<< Haenlein, Paul
Haentze, Johann Carl Gottfried >>
Haensel, Heinrich Gustav
Chemiker und Fabrikant,
* 22.11.1841 Pirna (Sachsen),
† 14.7.1923 Pirna (Sachsen). (lutherisch)
Genealogie
| Leben
| Auszeichnungen
| Literatur
| Portraits
| Autor
| Zitierweise
Genealogie ↑
V Heinrich (1816–89),
Kaufm. u.
Fabr. in
P.,
S d. Rittergutspächters Carl Gottlob in Grödel
b. Riesa, u. d.
Joh. Dorothea Schlegel;
M Amalie (1820–55),
T d. Carl
Aug. Hippe, Riemermeister in
P., u. d. Christiana
Wilh. Saupe;
⚭ 1868 Jerta (1848–1925),
T d. Moritz Pienitz (1800–91), Advokat u.
Bgm. in
P., u. d. Henriette Pilling; 3
S (1 früh
†),
u. a. Otto (1881–1941), Mitinhaber d. Firma
Heinr. H.Leben ↑
Haensels Vorbereitung für den Eintritt in das väterliche Unternehmen in Pirna und für die spätere Teilhaberschaft bestand in kaufmännischer Lehrzeit und Besuch der Handelsschule in Dresden und in zahlreichen Geschäftsreisen in In- und Ausland. 1867 baute er eine bereits vom Vater betriebene Darstellung von alkoholischen Likör-Essenzen für die Großherstellung aus, und er hat das Verdienst, in der Fabrikation der ätherischen Öle einen Weg beschritten zu haben, der zu einer wesentlichen Vervollkommnung dieser Erzeugnisse führte. Intensive Beschäftigung mit der chemischen Seite der Herstellungsvorgänge führte ihn zu der Feststellung, daß – entgegen der herrschenden Meinung – die sauerstoffhaltigen Bestandteile der ätherischen Öle die aromatisch wirksamen seien, nicht aber die sauerstofffreien Terpene. 1875 begann er, mittels einer von ihm selbst konstruierten und ihm 1876 patentierten Spezial-Apparatur aus dem Kümmelöl durch fraktionierte Destillation das Carven abzuscheiden und so das reine, geruchlich und geschmacklich weit intensivere Carvon zu isolieren. Gleichzeitig betrieb er die fabrikmäßige Herstellung von Carvon und weiteren terpenfreien ätherischen Ölen wie Pfefferminzöl, Nelkenöl, Lavendelöl, Thymianöl, Bergamotteöl, Fenchelöl. Sauerstoffhaltige Bestandteile in Citronen- und Pomeranzenöl wurden erst durch ihn 1878 bekannt und erregten das besondere Interesse der Wissenschaft. Durch die Abtrennung der Terpene wird eine höhere Konzentration der geruchs- und geschmacksgebenden Bestandteile der einfachen ätherischen Öle erzielt, außerdem
|eine bessere Löslichkeit und größere Haltbarkeit. Auf Vertiefung seiner Kenntnisse bedacht, besuchte Haensel zwischen 1875 und 1877 die polytechnische Schule in Dresden. – Haensel erwarb mit seinen Produkten Anerkennung und Preise auf internationalen Ausstellungen (unter anderem Weltausstellung Philadelphia 1876, Paris 1900, Grand Prix). 1898 gründete er zu dem Unternehmen in Pirna eine Zweigfabrik in Aussig. Unter seinen Nachfolgern wurde in den Jahren vor dem 2. Weltkrieg die Firma nach Holzminden verlegt und besteht dort heute als Gesellschaft mit beschränkter Haftung weiter. Neben seiner Tätigkeit als Fabrikant und Chemiker nahm er regen Anteil am öffentlichen Leben
|Auszeichnungen ↑
Stadtverordneter Vorsteher
u. Ehrenbürger
v. Pirna, fast 40
J. Mitgl. d. Handelskammer Dresden,
Mitgl. d. 2.
sächs. Ständekammer, Vorsitzender
d. Komm. f. J.ber. u. Statistik,
KR (1890),
GKR (1912).
Literatur ↑
Hist.-Biograph.
Bll.,
Ind., Handel u. Gewerbe, 1897/99;
100 J.
Heinr. Haensel, 1949
(P);
Dt. Zeitgenossen-
Lex., 1905.
Portraits ↑
Phot. (München,
Dt. Mus.,
P -
Slg. d.
Bibl.).
Autor ↑
Grete RongeEmpfohlene Zitierweise ↑
Ronge, Grete, „Haensel, Heinrich Gustav“,
in: Neue Deutsche Biographie
7
(1966), S.
446 f.
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd136779344.html
Haensel, Gustav
Name: Haensel, Gustav
Namensvariante: Thaddäus, Heinrich Gustav
Lebensdaten: 1841 bis 1923
Geburtsort: Pirna (Sachsen)
Sterbeort: Pirna (Sachsen)
Beruf/Lebensstellung: Chemiker; Fabrikant
Konfession: lutherisch
Autor NDB:
Ronge, GretePND: 136779344