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<< Haas, Otto     Haas, Karl Friedrich Wilhelm >>

Haas, Philipp

Textilfabrikant und Erfinder, * 7.6.1791 Wien, 3.6.1870 Vöslau (Niederösterreich). (katholisch)


GenealogieLebenLiteraturAutorZitierweise

Genealogie  
V Philipp (1759–1818), kam um 1790 völlig unbemittelt als Webergeselle n. Wien, erwarb in Gumpendorf e. eigene Werkstätte u. hinterließ e. beachtliches Vermögen, S d. Bauern Jakob in Kühlbach b. Passau u. d. Gertrud Hötzl; M Anna|(1758-1847), T d. Webers Michael Zechbauer u. d. Anna N. N.; Wien 1829 Sabine (1800–47), T d. Webers Anton Aumann u. d. Franziska Graf; 3 S, 1 T , u. a. Robert (1825–76), Eduard H. Rr. v. Teppichen (1827–80), beide Mitinh. d. Fa. „Philipp Haas u. Söhne“, letzterer vergrößerte d. Unternehmen noch durch weitsichtige kaufm. Führung, Förderer d. Museums f. angew. Kunst in W. (s. ÖBL); E (S d. Eduard) Philipp H. Frhr. v. Teichen (1859–1926), zog sich aus d. Fam.-unternehmen zurück, das 1883 mit Hilfe d. engl. Fa. John Crossley in Halifax in e. AG umgewandelt wurde, Bühnenschriftsteller (s. Kosch, Theater-Lex.).

Leben  
Haas wuchs am Webstuhl auf und besuchte die Manufactur-Zeichenschule Sankt Anna. Früh zeigten sich zwischen dem strebsamen Sohn und dem im Produktionsverfahren am Althergekommenen verhafteten Vater persönliche Spannungen. Als Haas an der Zeichenschule mit einem ersten Preis in Höhe von 60 Gulden ausgezeichnet worden war, verwendete er dieses Kapital zur Gründung einer eigenen Werkstätte 1810. Nachdem er seine Werkstätte auf 60 Stühle emporgebracht hatte, gelang ihm die Erfindung eines Regulators für den Webstuhl, der es ihm ermöglichte, konkurrenzfähige sogenannte glatte Organtine herzustellen. Auf den Regulator, durch den die Feinheit dünner Gewebe durch größere Dichte erhöht wurde, erhielt er 1822 ein kaiserliches Privileg. Ein zweites Privileg wurde ihm 1823, ein drittes 1826 erteilt, beide für die Erfindung einer Vorrichtung an Spitzenmaschinen, so daß er von da an sogenannten Spitzengrund oder Bobbinet zu erzeugen vermochte. Einen weiteren Erfolg errang Haas schließlich durch die Erfindung einer chemischen Substanz, die die Steife und Klarheit von sogenannten Linon-Stoffen erhöhte. Auf Grund dieser technischen Verbesserungen nahm das Unternehmen einen raschen Aufstieg. Seit 1825 hatte Haas sich auf die Herstellung von Kleider- und Westenstoffen spezialisiert, von Kattunen, Baumwollstoffen und Musselinen in englischer Qualität; seit dem Beginn der 40er Jahre kamen die Teppichfabrikation und die Erzeugung von Möbeldamasten hinzu. Die letztere geschah in einer 1845 in Mitterndorf bei Wien erworbenen Handweberei, in der aber bald 30 mechanische Stühle aufgestellt wurden. Eine eigene Garn- und Stoffärberei war angeschlossen. 1849 wurden in Hlinsko in Böhmen Schafwollsamt- (Velour d'Utrecht) Webereien errichtet. Seit 1852 wurden ferner in einem neu errichteten Werk zu Ebergassing die ersten mechanischen Teppichwebstühle in der Donaumonarchie verwendet. Schließlich gründete Haas 1856 in Bradford in England eine Fabrik für Wolldamaste – 1860 besaß die Firma fünf große Werke und beschäftigte über 1000 Arbeiter. Die Erzeugnisse des Hauses wurden vielfach ausgezeichnet.

Literatur  
F. Haymerle, Biogr. Charakterbilder auf d. Gebiete d. Gewerbes, d. Kunst u. Industrie, 1894; Die Großindustrie Österreichs IV, 1898, S. 365 ff.; J. Mentschl, Österr. Wirtsch.pioniere, 1959, S. 23-28; ders. u. G. Otruba, Österr. Industrielle u. Bankiers, 1965, S. 86-90; Wurzbach VI; ÖBL.

Autor  
Gustav Otruba
Empfohlene Zitierweise  

Otruba, Gustav, „Haas, Philipp“, in: Neue Deutsche Biographie 7 (1966), S. 377 f. [Onlinefassung]; URL: http://www.deutsche-biographie.de/pnd136780199.html

Quelle/Vorlage: 
NDB 7 (1966), S. 377 f.

PND: 136780199
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Index

Haas, Philipp

Name: Haas, Philipp
Lebensdaten: 1791 bis 1870
Geburtsort: Wien
Sterbeort: Vöslau (Niederösterreich)
Beruf/Lebensstellung: Textilfabrikant; Erfinder
Konfession: katholisch
Autor NDB: Otruba, Gustav
PND: 136780199

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Haas, Philipp

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