<< Harms, Christoph Bernhard Cornelius
Harms, Heinrich >>
Harms, Joachim Friedrich Simon
Philosoph,
* 24.10.1816 Kiel,
† 5.4.1880 Berlin. (lutherisch)
Genealogie
| Leben
| Auszeichnungen
| Werke
| Literatur
| Autor
| Zitierweise
Genealogie ↑
V Detlef Hinrich, Glaser in
K.;
M Marg. Christina
Joh. Schütz;
⚭ Kiel 1851 Marie Clara (
* 1833),
T d. Albert Liebner (1806–71),
Prof. d.
Theol., Oberhofprediger in Dresden (s.
ADB 18), u. d. Julie Giese; 2
S, 6
T .
Leben ↑
Harms studierte in Kiel und Berlin Medizin, Naturwissenschaften und Philosophie. Seine Lehrer in der Philosophie waren vor allem Heinrich Ritter, und H. M. Chalybäus. Nachdem Harms 1842 in Kiel die venia legendi für Philosophie erworben hatte und dort bis zum ordentlichen Professor (1858) aufgestiegen war, folgte er 1867 einem Ruf nach Berlin. Dort lehrte er, anfänglich neben Trendelenburg, bis zu seinem Tode. Harms gehört in diejenige Philosophengeneration des 19. Jahrhunderts, die einerseits die Ansprüche der metaphysischen Vernunft in der Nachfolge der großen idealistischen Systeme weiter behauptete, andererseits jedoch damit die Anerkennung des Eigenrechtes der positiven Wissenschaften und des Prinzips der Erfahrung zu verbinden suchte. Er trägt durch sein Wirken zum Beweis dafür bei, daß die in der Philosophiegeschichte nicht selten gehörte Rede vom „Zusammenbruch“ des deutschen Idealismus nach dem Tode Hegels unwahr ist. Harms erkennt nach seiner eigenen Aussage „zwei Wissenschaften nebeneinander" an: Die „besonderen Wissenschaften der Empirie und die Philosophie". Letztere gilt ihm nicht als das „Ein und All" der Wissenschaften, aber als allgemeine Wissenschaft sei sie notwendig, um die „Grundbegriffe der Einzelwissenschaft“ zu klären. Ein Blick auf das Bild, welches das Ganze der Titel seiner Schriften ergibt, zeigt einerseits, daß dem Verfasser das System vorschwebt, andererseits wird auch das Eindringen der Empirie sichtbar; es wird deutlich, wie das ganze Werk in Einzeluntersuchungen auseinanderfällt. Besonders bedeutsam ist die frühe Schrift von 1845, „Der Anthropologismus in der Entwicklung der Philosophie seit Kant und Ludwig Feuerbachs Anthroposophie“. In dieser Schrift strebt Harms eine Versöhnung der Metaphysik mit dem damals aufkommenden Naturalismus, etwa Feuerbachs an. Er sieht es in der Auseinandersetzung mit Hegel, aber durchaus in dessen Sprache ausgedrückt als die Aufgabe der Philosophie an, die reine Metaphysik „neben den eingebenden Erfahrungswissenschaften und in Wechselwirkung mit denselben“ als „realistische
|Wissenschaft von der an und für sich seienden Welt“ hervorzubringen
|Auszeichnungen ↑
Mitgl. d. Preuß. Ak. d. Wiss. (1873).
Werke ↑
Weitere W u. a.
Der Anthropologismus in d. Entwicklung d.
Philos. seit Kant, 1845;
Prolegomena
z. Philos., 1852;
Die
Philos. Fichtes nach ihrer geschichtl. Stellung u. nach ihrer Bedeutung, 1862;
Abhh. z. systemat.
Philos., 1868;
Phil.
Einl. in d.
Enc. d. Physik, in:
Allg. Enc. d. Physik,
hrsg. v. G. Karstens, 1.
Bd., 1869, S. 54-413;
Zur Erinnerung an Hegels 100j.
Geb.tag, 1871;
Arthur Schopenhauers
Philos., 1874;
Die Reform d. Logik, in:
Abhh. d.
Ak. d. Wiss. Berlin, 1874;
Über den Begriff d.
Psychol.,
ebd.;
Über d. Begriff d. Wahrheit,
ebd., 1876;
Die
Philos. seit Kant, 1876;
Über d. Lehre
v. F.
H. Jacobi, 1876;
Psychol., Logik u. Ethik, 1877;
Die Formen d. Ethik, 1878;
Die
Philos. in ihrer
Gesch., 2 T., 1878/81. -
Aus d. Nachlaß hrsg. v. H. Wiese: Metaphysik, 1885;
Methode d. akadem. Studiums, 1885;
Naturphilos., 1885;
Logik, 1886;
Begriff, Formen u. Grundlegung d. Rechtsphilos., 1889;
Ethik, 1889;
Psychol., 1897.
Literatur ↑
F. Zimmer, Grundriß d.
Philos. nach F.
H., 1902;
M. Lenz,
Gesch. d.
Univ. Berlin II, 2, 1918, S. 339.
Autor ↑
Friedrich KaulbachEmpfohlene Zitierweise ↑
Kaulbach, Friedrich, „Harms, Joachim Friedrich Simon“,
in: Neue Deutsche Biographie
7
(1966), S.
683-684
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd118701665.html
Harms, Friedrich
Name: Harms, Friedrich
Namensvariante: Harms, Joachim Friedrich Simon
Lebensdaten: 1816 bis 1880
Geburtsort: Kiel
Sterbeort: Berlin
Beruf/Lebensstellung: Philosoph
Konfession: lutherisch
Autor NDB:
Kaulbach, FriedrichPND: 118701665