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Hagen, Johann Georg

Jesuit, Astronom, * 6.3.1847 Bregenz, 6.9.1930 Rom.


GenealogieLebenWerkeLiteraturAutorZitierweise

Genealogie  
V Martin (1797–1873), Kreishauptschullehrer, S d. Jos. Anton u. d. Theresia Haltmayer; M Theresia (* 1820), T d. Steinhauers Bartholomäus Schick u. d. Maria Anna Geißler; B Martin (1855–1923), SJ, Exeget.

Leben  
Hagen trat 1863 in den Jesuitenorden ein und erhielt dort seine philosophische und theologische Ausbildung, verbunden mit dem Stu|dium der Mathematik, Astronomie und Physik in Münster und Bonn. Nach 8jährigem Wirken als Lehrer für Mathematik an dem Kolleg von Prairie du Chien, Wisconsin, wurde er 1888 zum Direktor der Georgetown Sternwarte bei Washington ernannt. Hier entstand in vieljähriger Beobachtungsarbeit sein erstes großes astronomisches Werk, der „Atlas Stellarum Variabilium“, der in 6 Serien (1899–1908), denen später (1927/34) noch 2 weitere folgten, mehrere hundert Umgebungskarten von veränderlichen Sternen mit Angabe der Positionen und Helligkeiten der verzeichneten Sterne gibt und damit die notwendigen photometrischen Vergleichsmarken zum Studium des Lichtwechsels der Veränderlichen bietet. 1891-1905 entstanden die ersten Bände der „Synopsis der höheren Mathematik“ (IV 1930), in der in enzyklopädischer Form der Lehrstoff der Hauptgebiete der höheren Mathematik dargestellt ist. 1906 wurde Hagen, ein hervorragender Organisator wissenschaftlicher Unternehmen, als Direktor der Vatikanischen Sternwarte nach Rom berufen, wo er als erstes die ins Stocken geratene Bearbeitung der von der Vatikanischen Sternwarte übernommenen Zone der internationalen photographischen Himmelskarte wieder in Gang zu bringen hatte und dieses Ziel in 20jähriger Arbeit auch erreichte. Hagens eigene Arbeiten dieser Zeit sind vor allem die auf seine Beobachtungen am Refraktor der Sternwarte gegründete kritische Revision des Dreyerschen Generalkataloges von Sternhaufen und Nebeln, neue Experimente zum Beweis der Erdrotation mittels des von ihm entwickelten Isotomeographen und ein umfangreiches Lehr- und Handbuch über die veränderlichen Sterne. Über die von Hagen entdeckten und systematisch beobachteten ausgedehnten kosmischen Wolkenfelder ist das letzte Wort noch nicht gesprochen. – Hagen, der sich selbst einen geborenen Synoptiker nannte, ist ein bedeutender Repräsentant jener Epoche der Astronomie, in der die großen Datensammlungen entstanden, die die Grundlage des astronomischen Weltbildes um die Mitte des 20. Jahrhunderts sind.

Werke  
Weitere W u. a. Die veränderl. Sterne, 2 Bde., 1913/24; La rotation de la terre, Rom 1911; zahlr. Publ. in Fachzss.

Literatur  
J. Stein, in: Vj.schr. d. Astronom. Ges. 66, 1931, S. 2-12 (P); F. Becker, in: Die Naturwiss. 19, 1931, S. 169; Pogg. III-VI.

Autor  
Friedrich Becker
Empfohlene Zitierweise  

Becker, Friedrich, „Hagen, Johann Georg“, in: Neue Deutsche Biographie 7 (1966), S. 478 f. [Onlinefassung]; URL: http://www.deutsche-biographie.de/pnd10122768X.html

Quelle/Vorlage: 
NDB 7 (1966), S. 478 f.

PND: 10122768X
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Index

Hagen, Johann Georg

Name: Hagen, Johann Georg
Lebensdaten: 1847 bis 1930
Geburtsort: Bregenz
Sterbeort: Rom
Beruf/Lebensstellung: Jesuit; Astronom
Konfession: katholisch
Autor NDB: Becker, Friedrich
PND: 10122768X

Weitere Informationen

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Hagen, Johann Georg

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