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Adolf von Egmond >>
Adolf VI. (VIII.)
Graf von Berg (1308-48),
* vor 1290,
† 3.4.1348, begraben Altenberg.
Genealogie
| Leben
| Literatur
| Autor
| Zitierweise
Genealogie ↑
V Heinrich, Herr von Windeck (
† 1290/95), 2.
S Adolfs IV., Graf von Berg;
M Agnes,
T Engelberts I., Graf von der Mark, und der Kunigunde von Schaumburg;
⚭ vor 1309 Agnes (
† nach 1360),
T Dietrichs VII., Graf von Kleve, und der Margarete von Kyburg;
Schw Margarete,
⚭ Otto IV., Graf von Ravensberg, deren
T Margarete
⚭ Gerhard von Jülich, erbt 1346 Ravensberg, 1348 Berg.
Leben ↑
Adolfs Gemahlin Agnes von Kleve brachte ihm die Reichspfandschaft Duisburg mit dem dortigen Rheinzoll zu (1312). Als Parteigänger Ludwigs des Bayern bekämpfte er gemeinsam mit den Lützelburgern, Brabant und Jülich den Kölner Erzbischof Heinrich von Vir
|neburg (1304-32). Reiche Subsidiengelder ermöglichten ihm den Ausbau der Landesherrschaft. Seine Münzstätte Wipperfürth erwarb das Recht der Silberturnosenprägung (1328). Stadtgründungen an den Rheinhäfen Mülheim (1322) und Monheim sowie die vom Kaiser gestattete Verlegung des Duisburger Zolls nach Düsseldorf (1324) scheiterten dagegen am Widerstand Kölns. Adolf unterstützte die Hauspolitik seiner märkischen Verwandten in Westfalen und im Bistum Lüttich. Nachdem 1332 Walram, Bruder Wilhelms I. von Jülich, Erzbischof von Köln geworden war, schloß Adolf sich der von Jülich betriebenen deutsch-englischen Bündnispolitik an und nahm 1339 als Heerführer des englischen Königs Eduard III. im 1. Feldzug des Hundertjährigen Krieges teil. Schon 1336 hatte er seine Erbin Margarete von Ravensberg mit Wilhelms Sohn Gerhard vermählt. Sein Lebensabend stand im Zeichen der Landfriedensbewegung. Adolf war der letzte Graf des Hauses Limburg.
Literatur ↑
ADB I;
Th. Lacomblet,
UB f. d.
Gesch. d. Niederrheins III, 1853;
K. Kunze, Die
polit. Stellung d. niederrhein. Fürsten in d. Jahren 1314–34, 1886;
B. Schönneshöfer,
Gesch. d. Berg. Landes, 1895, S. 127-30;
H. V. Sauerland,
Urkk. u.
Regg. z. Gesch. d. Rheinlande aus d. Vatikan. Archiv I, in:
Publ. d.
Ges. f. Rhein.
Gesch.kde., 23, 1902;
R. Knipping-W. Kisky. Die
Regg. d. Erzbischöfe
v. Köln IV, 1915;
A. Noss, Die Münzen
v. Berg u. Jülich-Berg I, 1929, S. 31-42;
F. Bock, Reichsidee u. Nationalstaaten, 1943, S. 159 ff.;
vgl. a.
DW,
91931.
Autor ↑
Helmut DahmEmpfohlene Zitierweise ↑
Dahm, Helmut, „Adolf VI.“,
in: Neue Deutsche Biographie
1
(1953), S.
76-77
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd13578588X.html
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Adolf >>
Adolf VI.
Leben
| Autor
| Zitierweise
Leben ↑
Adolf VI., Graf von
Berg, reg. von 1308—48, war der Sohn Heinrichs
Grafen von Berg, Herrn zu Windeck (s. Adolf V.). Der Vater, Heinrich von Windeck, war vor
seinem Bruder Wilhelm, letztregierendem Grafen von Berg,
gestorben.
A.
war seit 1312 mit Agnes von Cleve vermählt, aus
welcher Ehe zwei vor dem Vater verstorbene Söhne und eine Tochter,
Margaretha, entsprossen, welch letztere an Otto, Grafen von
Ravensberg, verheirathet, in der Folge die Grafschaften Berg und
Ravensberg auf ihre Tochter Margaretha und deren Gemahl Gerhard,
den ältesten Sohn des Grafen und spätern Markgrafen und Herzogs
Wilhelm von Jülich, vererbte, die
A.
VI. 1348 in der Regierung von
Berg nachfolgten, nachdem Ravensberg bereits 1346 ihnen anerfallen
war. Wir finden
A.
VI. 1313 unter den
Parteigenossen König Ludwigs des Baiern, welchem er zur Krönung in
Aachen folgte, während der Kölner Erzbischof auf der Seite Herzog
Friedrichs von Oesterreich stand. Im nämlichen Jahre steht
A.
in dem Aufruhr der Lütticher gegen ihren Bischof Adolf
von der Mark, ebenfalls Parteigenosse Ludwigs, letzterm als
Bundesgenosse bei und vermittelt 1315 den Frieden zwischen den
Lüttichern und ihrem Bischofe. Da Heinrich, Erzbischof von Köln,
für Friedrich von Oesterreich die Waffen ergriffen hatte, wurde er
von
A.
und den rheinischen, auf Ludwigs Seite stehenden
Fürsten 1317 in Brühl belagert und zur Uebergabe gezwungen.
A.
nahm 1320 im Bunde mit dem Grafen von der Mark, dem
Erzbischofe von Köln und dem Grafen von Virnenburg an dem Feldzuge
gegen den Bischof von Münster Theil, der verheerend in die
Grafschaft Mark eingefallen war und zum Rückzuge gezwungen wurde.
Im J. 1321 belagerten Bischof Adolf von Lüttich und sein
Bundesgenosse
A.
von Berg Bovin, mußten aber von der Belagerung Abstand
nehmen, weil die Truppen der Stadt Lüttich und der andern Städte
(bonnes villes) der Diöcese Lüttich das
Belagerungsheer verließen. Die beiden Verbündeten erfochten jedoch
einen Sieg über die namür'schen Truppen, die zum Entsatze der
Stadt Bovin heranrückten. 1322 sehen wir
A.
mit inneren Landesangelegenheiten beschäftigt: er
schenkte nämlich dem Orte Mülheim am Rhein Freiheiten, mußte indeß
sowol hier als in Monheim auf Grund der von seinen Vorfahren mit
dem Erzbischofe und der Stadt Köln eingegangenen Verträge die dort
errichteten Befestigungen niederlegen. Von 1324—29 nahmen ihn die
aufs neue ausgebrochenen Zwistigkeiten zwischen den Lüttichern und
ihrem Bischofe in Anspruch. Zugleich leistete er im J. 1324 dem
Grafen Engelbert von der Mark bewaffneten Beistand gegen den
Erzbischof von Köln und den Grafen von Virnenburg bei der
Zerstörung des Schlosses Volmarstein und begleitete darauf 1326
den König Ludwig auf dem Römerzuge nach Italien.
|Die
Lütticher Händel wurden 1329 durch den Sieg des Bischofs bei Huy
und die Belagerung von Tongern zum Austrag gebracht: unter Adolfs
von Berg Vermittelung konnte der Bischof den Städtern den Frieden
dictiren. 1343 verbanden sich die Bürger von Huy mit dem Herzoge
von Brabant gegen ihren Landesherrn, den Bischof von Lüttich.
Unter den Vermittlern der Fehde treffen wir den Grafen von Berg,
welcher auch im nämlichen Jahre den Frieden zwischen Wilhelm,
Markgrafen von Jülich, dessen Bruder, dem Erzbischofe von Köln;
und dem Grafen Adolf von der Mark vermittelt. 1344 starb Bischof
Adolf von Lüttich und es folgte ihm Engelbert von der Mark, gegen
welchen die Bürger von Lüttich und Huy wiederum einen Aufstand
erhoben. Der Papst erließ gegen dieselben das Interdict und der
neue Bischof belagerte Lüttich, an welcher Belagerung wiederum
A.
von Berg thatkräftigen Antheil nahm, wie er sich sein
ganzes Leben hindurch als treuer Verbündeter seiner märkischen
Verwandten bewährt hatte. Von da ab tritt er vom Kriegsschauplatze
ab. Er starb 1348. Seine Leiche ward in
der Familiengruft der Abtei Altenberg beigesetzt.
Autor ↑
Strauven.
Empfohlene Zitierweise ↑
Strauven, Karl Leopold, „Adolf VI.“,
in: Allgemeine Deutsche Biographie
1
(1875), S.
95-96
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd13578588X.html?anchor=adb