<< Bechtolsheim, Clemens Wenzeslaus Nikodemus Alexander Maria Freiherr von Mauchenheim genannt Bechtolsheim
Beck. >>
Beck (Becke)
sächsische Orgelbauerfamilie, 16. Jahrhundert.
| Leben
| Werke
| Literatur
| Autor
| Zitierweise
Leben ↑
Drei Generationen hindurch stellte die Familie Beck weithin anerkannte „Orgelmacher“. Der älteste,
Hans Beck (
* um 1490,
† zwischen 1557 und 1560), lebte in Großenhain und erbaute von hier aus mehrere Orgeln im sächsischen Raum (Halle, Delitzsch, Oschatz). Die Wertschätzung seines Wirkens äußert sich
u. a. darin, daß sein zweiter Sohn
Esajas Beck (
* um 1540 Großenhain,
† 8.4.1587 Halle,
⚭ 1577 Jungfer Barbara Grübers aus Großenhain) auf Kosten der Stadt Großenhain zum Studium in die „Fürstenschule“ Schulpforta gesandt wurde (29.9.1554), so daß er später zugleich als
clarus organorum musicorum architectus und als vir doctus bezeichnet werden konnte. Im Handwerk vermutlich durch den Vater ausgebildet, übernahm er dessen Arbeitsbeziehungen und wurde der um 1570-80 führende Orgelbaumeister im Raum Halle, wo er um 1564 das Bürgerrecht erwarb. Neue Orgeln baute er in Löbejün, Halle, Bitterfeld und Naumburg; in Leipzig und Aschersleben führte er Reparaturen durch. Auch sein älterer Bruder
Anton Beck (
† 1563) war Orgelmacher, jedoch sind von ihm nur kleinere Arbeiten bekannt (Delitzsch, Halle). Um so mehr ragt sein in Halberstadt ansässiger Sohn
David Beck (
* wohl vor 1565,
† nach 1597) hervor: Zwar sind nur wenige Werke von ihm bekannt, doch wurden dieselben von den Zeitgenossen als Meisterwerke betrachtet, insbesondere die Orgel in der Schloßkirche zu Gröningen bei Halberstadt, zu deren feierlicher „Orgelprobe“ (1596) 53 Organisten aus ganz Deutschland beigezogen wurden. Erhaltene Dispositionen dieser Orgeln zeigen, daß schon gegen Ende des 16. Jahrhunderts wesentliche Elemente des barocken deutschen Orgelklangideals verwirklicht waren und daß die Meister der Familie Beck zu dessen Bahnbrechern zu zählen sind.
|Werke ↑
v. Hans B.: Hauptorgel d. alten Marienkirche zu Halle (1514–17); große u. kleine Orgel d. Stadtkirche zu Delitzsch (1520), Ägidienkirche zu Oschatz (1555/56);
v. Esajas B.; Löbejün
b. Halle (1564), Moritzkirche Halle (1569), Ulrichskirche Halle (1573), Stadtkirche Bitterfeld (1579/80), Dom Naumburg (um 1580), Marienkirche Halle (1584–1587,
Fertigstellung durch Tod verhindert); v. David B.: Marienkirche Halle (1587/88,
Fortführung u. Vollendung nach Esajas' Tod, Disposition b. M. Prätorius, Syntagma musicum II,
Neuausg. S. 177),
St. Martini in Halberstadt (um 1590,
Disposition b. M. Prätorius, ebenda, S. 181 ff.), Schloßkirche Groningen (1592–96,
Disposition b. M. Prätorius, ebenda, S. 188 f.).
Literatur ↑
J. Pertucchius, Chronicon Portense … Libri II, Leipzig 1612; M. Prätorius, Syntagma musicum II: De organographia, Wolfenbüttel 1615,
Faks. hrsg. W. Gurlitt, 1929; J. G. Olearius, Halygraphia Topo-Chronologica …, Leipzig 1667; A.
Werckmeister, Organum Gruningense redivivum, Quedlinburg 1705; J. G. Walther, Musical.
Lex. …, Leipzig 1732;
Riemann; A. Werner, Zur
Musikgesch. v. Delitzsch, in: Archiv f.
Musikwiss.,
Jg. 1, 1918/19; W. Serauky,
Musikgesch. d. Stadt Halle I, 1935, II, 1942, in:
Btrr. z. Musik-F,
hrsg. v. Max Schneider
(W, L)Autor ↑
Georg ReichertEmpfohlene Zitierweise ↑
Reichert, Georg, „Beck“,
in: Neue Deutsche Biographie
1
(1953), S.
695 f.
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd13977002X.html
Beck
Name: Beck
Namensvariante: Becke
Lebensdaten: gestorben 16. Jahrhundert
Beruf/Lebensstellung: sächsische Orgelbauerfamilie
Konfession: keine Angabe
Autor NDB:
Reichert, GeorgPND: 13977002X