<< Gutbier.
Gutbier, Ludwig Wilhelm >>
Gutbier, Felix Alexander
Chemiker,
* 21.3.1876 Leipzig,
† 4.10.1926 Jena.
Genealogie
| Leben
| Werke
| Literatur
| Autor
| Zitierweise
Genealogie ↑
V Karl (1843–1916),
Kaufm.,
Fabrikbes.,
S d.
Herm. Eugen (1812–77), Goldarbeiter u. Senator in Langensalza, u. d. Marie
Wilh. Fischer;
M Fanny Thilo (1846–1919);
⚭ 1) Erlangen 1902 (
⚮ 1916) Olga (
* 1882),
T d. Otto Fischer (1852–1932),
Prof. d. Chemie in Erlangen (s.
NDB V
*) u. d. Hermine Schwalbe, 2) Stuttgart 1919 Gertrud Gaugier (1894–1953); 3
S aus 1),
u. a. Rolf (
* 1903),
Prof. f. Städtebau u. Entwerfen a. d.
TH Stuttgart.
Leben ↑
Gutbier studierte in Dresden, München, Zürich und Erlangen bei W. Hempel, O. Fischer, F. Foerster und insbesondere bei A. Werner, der seine wissenschaftliche Laufbahn in entscheidender Weise beeinflußte. Er promovierte 1899 in Erlangen, wo er sich 1902 mit der Schrift „Studien über das Tellur“ habilitierte und 1907 außerordentlicher Professor wurde. 1912 wurde er als ordentlicher Professor für Elektrochemie und chemische Technologie an die Technische Hochschule Stuttgart berufen, 1922 nach Jena (Direktor des chemischen Laboratoriums). Hier bemühte er sich erfolgreich um eine Fakultätentrennung, das heißt eine selbständige mathematisch-naturwissenschaftliche Fakultät neben der philosophischen.
Gutbiers wissenschaftliche Bedeutung liegt auf den Gebieten der anorganischen Chemie, der Komplexchemie und insbesondere der Kolloidchemie. Ausgehend von Untersuchungen über kolloides Tellur, gelang es ihm unter anderem, Silber, Platinmetalle, Gold, Silicium, Selen, Quecksilber, Bor, Arsen, Antimon, Kupfer, Wismut in kolloider Form herzustellen. In diesem Zusammenhang untersuchte er zahlreiche, vielfach organische Stoffe auf ihre Wirksamkeit als Schutzkolloide (unter anderem Stärke, Saponin, Gelatine) und erfand einen Schnelldialysator. Der thermische Weg, Strahlungsbeeinflussung, Elektrolyse, Zerstäubung wur
|den als Hilfsmittel der Kolloidsynthese erprobt. Im Rahmen der komplexchemischen Arbeiten wurde eine große Zahl von Verbindungen, zumal der Platinmetalle, erstmalig hergestellt und untersucht. Hieraus wie aus der Analyse kolloider Systeme ergab sich die Ausarbeitung analytischer Verfahren und Trennungsmethoden und als schwierigstes Ergebnis die Bestimmung umstrittener Atomgewichte (Pd, Te, Bi).
Werke ↑
W u. a.
Prakt. Anleitung
z. Maßanalyse, 1905,
41924 (mit L. Birkenbach);
Kolloidale Metalle d. Pt-Reihe, in: Journal f.
prakt. Chemie 71, 1905;
Stud. üb. anorgan. Kolloide, in: Kolloid-
Zs. 4 u. 5, 1909;
Stud. üb. Schutzkolloide, 14 Reihen,
ebd. 18-33, 1916-23;
Stärke als Schutzkolloid, in: Kolloidchem. Beihefte 5, 1913;
Leitfaden d. qualitativen Analyse, 1920;
Schnelldialysator, in:
Berr. d.
dt. chem. Ges. 55, 1922;
Goethe,
Ghzg. Carl August u. d. Chemie in Jena, 1926.
Literatur ↑
L. Birkenbach, in:
Berr. d.
dt. chem. Ges. 59, 1926,
Abt. A;
G. F. Hüttig. in:
Zs. f.
angew. Chemie 40, 1927;
Die Sippe Gutbier, 5.
Jg.,
Nr. 8, 1945, S. 22-25
(P).
Autor ↑
Josef ReitstötterEmpfohlene Zitierweise ↑
Reitstötter, Josef, „Gutbier, Felix Alexander“,
in: Neue Deutsche Biographie
7
(1966), S.
337 f.
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd116931361.html
Gutbier, Alexander
Name: Gutbier, Alexander
Namensvariante: Gutbier, Felix Alexander
Lebensdaten: 1876 bis 1926
Geburtsort: Leipzig
Sterbeort: Jena
Beruf/Lebensstellung: Chemiker
Konfession: evangelische Familie
Autor NDB:
Reitstötter, JosefPND: 116931361