<< Adler, Johann Heinrich Friedrich
Adler, Salomon >>
Adler, Max
Soziologe,
* 15.1.1873 Wien,
† 28.6.1937 Wien. (israelitisch)
Genealogie
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| Werke
| Literatur
| Autor
| Zitierweise
Genealogie ↑
⚭ Jenny Herzmark (
* 1877), Chefärztin der Gewerbeinspektion, 1939 ausgewandert; 1
S, Robert (1913–2007), Physiker, Erfinder der Fernbedienung, 1
T,, beide ausgewandert.
Leben ↑
Adler ließ sich nach dem Studium der Jurisprudenz, das er 1896 mit der Promotion abgeschlossen hatte, in seiner Vaterstadt als Rechtsanwalt nieder. Durch seine schriftstellerische und politische Tätigkeit reihte er sich bald unter die führenden Theoretiker des Austromarxismus seiner Zeit ein. 1920 habilitierte er sich an der Wiener Universität für Soziologie, sowie für Theorie und Geschichte des Sozialismus und wurde anschließend zum außerordentlichen Professor für Soziologie ernannt. 1920-23 vertrat er im Parlament als Abgeordneter den Bezirk Floridsdorf. Auch im Bildungsverein der Arbeiter und Volkshochschulen war er tätig. - Adlers großes Anliegen war, mit „Kant und Marx das Gebäude der modernen kritischen Soziologie aufzubauen"; zu diesem Zweck wollte er den Marxismus, den er als „erfahrungsmäßig-ökonomistische Gesellschaftstheorie" verstand, vom metaphysischen Materialismus lösen und den geistigen Menschen als gesellschaftsbildendes Wesen in den Mittelpunkt stellen. Mit Hilfe der kritischen Methoden Kants sollte die Soziologie zu einer Wissenschaft vom Range der Naturwissenschaften erhoben werden. So gelangte Adler zur Konzeption des „Transzendental-Sozialen", welches die Erfassung des Empirisch-Sozialen erst ermöglicht und bei Kant und den Idealisten mannigfach angedeutet ist. Im Idealismus Kants und seiner Nachfolger erblickte Adler die „Philosophie von der Denkmöglichkeit des Sozialismus“, im wissenschaftlichen Sozialismus von Marx aber die „Theorie von der Tatwirklichkeit des Idealismus“.
Werke ↑
u. a. Kausalität u. Teleologie im Streite um d.
Wiss., 1904; Marx als Denker, 1908; Wegweiser,
Stud. zur
Geistesgesch. d. Sozialismus, 1914; Engels als Denker, 1919; Kant u. d. Marxismus,
|1925;
Lehrb. d. materialist. Gesch.auffassung, 1930; Die Rätsel d.
Ges., 1936;
s. a. Kürschner, Gel.-Kal., 1928/29.
Literatur ↑
O. Blum, M.
A.s Neugestaltung d. Marxismus, in: Archiv f.
Gesch. d. Sozialismus u. d. Arbeiterbewegung, 7.
Jg., 1916;
D. Hort, M.
A. u. d.
wiss. Sozialismus, in: Archiv f.
Gesch. d.
Philos. u.
Soziol.,
Bd. 38, 1928;
M. Nussbaum, Kantianismus u. Marxismus in d. Sozialphilos. M.
A.s, 1934
(W);
E. Mathias, Sozialdemokratie u. Nation, Ein
Btr. z. Ideengesch. d. Sozialdemokrat. Emigration u. d. Prager Zeit d. Parteivorstandes 1933–38, 1952;
Enc. Jud. I, 1928;
Ziegenfuß, 1949.
Autor ↑
Josef HanslmeierEmpfohlene Zitierweise ↑
Hanslmeier, Josef, „Adler, Max“,
in: Neue Deutsche Biographie
1
(1953), S.
71-72
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd118500716.html