<< Beck, Johann
Beck, Johann Tobias >>
Beck, Johann Ferdinand
Schauspieler und Theaterdirektor,
* vor 1700 Sachsen,
† nach 1743.
Genealogie
| Leben
| Literatur
| Portraits
| Autor
| Zitierweise
Genealogie ↑
T Hauptdarstellerin seiner Truppe.
Leben ↑
Beck, wie mancher seiner Genossen gleichzeitig Zahnarzt, trat 1715 als Prinzipal der „Hochteutschen Sächsischen Comoedianten” in Köln auf. Ausgedehnte Wanderfahrten führten ihn durch Deutschland, in die Schweiz und die Niederlande. Seit dem 17.9.1731 konnte er seine Truppe, die aus etwa 13-17 Personen bestand, „Hoch-Fürstliche Waldeckische privi
|legirte Hochteutsche Sächsische Hof-Comoedianten“ nennen. In Mainz, wo er nach 1743 zuletzt nachzuweisen ist, errichtete Beck ein eigenes hölzernes Bühnenhaus. Zugleich mit den schauspielerischen Darbietungen zeigte er Marionettenspiele, Schattenspiele und den Bühnenapparat zur Geltung bringende
sog. „Maschines“. Beck verbreitete den in Wien von Joseph Anton Stranitzky entwickelten Typ des Hans Wurst in ganz Deutschland.
Literatur ↑
ADB II;
J. Schwietering, J. F.
B. in Hamburg, in:
Ztschr. d.
Ver. f. Hamburg.
Gesch. 21, 1916, S. 155-67
(P);
M. Jacob, Kölner Theater im XVIII.
Jh. bis
z. Ende d. reichsstädt. Zeit (1700–1794), S. 15, 16, 18, 19
u. ö., in: Die Schaubühne 21, 1938
(P);
M. Fehr, Die wandernden Theatertruppen in d. Schweiz, S. 80-82 u. ö„ in: 18.
Jb. 1948 d. Schweizer.
Ges. f. Theaterkultur, 1949
(P);
Kosch, Theater-Lex. 1951 ff.
Portraits ↑
Kupf. v. Ch. F. Fritzsch filius, 1735/36 (
German. Mus. Nürnberg),
Abb. b. J. Schwietering, M. Jacob u. M. Fehr
(s. L).
Autor ↑
Eckehard CatholyEmpfohlene Zitierweise ↑
Catholy, Eckehard, „Beck, Johann Ferdinand“,
in: Neue Deutsche Biographie
1
(1953), S.
702 f.
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd13590434X.html
<< Beck, Johann
Beck, Johann Georg >>
Beck, Johann Ferdinand
Leben
| Autor
| Zitierweise
Leben ↑
Beck: Johann Ferdinand B., Chef einer Komödiantenbande im Anfang des 18. Jahrhunderts, welche den Titel "hochfürstlich Waldecksche privilegirte hochdeutsche Hofkomödianten-Gesellschaft" führte. In jener Zwischenperiode, welche das Ende Magister Walther's und den Beginn der Neuberin scheidet, spielt
B. eine typische Rolle, welche doch theilweise wieder eine gewisse Eigenart bewahrt. Das deutsche Schauspielwesen, versunken in Gemeinheit und wüste Brutalität, hatte noch zum Ueberfluß auch die nationale Farbe verloren, der alte echtdeutsche Hanswurst war fast überall dem welschen Harlekin und den Possencharakteren der italienischen Volkskomödie gewichen.
B. war um nichts feiner und edler als die Genossen — ließ er sich doch 1703 durch einen Kupferstich verherrlichen, der ihn als "Hanswurst und Zahnbrecher" darstellte —, aber er bewahrte den alten rohen Hanswurst-Charakter in Gestalt, Wesen und Namen, so daß die Theatergeschichte ihm wenigstens den negativen Ruhm gönnen muß, daß er mit Sitte und Anstand nicht auch das Vaterland geopfert habe. Noch im Jahre 1736 kündigte er in Hamburg die große Haupt- und Staats-Action an: "Das große Ungeheuer der Welt, oder Leben und Tod des ehemals gewesenen kaiserlichen Generals Wallenstein, Herzog von Friedland, mit Hanswurst". — Näheres über sein Leben und Sterben ist nicht bekannt.
Autor ↑
Förster.Empfohlene Zitierweise ↑
Förster, „Beck, Johann Ferdinand“,
in: Allgemeine Deutsche Biographie
2
(1875), S.
215
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd13590434X.html?anchor=adb
Beck, Johann Ferdinand
Name: Beck, Johann Ferdinand
Lebensdaten: vor 1700 bis nach 1743
Geburtsort: Sachsen
Beruf/Lebensstellung: Schauspieler; Theaterdirektor
Konfession: keine Angabe
Autor NDB:
Catholy, EckehardAutor ADB:
FörsterPND: 13590434X