Logo der Deutschen Biographie
schwarzer Menuepunkt Schnellsuche
schwarzer Menuepunkt Erweiterte Suche
roter Menuepunkt Namen A-Z
schwarzer Menuepunkt Aktuelles
schwarzer Menuepunkt Hilfe
schwarzer Menuepunkt Über das Projekt
schwarzer Menuepunkt Impressum

NDB-Artikel

<< Behaim, Hans der Ältere     Behaim, Paulus >>

Behaim, Lorenz

Humanist, * um 1457 Nürnberg, 11.4.1521 Bamberg.


GenealogieLebenWerkeLiteraturAutorZitierweise

Genealogie  
V Lorenz Behaim ( 1494), Büchsengießer und Beckenschläger; Ov Hans qBehaim der Ältere (s. 1); B Georg Behaim, Probst an St. Lorenz in Nürnberg, Sebald Behaim der Ältere, Rotschmied, Büchsen- und Glockengießer ( 1534), der einige nur archivalisch nachgewiesene Geschütze für Nürnberg, Kurfürst Friedrich den Weisen von Sachsen u. a. goß.

Leben  
Behaim studierte 1473-76 Theologie in Ingolstadt, 1470-78 in Leipzig und wurde dort Magister artium. 1480 ging er nach Italien und erwarb dort den Dr. decretorum. Er war 22 Jahre lang Haushofmeister und dann magister machinarum des Kardinals Rodrigo Borgia, des späteren Papstes Alexander VI., stand aber auch Cesare Borgia nahe. Er scheint diesem bei Giftmischereien behilflich gewesen zu sein. Im Nachlaß des jüngeren Pirckheimer findet sich eine Handschrift über die Pillen des Papstes Alexander VI., die mit Sicherheit von Behaim stammt. Seit 1492 leitete er als Festungsbaumeister oder oberster Geschützmeister das päpstliche Geschützwesen, war am römischen Festungsbau beteiligt und wirkte bei einigen Belagerungen mit. Mit seinen abgeschriebenen Inschriften eines heute verschollenen Freskenzyklus des B. Pinturicchio, der die Regierung Alexanders VI. verherrlichte, hat Behaim eine Vorstellung von diesem wegen seiner vielen Porträts ziemlich einzigartigen Kunstwerk der Renaissance überliefert. Von 1496 an war er Kanonikus des Kollegiatsstiftes St. Stephan in Bamberg. 1503 kehrte er aus Rom nach Nürnberg zurück und war seit 1505 am Bamberger Stift, 1506/07 auch als Advokat tätig. - Behaim war sowohl in den Natur-, wie auch in den Geisteswissenschaften, besonders in der Astrologie, Alchemie und Medizin bewandert. Er war mit Willibald Pirckheimer befreundet, den er wahrscheinlich 1495 in Rom kennengelernt und mit dem er einen umfangreichen Briefwechsel geführt hat. Pirckheimers Antworten sind leider verloren gegangen. Die Altertumswissenschaft verdankt Behaim eine Sammlung römischer Inschriften. Pirckheimer hat ihn als den gelehrtesten Mann bezeichnet, den er kenne.

Werke  
Eigenhändige Schrr.: In Arundelhs. 295 aus Pirckheimers Besitz: Nr. 8 fol. 170 v: De virtutibus pillularum papae Alexandri (London, British Mus. Library); Slg. röm. Inschriften in: Schedelkodex Clm 716 (Staatsbibl. München).

Literatur  
ADB II; E. Reicke, Der Bamberg. Kanonikus L. B., Pirckheimers Freund, in: F z. Gesch. Bayerns 14, 1906; W. Pirckheimers Briefwechsel, Bd. 1, hrsg. v. dems., = Veröff. d. Komm. z. Erforschung d. Gesch. d. Ref. u. Gegenref., Humanistenbriefe, Bd. 4, 1940, S. 292 f. Anm.; L. Pastor, Gesch. d. Päpste vom Ausgang d. MA, Bd. 3, 5-71924; A. Reimann, Die älteren Pirckheimer, Gesch. eines Nürnberger Patriziergeschlechtes im Zeitalter d. Frühhumanismus (bis 1501), hrsg. v. H. Rupprich, 1944, S. 52, 204, 208.

Autor  
Kurt Pilz
Empfohlene Zitierweise  

Pilz, Kurt, „Behaim, Lorenz“, in: Neue Deutsche Biographie 1 (1953), S. 749 [Onlinefassung]; URL: http://www.deutsche-biographie.de/pnd11610936X.html

ADB-Artikel

<< Behaim, Hanns     Behaim, Martin >>

Behaim, Lorenz

 LebenAutorLiteraturZitierweise

Leben  
Behaim: Lorenz B., ein Humanist aus dem Anfang des 16. Jahrhunderts, Brudersohn von Hans B. (s. o. S. 274), also nicht der rathsfähigen, sondern der bürgerlichen Familie dieses Namens angehörig. Sein Vater war Lorenz B. und sein Bruder der vorletzte Propst von St. Lorenzen zu Nürnberg (1513—21) Georg B. Lorenz, welcher Doctor decretorum war, erscheint zuerst zu Rom, wo er dem nachmaligen Papst Alexander VI., dem Cardinal Borgia 22 Jahre als Hausmeister gedient hat (Gregorovius, Gesch. Roms VII. 694). Er war dort auch mit Reuchlin befreundet. Eine Sammlung von Inschriften, die er in Rom copirte, ist in den Münchener Codex von Hartmann Schedel aufgenommen. Vor 1515 ist er nach Bamberg gegangen (vgl. Siebenkees, Mater. I. 263) wo er dann wol bis zu seinem Tode als Canonicus zu St. Stephan verblieb. Er stand mit Hutten und anderen Humanisten in Verbindung, war aber namentlich mit Wil. Pirkheimer eng befreundet. Briefe an diesen aus den Jahren 1517—18 theilt Heumann, "Docum. lit." p. 255 sq. mit. Pirkheimer widmete ihm auch seine 1518 erschienene Uebersetzung von Lucians Gespräch "Der Fischer", welcher seine berühmte Vertheidigungsschrift für Reuchlin voran steht. Schriften Behaim's sind nicht erhalten.

Literatur  
Lochner im Correspond. von und f. Deutschl. 1871. 14. März. L. Geiger, Reuchlin.

Autor  
v. L.
Empfohlene Zitierweise  

L., von, „Behaim, Lorenz“, in: Allgemeine Deutsche Biographie 2 (1875), S. 276 [Onlinefassung]; URL: http://www.deutsche-biographie.de/pnd11610936X.html?anchor=adb

Quelle/Vorlage: 
NDB 1 (1953), S.  749
ADB 2 (1875), S. 276
Erwähnungen: 
NDB 1 (1953), S. 748*

PND: 11610936X
Artikel drucken

Index

Behaim, Lorenz

Name: Behaim, Lorenz
Namensvariante: Pehaim, Lorenz
Namensvariante: Peham, Lorenz
Namensvariante: Pehem, Lorenz
Namensvariante: Beheimb, Lorenz
Namensvariante: Beham, Lorenz
Lebensdaten: um 1457 bis 1521
Geburtsort: Nürnberg
Sterbeort: Bamberg
Beruf/Lebensstellung: Humanist
Konfession: katholisch
Autor NDB: Pilz, Kurt
Autor ADB: L., von
PND: 11610936X

Weitere Informationen

Informationsangebote zu

Behaim, Lorenz

PND
11610936X

Normdaten
Personennamendatei (PND)
Virtual International Authority File (VIAF)

Lexika

Bibliothekskataloge und Bibliographien
Bibliotheksverbund Bayern (BVB)

Nachlässe
Kalliope