<< Hadwig
Häberlin, Johannes >>
Hadwiger, Victor
Dichter,
* 6.12.1878 Prag,
† 4.10.1911 Berlin-Charlottenburg.
Genealogie
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| Werke
| Literatur
| Portraits
| Autor
| Zitierweise
Genealogie ↑
V Oberstabsarzt;
M N. N. (
† 1902);
⚭ Else Strauß (
* 1877).
Leben ↑
Hadwiger verbrachte seine Kindheit in Przemysl und Kaschau, besuchte die Gymnasien in Kremsmünster, später in Arnau, Pilsen und Kaaden. Er studierte seit 1899 in Prag, ohne einen Abschluß zu finden, Germanistik und Philosophie, unter anderem bei August Sauer und Adolf Hauffen. 1900 erschien die erste, noch unreife Sammlung „Gedichte“. Im Sommer 1901 unternahm Hadwiger eine Reise nach Paris, dessen geistiges Leben ihn sehr beeindruckte. In Prag fand er Anschluß an Gleichgesinnte: er lernte Gustav Meyrink kennen und war befreundet mit den Prager Schriftstellern Paul Leppin und Oskar Wiener, mit dem Schauspieler Alexander Moissi und dem Maler Richard Teschner. 1902 kam es nach dem Tode seiner Mutter zu einem Bruch mit seinem Vater. Im Sommer 1903 ermöglichte ihm ein Stipendium der „Gesellschaft zur Förderung deutscher Wissenschaft, Kunst und Literatur“ die Übersiedlung nach Berlin. Dort war inzwischen sein zweiter Gedichtband „Ich bin“ (1903) erschienen, die Sammlung seiner meist lebensbejahenden, oft freirhythmischen, von moderner französischer Literatur beeinflußten Verse. In Berlin lebte Hadwiger unter schwersten Bedingungen. Er war für die „Vossische Zeitung“ als Kritiker tätig. Nur von Zeit zu Zeit wurden vereinzelte Dichtungen von ihm in Zeitschrif
|ten abgedruckt. Er fand Freunde unter den Berliner Dichtern der Bohème. Die Heirat mit Else Strauß schien eine Wendung der äußeren Verhältnisse zu bringen. Da riß ein früher Tod den 32jährigen Dichter aus dem Leben. – Hadwiger gehört zu den Frühvollendeten, er hinterließ ein schmales, zu Unrecht vergessenes reifes dichterisches Werk. Todesahnung, Lebensnot und Schicksalhaftigkeit menschlichen Seins erfüllen seine nur in einer kleinen postumen Auswahl gesammelten Gedichte seit 1903. Sie sind im Stil von einer artistischen Vollendung. Ekstatisch-visionäre Züge nahmen den Expressionismus vorweg, von dem ihn aber noch eine dekadente und symbolistische Auffassung trennte. Auch seine Prosa, gesammelt in der kurz nach seinem Tode erschienenen Rahmenerzählung „Abraham Abt“ (1912), zeichnet sich durch einen ausgeprägten Jugendstil in Motivik und Metaphorik aus. In den letzten Jahren schrieb Hadwiger einige realistische, sehr unheimliche und grausige Erzählungen.
Werke ↑
Weitere W
Blanche, – Des Affen Jogo Liebe u. Hochzeit, Liebesgeschichten, 1911;
Wenn unter uns ein Wandrer ist, Ausgew. Gedichte, Aus d. Nachlaß
hrsg. v. A. Ruest, 1912 (
P: Holzschn. v. J. Höxter);
Der Tod u. d. Goldfisch [Szene], 1913;
Il Pantegan, 1919.
Literatur ↑
P. Leppin, in:
Dt. Art. 11, 1912, S. 398-400
(P);
F. J. Schneider, V. H, Ein
Btr. z. Gesch. d. Expressionismus in d.
dt. Dichtung d. Gegenwart, 1921;
BJ 16 (
Tl. 1911,
L).
Portraits ↑
Ölbild
v. F. Michl,
Abb. in:
Dt. Arb., s.
L.
Autor ↑
Paul RaabeEmpfohlene Zitierweise ↑
Raabe, Paul, „Hadwiger, Victor“,
in: Neue Deutsche Biographie
7
(1966), S.
419 f.
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd118719793.html