscher Kunst nach Skandinavien aufgezeigt. In Kiel galten seine Bemühungen vornehmlich der Ausbildung der Studierenden auf möglichst breiter Grundlage, vor allem mit dem Ziel einer fruchtbareren Forschungsarbeit in Schleswig-Holstein. Daneben widmete er sich dem musealen Auf- und Ausbau der Sammlungen des Schleswig-Holsteinischen Kunstvereins, die 1947 Universitätsinstitut geworden sind
|Auszeichnungen ↑
D. theol. (Kiel 1947), Ehrensenator
d. Univ. Kiel (1952).
Werke ↑
Verz. in: Kieler
Bll. 1943, H. 1, S. 61-64. - Eine
thüring.-
sächs. Malerschule d. 13.
Jh., 1897;
Cod. Pupureus Rossanensis, die Miniaturen d.
griech.|Evangelien-
Hs. in Rossano, 1898;
Der Psalter
EB Egberts
v. Trier,
Cod. Gertrudianus in Cividale (mit H. V. Sauerland), in:
Festschr. d.
Ver. f. nützl. Forschung in Trier, 1901;
La miniature dans les Pays cisalpins depuis le commencement du XIIe jusqu'au XIVe siècle, in: A. Michel,
Hist. de l'art depuis les premiers temps chrétiens jusqu'à nos jours, Paris 1905 f., I, 2, S. 711-55, II, 1, S. 297-371;
Die Glasgem. d. Elisabeth-Kirche in Marburg, 1907;
Die Bauten d. Hohenstaufen in Unteritalien, 2
Bde., 1920;
Die vorroman. Plastik in Italien, I: Florenz, 1930 (
engl. u.
ital. Übers.)
(II im Ms. vorhanden);
Die Glasmalereien in d. Kirche zu Breitenfelde u. d.
dt.-
nord. künstler. Beziehungen im 13.
Jh., in: Festgabe Anton Schifferer
z. 60.
Geb.tag, 1931;
Kunst u. Kunstforschung an d. Kieler
Univ. im 17.
Jh., in:
Festschr. z. 275j. Bestehen d. Christian-Albrechts-
Univ. in Kiel, 1940, S. 403-46.
Literatur ↑
L. Martius, in: Nordeibingen 23, 1955, S. 7-10
(P);
H. Kauffmann, in: Kunstchronik 9, 1956, S. 111-15.
Portraits ↑
Bronzebüste
v. F. Wienand, 1918-20 (Schloß Gottorf
b. Schleswig, Landesmus.).
Autor ↑
Lilli MartiusEmpfohlene Zitierweise ↑
Martius, Lilli, „Haseloff, Arthur Erich Georg“,
in: Neue Deutsche Biographie
8
(1969), S.
23 f.
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd116511567.html
Haseloff, Arthur
Name: Haseloff, Arthur
Namensvariante: Haseloff, Arthur Erich Georg
Lebensdaten: 1872 bis 1955
Geburtsort: Berlin
Sterbeort: Kiel
Beruf/Lebensstellung: Kunsthistoriker
Konfession: evangelisch
Autor NDB:
Martius, LilliPND: 116511567