<< Hammerstein-Equord, Hans Georg Freiherr von
Hammerstein-Equord, Kurt Gebhard Adolf Philipp Freiherr von >>
Hammerstein-Equord, Hans Baptist August Franz Seraph Placidus Maria Freiherr von|
Schriftsteller, Politiker,
* 5.10.1881 Sitzenthal bei Melk (Niederösterreich),
† 9.8.1947 Micheldorf (Oberösterreich). (katholisch)
Genealogie
| Leben
| Werke
| Literatur
| Autor
| Zitierweise
Genealogie ↑
V Helge (1833–93, seit 1848
kath.), auf
S.,
k. u. k. Rittmstr.,
S d. Hans (s. 1);
M Sophie (1839–1931),
T d. Joseph
Gf. zu Stolberg-Stolberg, auf Westheim, Landrat (
S d. Dichters
Frdr. Leopold
Gf. zu
St.-St.,
† 1819), u. d. Therese
Gfn. v. Spee;
Vt 2. Grades Kurt (s. 3); -
⚭ Salzburg 1924 Anna Christiane (
* 1902),
T d.
k. u. k. Obersten Eduard Zeleny u. d. Maria Kroha; 1
S , 2
T .
Leben ↑
Hammerstein-Equord schloß 1905 sein Jus-Studium an der Universität Wien ab und wurde Staatsbeamter. Im 1. Weltkrieg kämpfte er als Oberleutnant an der Süd- und Ostfront. 1923 wurde er Bezirkshauptmann in Braunau, 1934 Sicherheitsdirektor und Staatssekretär, 1936 für kurze Zeit Bundesminister für Justiz, dann Bundeskommissär für Kulturpropaganda. Nach der Besetzung Österreichs 1938 wurde er zwangspensioniert, 1944 verhaftet und im Konzentrationslager Mauthausen festgehalten, aus dem er 1945 befreit wurde. – Als Dichter hielt sich Hammerstein-Equord von allen literarischen Richtungen fern, er schrieb absichtsvoll gegen den literarischen Zeitgeist, aus dem schmerzlichen Bewußtsein der Kluft, die in seiner Zeit Kunst und Volk trennt: „Die Kunst muß zum Volke gehn“, sagte er einmal. In Form und Stoff wirkte die Romantik stark auf ihn. Er setzt seine Gestalten in eine enge Beziehung zur Natur und vermeidet jede Psychologisierung. Hammerstein-Equords Dichtung umfaßt Märchen,
|Romane, Verserzählungen, Lyrik und ein Drama. Von seinen Romanen ist „Wald" (1923, 2. Fassung 1937) ein Heimatroman aus dem Waldviertel (Ispertal), „Die finnischen Reiter“ (1933) ein Roman aus dem 30jährigen Krieg. Sein Epos „Die Asen“ (1928) behandelt einen Stoff der nordischen Götterwelt der Edda.
Werke ↑
Weitere W
Die blaue Blume, Märchennovelle, 1911;
Roland u. Rotraut, Novelle, 1913;
Februar, Roman, 1916;
Walpurga, eine
dt. Legende, 1917;
Schloß Rendezvous, 1919;
Zwischen Traum u. Tagen, Gedichte, 1919;
Der Glassturz, ein Salonmärchen, 1919;
Das Tagebuch d. Natur, Gedichte, 1920;
Ritter, Tod u. Teufel, ein Bilderbuch a. d. 16.
Jh., Roman, 1921;
Mangold
v. Eberstein, 1922;
Die Ungarn, geschichtl. Novelle, 1925;
Die schöne Akeley, 1930;
Der Wanderer im Abend, Gedichte, 1935;
Frauenschuh
u. a. Märchen, 1936;
Die gelbe Mauer, Roman, 1936;
Wiedergeburt d. Menschlichkeit, Essay, 1937;
Der letzte Babenberger,
hist. Schauspiel
(unveröff.);
Der letzte Erbe,
eingel. u.
ausgew. v. M. Schmitz, 1961.
Literatur ↑
E. Reinhard,
H. u. d. Wiedergeburt d. Romantik, in:
Allg. Rdsch. 16, 1919;
W. Kosch,
H.s Asen, in: Der Wächter 11, 1929;
P.
Gf. Thun-Hohenstein, H.
v. H.,
ebd. 13, 1931;
ders., in: Der Turm 11-12, 1947;
R. List, in: Austria 11, 1947;
M. Schmitz, in: Wort in d. Zeit 7, 1960, S. 10-16;
Nagl-Zeidler IV, S. 1178 f.;
A. Schmidt, Dichtung u. Dichter Österreichs II, 1964, S. 122 f.
(P);
Kosch, Lit.-Lex. (W, L);
ÖBL.
Autor ↑
Heinz RiederEmpfohlene Zitierweise ↑
Rieder, Heinz, „Hammerstein-Equord, Hans Baptist August Franz Seraph Placidus Maria Freiherr von“,
in: Neue Deutsche Biographie
7
(1966), S.
595 f.
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd118545442.html
Hammerstein-Equord, Hans Freiherr von
Name: Hammerstein-Equord, Hans Freiherr von
Namensvariante: Hammerstein-Equord, Hans Baptist August Franz Seraph Placidus Maria Freiherr von
Lebensdaten: 1881 bis 1947
Geburtsort: Sitzenthal bei Melk (Niederösterreich)
Sterbeort: Micheldorf (Oberösterreich)
Beruf/Lebensstellung: Schriftsteller; Politiker
Konfession: katholisch
Autor NDB:
Rieder, HeinzPND: 118545442