<< Grotefend, Georg Friedrich
Groth, Claus Johannes >>
Grotefend, Ernst Heinrich Hermann
Archivar und Historiker,
* 18.1.1845 Hannover,
† 26.5.1931 Schwerin (Mecklenburg).
Genealogie
| Leben
| Werke
| Literatur
| Portraits
| Autor
| Zitierweise
Genealogie ↑
V Karl (1807–74),
Archivdir. in
H.,
Mitbegr. d.
Gesamtver. d.
dt. Gesch. u. Altertumsvereine, Mitarbeiter d. MG (s.
ADB IX),
S d.
Gg. Frdr. (s. 1);
M Mathilde (1811–51),
T d. Domänenpächters Benjamin
Jak. Lutteroth u. d.
Joh. Jakobine Sophie Bornemann;
⚭ 1) Breslau 1872 Alice (1852–1904),
T d. Tierarztes Dr. Karl Ulrich in Breslau u. d. Marie
Aug. Wilh. Schiepe, 2) Breslau 1910 Hedwig (1856–1919),
Wwe d. Tierarztes
Ludw. Brandis,
T d. Lehrers August Unger in Breslau u. d. Karoline Kuhnert; 3
S, 2
T aus 1),
u. a. Otto (1873–1945),
Staatsarchivdir. in Stettin, dann in
H. (
W s.
DW), 2. Ehe kinderlos;
E Ulrich (1907–45), Archivar.
Leben ↑
Grotefend studierte seit Ostern 1864 in Göttingen zunächst Medizin; erst seit Sommersemester 1867 erscheint er endgültig als Student der Geschichtswissenschaft. Seine Lehrer waren in erster Linie G. Waitz und in einem Berliner Zwischenstudium 1869/70 Ph. Jaffé. 1870 promovierte er in Göttingen über Otto von Freising und wurde am Staatsarchiv in Breslau angestellt. Maßgeblichen Einfluß hatte Kolmar Grünhagen auf seine archivarische Schulung. Schon 1874 erhielt er eine selbständige Stellung als kommissarischer Leiter des kleinen Staatsarchivs in Aurich, 1876 wurde er Stadtarchivar in Frankfurt a. M., wo er ein wenig geglücktes neues Archivgebäude im Rohbau vorfand und in der Ausgestaltung desselben sowie in der Gliederung und Vermehrung der Bestände Bedeutendes leistete. Seine erste deutsche Edition von Archivinventaren wurde vorbildlich. 1887 wurde er auf Empfehlung des Herzogs Johann Albrecht von Mecklenburg zum Leiter des Geheimen und Hauptarchivs in Schwerin berufen. (1899 Titel Geheimer Archivrat, 1920 Archivdirektor, 1921 pensioniert.) Die mangelhaft gewordene Organisation des Schweriner Archivs erfuhr durch die von Grotefend geschaffene Benutzungs- und Gebührenordnung, eine neue Dienstordnung und durch die Einführung des Provenienzprinzips eine durchgreifende Verbesserung. 1909-11 wurde nach seinen Plänen und Erfahrungen ein völlig neuer Archivbau aufgeführt. – Mehr noch als durch seine überragende Tüchtigkeit als praktischer Archivar ist Grotefend als Wissenschaftler bekannt geworden. Bereits 1872 erschien sein „Handbuch der Historischen Chronologie“, dessen bis heute grundlegende 2. Auflage als „Zeitrechnung des deutschen Mittelalters und der Neuzeit“ 1891-98 herauskam (I: Glossar und Tafeln; II 1: Kalender der Diözesen Deutschlands, der Schweiz und Skandinaviens; II 2: Ordenskalender, Heiligenverzeichnis, Nachträge und Glossar).
|Noch bekannter wurde er durch das 1898-1928 von ihm selbst noch in 6 Auflagen bearbeitete „Taschenbuch der Zeitrechnung des deutschen Mittelalters und der Neuzeit“, das zum unentbehrlichen Handwerkszeug jedes Historikers gehört (
101960 erweitert). Daneben förderte er, eine sehr kontaktreiche Persönlichkeit, die Landesgeschichte durch Veröffentlichungen, Redaktionsarbeit (unter anderem Herausgabe des Mecklenburgischen Urkundenbuchs Band 15-22) und führende Mitwirkung in den geschichtlichen Vereinigungen.
Werke ↑
Weitere W u. a.
Stammtafeln d.
schles. Fürsten
b. z. J. 1740, 1875,
21889;
UB d.
Fam. v. Heimbruch, 2
Bde. u. Stammtafel, 1882-87;
Der Königsleutnant
Gf. Thoranc in Frankfurt a. M., Aktenstücke
üb. d. Besetzung d. Stadt durch d. Franzosen 1759–62, 1904;
Abriß d.
Chronol. d.
dt. MA u. d. Neuzeit, 1906,
21912;
vollst. Verz. b. F. Stuhr, s.
L.
Literatur ↑
O. Ruppersberg, H.
G. als Frankfurter Stadtarchivar, in;
Korr.bl. d.
Gesamtver. d.
dt. Gesch.- u. Altertumsvereine 77, 1929,
Sp. 255-58;
F. Stuhr, in: Mecklenburg.
Jbb. 95, 1931, S. I-XII
(W-Verz., P);
P. Zimmermann, in: Archival.
Zs., Folge 3,
Bd. 7, 1931, S. 301-08;
O. Grotefend, Die Sippe Grotefend in 5
Jhh., 1940, S. 49-51;
H. Cordshagen, Das Mecklenburg. Landeshauptarchiv Schwerin unter H.
G. (1887-1921), in: Archivmitt. 10, 1960, S. 126-33.
Portraits ↑
Ölgem.
v. Ferd. Meyer, 1902 (Schwerin, Archiv).
Autor ↑
Theodor UlrichEmpfohlene Zitierweise ↑
Ulrich, Theodor, „Grotefend, Ernst Heinrich Hermann“,
in: Neue Deutsche Biographie
7
(1966), S.
165 f.
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd116874732.html
Grotefend, Hermann
Name: Grotefend, Hermann
Namensvariante: Grotefend, Ernst Heinrich Hermann
Lebensdaten: 1845 bis 1931
Geburtsort: Hannover
Sterbeort: Schwerin (Mecklenburg)
Beruf/Lebensstellung: Archivar; Historiker
Konfession: evangelische Familie
Autor NDB:
Ulrich, TheodorPND: 116874732