<< Gropius.
Gropius, Martin Carl Philipp >>
Gropius, Carl Wilhelm
Maler,
* 4.4.1793 Braunschweig,
† 20.2.1870 Berlin.
Genealogie
| Leben
| Auszeichnungen
| Werke
| Literatur
| Portraits
| Autor
| Zitierweise
Genealogie ↑
V Wilh. Ernst (1765–1852), Wegebaumeisler in Braunschweig, später
Bes. e. Maskenfabrik u. e. Figurentheaters in Berlin,
S d. Pastors
Gg. Siegfr. Ludw. in Räbke
b. Helmstedt u. d. Sophie
Dor. Christine Henne;
M Lucie
Henr. Graeffer (1771–1811);
B Ferdinand (1796-
n. 1830), Dekorationsmaler,
Teilh. d.
G.schen Buch- u. Kunsthandlung (s.
ThB), George (1802–42), Mitbegründer u. seit 1831 Alleininhaber d.
G.schen Buch- u. Kunsthandlung, schloß der Buchhandlung Verlag u.
Leihbibl. f. d. Jugend an, Mitbegründer d. Berliner
Verlegerver. u. 1836 Begründer d. „
Unterstützungsver. dt. Buchhändler u. Buchhandlungsgehilfen“;
Vt Martin (s. 2);
⚭ 1) 1820 Claudine (1801–27),
T d. Rittergutsbes. Coste in Machnow, 2) Jeanette Judée (1776–1655); 1
S , 2
T aus 1),
u. a. Paul (1821–88), Maler, übernimmt vom
V d. „Diorama“ u. 1868 d. Stellung d. 1. Dekorationsmalers d.
Kgl. Theaters,
Bes. e. Steinpappenfabrik f. Innendekoration [s.
ThB).
Leben ↑
Nach Ausbildung bei seinem Vater erwarb Gropius auf Reisen im Ausland Kenntnisse in der Landschaftsmalerei. Dann war er für verschiedene Berliner Theater als Dekorationsmaler tätig (nach eigenen, zum Teil auch Schinkels Entwürfen; 1820 königlicher Theaterinspektor, Hoftheatermaler bis 1868). Im Königlichen Lagerhaus in der Klosterstraße zeigte er Ansichten „merkwürdiger Bauwerke und Naturgegenstände“ und eröffnete 1827 mit seinen Brüdern nach dem Vorbild des Franzosen Daguerre das damals weitberühmte „Diorama“, Georgen-/Ecke Universitätsstr. Neben Dioramen, Gegenstände in natürlicher Größe zeigenden durchscheinenden Bildern (meist von Gropius, viele auch vom befreundeten Schinkel), gab es dort einen Kunstsaal und zeitweise ein sogenanntes Berliner Kabinett, das „die neuesten Produkte der Berliner Künstler“ ausstellte. Außerdem hatten die Brüder die „boutiques à prix fixe“ eingerichtet; in den benachbarten Räumen wurden Kostbarkeiten aus fernen Ländern sowie Kinderbücher und Spielzeug eigener Fabrikation feilgeboten. Am bekanntesten aber wurde und blieb der angeschlossene Kunstverlag (Gropiussche Buch- und Kunsthandlung, gegründet 1827), in dem besonders Berliner Ansichten, aber auch Pläne in Stichen und Steindrucken erschienen und weite Verbreitung fanden. – Gropius, der in seiner Person eine gute malerische Begabung mit gesundem Geschäftssinn und Humor vereinigte – er gilt als Repräsentant des Berliner Witzes im Vormärz –, hat das Berliner Kulturleben jahrzehntelang mitbestimmt, außerdem in seinem Atelier für Theaterdekorationen, Dioramen und Landschaftsveduten eine ganze Reihe jüngerer Berliner Künstler ausgebildet
|Auszeichnungen ↑
1822
Mitgl. d. Berliner
Ak.Werke ↑
W Die Theaterdekorationen und Dioramen von G. sind nicht mehr erhalten. Neben d. unten erw. Interieur u. d. Selbstbildnis im Märk. Mus. Berlin früher auch versch. Interieurs in preuß. Schlössern sowie einige Gem. in Privatbes., vieles in v. G. hrsg. Tafelwerken abgebildet, u. a.
in: Maler. Ansichten …, 1823 (mit J. Schoppe);
Dekorationen auf d. beiden
kgl. Theatern, 1827.
Literatur ↑
ADB IX;
Wegweiser f. Fremde u. Einheimische durch Berlin u. Potsdam u. d. umliegende Gegend …, 1821, S. 221;
W. Mila, Berlin
od. Gesch. d. Ursprungs, der allmähligen Entwicklung u. d. jetzigen Zustandes dieser Hauptstadt …, 1829, S. 495;
Berlin wie es ist, 1831, S. 157 f.;
S. H. Spiker, Berlin u. s. Umgebungen im 19.
Jh. …, 1833, S. 47 f., 59 f.;
zahlr. Erwähnungen im zeitgenöss. Schrifttum, bes. in d. Reisehandbüchern. - Zu G. als Maler:
A. Rosenberg, Die Berliner Malerschule, Berlin 1879,
Anm. 2) S. 333 f.;
ThB.
Portraits ↑
v. J. Schrader, Rom 1836,
Abb. in: Auktionskat. K. E. Henrici Berlin,
Nr. 98, 1924, Tafel XIV rechts;
Nicht sicher, ob. G. od. einer s. Brüder: Selbstbildnis Gropius (Berlin, Märk.
Mus.);
G.s Wohnzimmer mit Selbstbildnis, Aquarell, um 1835 (
ebd.);
Zeichnung
v. G.
v. Schadow, 1831 (Göttingen.
Slg. Frau
Prof. A. Kaibel);
J. Schoppe,
G. mit Schoppe
u. a. in Salzburger Landschaft (Dresden,
Staatl. Gem.slg.).
Autor ↑
Irmgard WirthEmpfohlene Zitierweise ↑
Wirth, Irmgard, „Gropius, Carl Wilhelm“,
in: Neue Deutsche Biographie
7
(1966), S.
132
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd11686625X.html
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Gropius, Karl Wilhelm
Leben
| Autor
| Zitierweise
Leben ↑
Gropius: Karl Wilhelm G., Decorationsmaler, geb. den 4. April 1793 in Braunschweig, gest. in Berlin den 20. Febr. 1870, kam als Kind mit seinen Eltern nach Berlin und versuchte sich als Jüngling zuerst in kleinen Theaterdecorationen für das Maskenverleihgeschäft seines Vaters. Studienreisen führten ihn zu seiner weiteren Ausbildung durch Deutschland, die Schweiz und nach Paris. Hierher kehrte er noch später zurück um die Einrichtung des Dioramas von Daguerre und Bouton kennen zu lernen. Am 20. Octbr. 1827 eröffnete er eine ähnliche Anstalt in Berlin, die durch mehr als zwanzig Jahre zu den Sehenswürdigkeiten der Hauptstadt gehörte.
G. stand vielfach in Wechselbeziehung zu Schinkel, der eine große Anzahl von Decorationen für die große und berühmte Werkstatt von
G. entworfen hat, welche auch publicirt sind. Zahlreiche andere Werke Gropius' gehen auf Skizzen Blechen's zurück.
G. selbst war ein höchst geschickter Künstler in seinem Fach, der schon 1822 als Mitglied in die Berliner Akademie aufgenommen wurde, und dessen Werkstatt noch heute unter der Führung seines Sohnes ihren verdienten Ruf bewahrt hat. Mehrere namhafte Maler sind aus derselben hervorgegangen. In dem vormärzlichen Berlin spielte er zugleich durch seinen schlagfertigen harmlosen Witz eine Rolle; ein großer Theil jener damals in Menge in Flugblättern erscheinenden illustrirten Berliner Redensarten, Witze, Carricaturen gehen von
G. aus.
Autor ↑
Dohme.Empfohlene Zitierweise ↑
Dohme, Robert, „Gropius, Karl Wilhelm“,
in: Allgemeine Deutsche Biographie
9
(1879), S.
733 unter Gropius, Karl Wilhelm
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd11686625X.html?anchor=adb