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NDB-Artikel

<< Beck, Carl     Beck. >>

Beck, Oscar

* 18.11.1850 Nördlingen, 22.1.1924 München. (evangelisch)


GenealogieLebenLiteraturPortraitsAutorZitierweise

Genealogie  
V Carl Beck (s. 3); 10.5.1879 Hedwig (1857–1942), T des Oberkonsistorialrates August von Burger, München; S Heinrich (1889–1973).

Leben  
Carl Gottlob ist der Begründer der Beck'schen Buchhandlung mit Verlag in Nördlingen, der heutigen C. H. Beck'schen Verlagsbuchhandlung (Hauptverlagssitz München), die jetzt von der 5. Generation im Familienbesitz geführt wird. Er kaufte im September 1763 die Mundbachsche Buchdruckerei und Buchhandlung in der freien Reichsstadt Nördlingen. Wagemutig, geistig beweglich und geschäftstüchtig überwand er die kleinen Verhältnisse der stillen Landstadt, knüpfte mit den fürstlichen Höfen (Wallerstein, Öttingen, Thurn und Taxis), den Klöstern und protestantischen Geistlichen der Umgebung geschäftliche Beziehungen an und baute einen wissenschaftlichen Verlag auf, indem er vielbändige gelehrte Handbücher aus verschiedenen Wissensgebieten ins Leben rief. Als ältester Sohn übernahm Carl Heinrich, zuerst für seine Mutter, seit 1815 auf eigene Rechnung die väterliche Firma und gab ihr seinen Namen. Die Heirat brachte ihm die Mittel zu Ausbau und Erweiterung ein: Angliederung einer lithographischen Anstalt und eines Antiquariats, das in den 50er und 60er Jahren Weltruf erlangte; der Verlag trat dagegen zurück. Nach seinem Tod führte seine Frau mit Geschick und Kenntnis den Betrieb weiter, seit 1836 unterstützt von ihrem Sohn Carl, der seit 1846 das väterliche Geschäft selbständig führte und ein vielseitig gebildeter, aufrechter, weitblickender, sozial denkender, politisch mutiger und religiöser Mann war. Er gab dem Verlag Gesicht und Gewicht: von nun an stehen Theologie (J. Ch. K. von Hofmann, W. Löhe) und Rechtswissenschaft im Vordergrund, letztere bis heute (volkstümlich geworden sind die einheitlich ausgestatteten, vorzüglich bearbeiteten Gesetzesausgaben und Kommentare des Verlags). Die von ihm mit K. Brater 1851 ins Leben gerufene erste verwaltungsrechtliche Zeitschrift in Deutschland erlebte 85 Jahrgänge. Als Nachfolger Carl Becks ist hier Ernst Rohmer zu nennen, dessen Name sich mit dem der|Familie Beck unlöslich verband. (Rohmer heiratete die Witwe von Carl Beck). Unter ihm bekam der Verlag, der ursprünglich stark örtlich und territorial gebunden war, einen über Deutschlands Grenzen hinaus bekannten Namen. In dieser Zeit verlegte Beck z. B. die Werke des Rechtsgelehrten, Philosophen, Kirchenmannes und Politikers J. C. Bluntschli und begründete 1860 mit H. Schultheß den Europäischen Geschichtskalender, von dem mehr als 80 Jahrgänge erschienen sind; er widmete sich auch der Bewegung des Altkatholizismus (I. von Döllinger, J. Friedrich). Oscar, Teilhaber seit 1.1.1878, wurde am 1.7.1884 alleiniger Leiter der Firma, die damals aus Verlag, Buchdruckerei, Nördlinger Anzeigeblatt, Sortiment und Antiquariat bestand (heute nur noch Verlag und Druckerei). Mit der Verlegung des Verlags nach München 1889 - die Druckerei blieb in Nördlingen - hängt die Firmenbezeichnung C. H. Beck'sche Verlagsbuchhandlung (Oscar Beck) München zusammen. Im Jahre 1933 ist Berlin als weiterer Verlagsort hinzugetreten. Der zielbewußten, umsichtigen Arbeit Oscar Becks dankt der Verlag seinen Ruf in der wissenschaftlichen Welt. Große neue Gebiete hat er dem Verlag erschlossen: Altertums- und Erziehungswissenschaft mit vielbändigen Handbüchern, darunter das von Iwan von Müller begründete, von W. Otto ausgebaute Handbuch der (klassischen) Altertumswissenschaft, das Handbuch des deutschen Unterrichts von A. Matthias mit den grundlegenden Werken von F. Kauffmann und G. Ehrismann, Literatur- und Sprachwissenschaften (hier sind vor allem auch die für das gebildete Bürgertum bestimmten Biographien wie A. Bielschowsky, „Goethe", K. Berger, „Schiller", M. J. Wolff, „Shakespeare“ zu nennen), Geschichte und Politik, Philosophie (J. Volkelt). In gleicher Weise pflegte Oscar Beck auch die angestammten Gebiete Theologie (O. Zöckler, H. Strack, Johannes Müller) und Jurisprudenz (P. Allfeld, J. von Henle, R. von Landmann, J. W. Planck, L. von Seuffert). Auch die schöne Literatur (K. Klein, „Fröschweiler Chronik“, A. Sperl, A. Sapper, W. Flex) fand Berücksichtigung. Aus der Zeit nach dem ersten Weltkrieg sind als kennzeichnend für die Bedeutung des Verlags u. a. zu nennen die Werke O. Spenglers und A. Schweitzers, die historisch-kritischen Gesamtausgaben der Werke Nietzsches, Schellings und Keplers.

Literatur  
ADB XLVI; Verlagskat. d. C. H. B.'schen Verlagsbuchhandlung O. B. in München 1763-1913, mit einer geschichtl. Einl. v. Oscar B. (P); H. Beck, Zum Geleit, in: Der Aquädukt, Ein Jb., hrsg. im 175. Jahre d. C. H. B.'schen Verlagsbuchhandlung 1763-1938 (mit einem Katalogteil).

Portraits  
Karl Gottlob B.: Radierung v. P. Hahn; Carl Heinrich B.: Ölgem. v. Hirschmann; Carl B.: Ölgem. v. A. Bruckmann.

Autor  
Annemarie Meiner
Empfohlene Zitierweise  

Meiner, Annemarie, „Beck, Oscar“, in: Neue Deutsche Biographie 1 (1953), S. 697 f. [Onlinefassung]; URL: http://www.deutsche-biographie.de/pnd116101989.html

Quelle/Vorlage: 
NDB 1 (1953), S.  697 f.
Erwähnungen: 
NDB 1 (1953), S. 697*
NDB 22 (2005), S. 1*

PND: 116101989
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Index

Beck, Oscar

Name: Beck, Oscar
Lebensdaten: 1850 bis 1924
Geburtsort: Nördlingen
Sterbeort: München
Beruf/Lebensstellung: Verlagsbuchhändler
Konfession: evangelisch
Autor NDB: Meiner, Annemarie
PND: 116101989

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Beck, Oscar

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116101989

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