<< Haack, Carl Otto Rudolph
Haag, Heinrich Daniel Maria Ritter von >>
Haacke, Johann Wilhelm
Zoologe,
* 23.8.1855 Clenze Kreis Lüchow,
† 6.12.1012 Lüneburg. (evangelisch)
Genealogie
| Leben
| Werke
| Literatur
| Autor
| Zitierweise
Genealogie ↑
V Joh. Wilh.,
Kaufm. u. Brauer in
C.,
S d.
Kaufm. u.
Bgm. Joh. Heinr. in
C. u. d.
Cath. Sophie Nöldecke;
M Wilh. Frieder. Louise,
T d. Verwalters
Ludw. Chrstn. Wacker in Schnega u. d. Louise
Cath. Frieder. Passow;
⚭ Adelaide 1883 Emily (
* 1860),
T d. Carl
v. Bertouch,
Grundbes. u. Gen.agent in Adelaide, u. d. Anna Fischer; 1
S , 1
T .
Leben ↑
Haacke studierte in Jena Zoologie (Promotion 1878 unter Haeckel zum doctor philosophiae), wurde 1878 Assistent in Jena, 1879 in Kiel, wanderte 1881 nach Neuseeland aus, leitete 1882-84 das Museum in Adelaide (Australien), kehrte 1886 nach Deutschland zurück und war 1888-93 Zoodirektor in Frankfurt/Main; 1890 habilitierte er sich an der Technischen Hochschule Darmstadt für Zoologie, blieb dort bis 1897 Privatdozent, arbeitete danach als Privatgelehrter und war zuletzt Gymnasial-Oberlehrer. Haacke hat zunächst morphologisch (unter anderem über Korallen und Medusen), später sehr vielseitig gearbeitet. Er entdeckte 1884 (unabhängig von Caldwell), daß der Ameisenigel Eier ablegt. Er beschäftigte sich auch mit Fragen der Tierhaltung und förderte (unter anderem durch eine Sammlung deutscher Vögel) den Ausbau des Frankfurter Zoologischen Gartens. Besonders interessiert war er an Problemen der Entwicklungslehre. Dem „Neo-Darwinismus" Weismanns stellte er einen „geläuterten Lamarckismus" entgegen und suchte die „Vererbung erworbener Eigenschaften“ durch seine „Gemmarientheorie“ zu erklären (Aufbau des Eiplasmas aus kleinen und verschiebbaren Einheiten). Neben solchen verfehlten Ansichten enthalten seine Schriften brauchbare Ansätze. Haacke prägte den Begriff „Orthogenesis“, den später Th. Eimer übernahm, und war von der Nichtumkehrbarkeit der Entwicklung überzeugt. Bemerkenswert sind seine Kreuzungsversuche mit weißen Kletter- und farbigen Tanzmäusen, deren Ergebnisse (Kreuzungsschema für 2 Merkmalspaare) den Erkenntnissen Mendels entsprechen (Gestaltung und Vererbung, 1893). Weiteren Kreisen ist er als Mitarbeiter von „Brehms Tierleben“ und durch „Das Tierleben der Erde“ (1900-1902) bekanntgeworden.
Werke ↑
Weitere W u. a.
Zur Blastologie d. Korallen, in: Jena.
Zs. f. Naturwiss. 13, 1879;
Der Nordpol als Schöpfungscentrum d. Landfauna, in:
Biol. Zbl. 6, 1887, S. 363-70;
Biol., Gesamtwiss. u.
Geogr.,
ebd., S. 705-18;
Die Schöpfung d. Tierwelt, 1893;
Die Schöpfung d. Menschen u. s. Ideale, 1895;
Aus d. Schöpfungswerkstatt, 1897;
Grundriß d. Entwickelungsmechanik, 1897;
Karl Ernst
v. Baer, 1905.
Literatur ↑
V. Goering, in: Die Entwicklung d. zoolog. Gartens zu Frankfurt/Main
v. 1858-1908, 1908;
G. Uschmann, in:
Gesch. d.
Zool. u. d. zoolog. Anstalten in Jena 1779-1919, 1959;
H. Stubbe, in: Kurze
Gesch. d. Genetik
b. z. Wiederentdeckung d. Vererbungsregeln Gregor Mendels, 1963;
Briefe
H.s an Haeckel, Ernst-Haeckel-Haus d.
Univ. Jena
(P).
Autor ↑
Georg UschmannEmpfohlene Zitierweise ↑
Uschmann, Georg, „Haacke, Johann Wilhelm“,
in: Neue Deutsche Biographie
7
(1966), S.
367
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd116344385.html