<< Gwinner, Arthur Philipp Friedrich Wilhelm von
Gymnich >>
Gyger (Geiger), Hans Conrad
Kartograph,
* 22.7.1599 Zürich,
† 25.9.1674 Zürich. (reformiert)
Genealogie
| Leben
| Werke
| Literatur
| Portraits
| Autor
| Zitierweise
Genealogie ↑
Aus Zürcher
Bürgerfam.;
V Hans
Gg. (
† 1639), Glasmaler in
Z. (s.
ThB),
S d. Martin (
† 1583), aus Radolfszell, Abt
v. St. Georg
z. Stein, wird 1580
ref., legitimiert s. Kinder durch Eheschließung u. erhält 1583 d. Bürgerrecht in
Z.;
M Verena Leemann aus
Z.;
Ov Christoph (
† 1626),
Dr. med.,
Prof. d. Naturlehre in
Z., Astrologe, Philipp (1569–1623), Schul- u. Rechenmeister,
Vf. v. Rechenbüchern;
Vt Joh. Rudolf (1603–62),
Dr. med.,
Prof., Stadtarzt,
Joh. Kaspar (1609–76), Goldschmied;
⚭ Herisau 8.1.1627 Elisabeth,
T d. Jörg Meyer; 3
S, 3
T ,
u. a. Joh. Gg. (1627–87), Maler, Amtmann nach Küsnacht (s.
ThB), Hans
Frdr. (1652–84), Goldschmied.
Leben ↑
Gyger wurde 1647 zum Amtmann am Kappeler Hof in Zürich ernannt. Er arbeitete als Maler, vor allem als Glasmaler. Ganz besondere Bedeutung aber gewann er durch zahlreiche Karten von zürcherischen und anderen Landschaften, des Kantons Zürich und der Schweiz. Seine Arbeiten standen in Verbindung mit der Zürcher Vermessungsschule und den zürcherischen Instrumentenbauern Philipp Eberhart und Leonhard Zubler. Zubler und Johann Ardüser waren Gygers Mitarbeiter. Besonders wichtig und berühmt ist die Karte des Kantons Zürich von 1667 im Maßstab 1: 32 000. Diese ist in zwei Ausführungsformen erhalten. Das eigentliche Original ist ein Ölgemälde von 223 cm Breite und 222 cm Höhe. Das zweite Stück besteht aus 56 Einzelblättern in Form linearer und leicht getuschter Zeichnungen (beide erhalten, Besitz des Kantons Zürich). Die Karte ist von einer erstaunlichen Vermessungsgenauigkeit. Die genaue Vermessung des Kantons Zürich, die Gyger im Auftrage des Staates durchführte, schloß eine Kontrolle des militärischen Meldesystems, der sogenannten „Hochwachten“, ein. Überlieferte Netzpläne zeigen, daß Gyger graphisch eine Triangulation höherer und niederer Ordnung durchführte. Die bedeutende Stellung in der Geschichte der Kartographie wird auch dadurch bedingt, daß es die erste Karte ist, die von einer vogelschauartigen Schrägansicht der Berge zu ihrer Horizontalprojektion überging, überdies durch die schattenplastisch-malerische Behandlung der Erdoberflächenformen die erste Reliefkarte überhaupt wurde. Diese Art der Darstellung wurde erst viel später (um 1880) wieder angewendet, seit man in der Kartographie den lithographischen Vielfarbendruck verwenden konnte. Ohne Vorläufer und während mehr als 200 Jahren ohne Nachfolger, kann mit Berechtigung „Gygers Zürcher Karte … als weitaus die schönste Blüte bezeichnet werden, welche die Kartographie in älterer Zeit auf unserm (Schweizer) Boden, ja vielleicht überhaupt, getrieben hat“ (Wolf).
Werke ↑
Register
üb. G.s Risse u.
Schrr. (Zürich, Staatsarchiv);
Marchenbeschreibung d. Zürchergebietes
v. 1664 (
ebd.);
Karte d.
Kt. Zürich, vollendet 1667,
Faks.-
Ausg. 1944 (Reliefkarte);
dass. (in 56 Einzelbll.),
Faks.-
Ausgg. 1891, 1965.
Literatur ↑
R. Wolf, C.
G., Ein
Btr. z. sürcher. Kulturgesch., 1846;
ders.,
Gesch. d. Vermessungen in d. Schweiz, 1879;
E. Imhof, H. C.
G. aus Zürich 1599-1674, in:
Gr. Schweizer Forscher, 1939
(P);
ders., H. C.
G.s Karte d.
Kt. Zürich
v. J. 1667, in: Atlantis, Zürich,
Jg. 16, 1944;
SKL;
HBLS (unter Geiger, P;
auch f. Fam.);
ThB (unter Geiger).
Portraits ↑
Bleistiftzeichnung (Zürich,
Zentralbibl.),
Abb. in:
Gr. Schweizer Forscher, 1939.
Autor ↑
Eduard ImhofEmpfohlene Zitierweise ↑
Imhof, Eduard, „Gyger, Hans Conrad“,
in: Neue Deutsche Biographie
7
(1966), S.
362
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd121024091.html