<< Hansemann, David Paul von
Hansen. >>
Hansemann, Ferdinand, von
Politiker, Herausgeber der „Ostmark“,
* 10.9.1861 Berlin,
† 3.10.1900 Berlin.
Genealogie
| Leben
| Werke
| Literatur
| Portraits
| Autor
| Zitierweise
Genealogie ↑
V Adolph (s. 1);
Vt David (s. 3);
⚭ Heidelberg 1885 Josephine (1862–1936,
⚭ 2] Hans
Gf. v. Schlippenbach,
† 1926,
Gen.-Lt.),
T d.
Großkaufm. Caspar Stienen u. d. Mathilde Rollmann; 1
S , 4
T ,
u. a. Frida (
⚭ Leo
v. Caprivi, 1873–1921,
preuß. Major, Flügeladjutant Kaiser Wilhelms II.,
N d. Reichskanzlers Leo
Gf. v. Caprivi,
† 1899, s.
NDB III), Anna (
⚭ Leo
Frhr. v. König, 1871–1944, Porträtmaler, s.
ThB).
Leben ↑
Nach dem Schulbesuch in Berlin widmete sich Hansemann dem Jurastudium, das er mit dem Referendarexamen (1882) und der Promotion abschloß. Anfänglich im Staatsdienst tätig, wandte er sein berufliches Interesse alsbald der Landwirtschaft zu. Er erwarb sich durch ein neuerliches Studium umfassende Sachkenntnisse und verwaltete seit 1888 mit der Fideikommißherrschaft Pempowo (Provinz Posen) einen Teil des ausgedehnten väterlichen Grundbesitzes. Gleichzeitig entwickelte er sich zu einem Befürworter einer aktiven deutschen Nationalitätenpolitik in der Provinz Posen und beteiligte sich maßgeblich an der Gründung des Deutschen Ostmarkenvereins (1894). Er gehörte dem Hauptvorstand des Vereins an, seit 1896 als 2. stellvertretender Vorsitzender. Von Januar 1896 bis Juni 1897 war er verantwortlicher Redakteur des Vereinsblattes „Die Ostmark“. Von Hansemann angeregt, wurde 1895 die Landbank in Berlin gegründet, die mit privaten Mitteln die Ansiedlung Deutscher in den Ostprovinzen förderte. Hansemann gehörte nach 1890 zu den Gegnern der von ihm publizistisch bekämpften Nationalitätenpolitik des Reichskanzlers Caprivi. Hieraus ergaben sich für ihn persönliche Beziehungen zu Bismarck, die es ihm erlaubten, bei der Vorbereitung einer Demonstration der Ostmärker vor Bismarck (September 1894) und damit bei der Gründung des Ostmarkenvereins als Vermittler tätig zu sein. In der Ostmarkenpolitik trat er für die Ausdehnung des deutschen Grundbesitzes ein, wobei er unter anderem die Enteignung polnischen Grundbesitzes empfahl (1900). Gelegentliche Versuche, in Anlehnung an die Freikonservative Reichspartei sich öffentlich politisch zu betätigen, blieben ohne Wirkung. Der frühe Tod Hansemanns verhinderte eine weitere Ausdehnung seiner Wirksamkeit.
Werke ↑
Dt. Kultur u.
poln. Grundbes., in: Die Ostmark 5, 1900, S. 3 f.;
Bismarck u. d.
Ostmarkenver.,
ebd., S. 81 ff.
Literatur ↑
H. Münch, A.
v. H., 1922
(P);
Quante, in:
BJ V, S. 247-51
(L).
Portraits ↑
Ölgem.
v. G. Graef, 1891,
Abb. b. H. Münch, s.
L.
Autor ↑
Dieter Hertz-EichenrodeEmpfohlene Zitierweise ↑
Hertz-Eichenrode, Dieter, „Hansemann, Ferdinand, von“,
in: Neue Deutsche Biographie
7
(1966), S.
630
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd133453219.html
Hansemann, Ferdinand von
Name: Hansemann, Ferdinand von
Lebensdaten: 1861 bis 1900
Geburtsort: Berlin
Sterbeort: Berlin
Beruf/Lebensstellung: Politiker; Herausgeber der "Ostmark"
Konfession: evangelische Familie
Autor NDB:
Hertz-Eichenrode, DieterPND: 133453219