<< de Haen, Carl Johann Eugen
Händel, Georg Friedrich >>
Händel, Christoph Christian
evangelischer Theologe,
* 1671 Heilsbronn,
† 30.7.1734 auf der Wülzburg.
Genealogie
| Leben
| Werke
| Literatur
| Autor
| Zitierweise
Genealogie ↑
V Gottfried (1644–98),
Gen.sup. in Ansbach (s.
ADB X),
S d. Pfarrers Andreas in Thuisbrunn u. Hetzelsdorf;
M Anna
Kath. (
* 1639),
T d. Sigismund Theophil Staden (1607–55), Organist u. Stadtpfeifer in Nürnberg, Komponist (s.
ADB 35), u. d. Susanna Nürnberger;
⚭ Wittenberg 6.6.1693 Euphrosyne Sophie (um 1672-
n. 1734),
T d. Michael Walther (1638–92),
Prof. d.
Math., dann d.
Theol. in Wittenberg (s.
ADB 41) (
S d. Michael W., 1593–1662,
Prof. d.
Theol. in Helmstedt,
Gen.-sup. zu Aurich u. Celle); kinderlos.
Leben ↑
Händel studierte in Altdorf und Wittenberg. Dort promovierte er als Adjunkt der Philosophischen Fakultät zum Licentiat theol. Seine theologische Laufbahn begann er im Studentenalter von 22 Jahren als Pfarrer und Superintendent von Wassertrüdingen. 1695 wurde er in Ansbach Stiftsprediger, 1698 auch Hofprediger und 1702 auch Generalsuperintendent, so daß er mit 31 Jahren das höchste geistliche und kirchliche Amt des Fürstentums Brandenburg-Ansbach innehatte. Er war ein glänzender Kanzelredner, aber auch ein treuer Seelsorger seiner Landesherren, denen er ernst ihre Pflichten gegen ihre Untertanen ins Gewissen rief. 1709 wurde er plötzlich während einer Krankheit des Markgrafen Wilhelm Friedrich von diesem ohne Angabe eines Grundes seiner Stellung als fürstlicher Beichtvater entbunden. Als Händel theologische und kirchenrechtliche Einwendungen erhob, wurde er als Pfarrer und Superintendent nach Schwabach versetzt. Händel kämpfte nun in zahlreichen Flugschriften leidenschaftlich sowohl um seine Ehre als um die Geltung des kirchlichen Grundgesetzes, daß auch der Summus episcopus seinen Beichtvater nicht ohne weiteres wechseln könne. Weiteste Kreise unterstützten ihn dabei. Die Gegenseite schwieg ebensowenig. Über 30 Streitschriften erschienen. Der Kampf wurde auf beiden Seiten auch mit persönlichen Angriffen geführt. 1714 gelang es dem Markgrafen, Händel auf umstrittenem Hoheitsgebiet in seine Gewalt zu bekommen. Händel wurde auf der Wülzburg gefangengehalten, 1719 durch einen besonders zusammengesetzten Gerichtshof zum Tod ver
|urteilt, dann aber zu lebenslänglichem Gefängnis begnadigt.
Werke ↑
Neben d. Streitschrr. einzelne Predigtslgg. u. einzelne Predigten.
Literatur ↑
ADB X;
J. A. Vocke, Geburts- u. Totenalm. Ansbacher
Gel. … II, Augsburg 1797, S. 72 ff.
(W-Verz.);
Th. Wotschke, Aus Briefen d. Regensburger
Sup. Serpilius, in:
Zs. f.
bayer. KG 1, 1926, S. 102-06, 110;
M. Simon, Der Fall
H.,
ebd. 13, 1938, S. 68-108.
Autor ↑
Matthias SimonEmpfohlene Zitierweise ↑
Simon, Matthias, „Händel, Christoph Christian“,
in: Neue Deutsche Biographie
7
(1966), S.
437-438
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd100819346.html
Händel, Christoph Christian
Name: Händel, Christoph Christian
Lebensdaten: 1671 bis 1734
Geburtsort: Heilsbronn
Sterbeort: auf der Wülzburg
Beruf/Lebensstellung: evangelischer Theologe; Generalsuperintendent in Ansbach
Konfession: evangelisch
Autor NDB:
Simon, MatthiasPND: 100819346