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Gro(h)mann, Nikolaus

Steinmetz und Baumeister, * um 1500, 29.11.1566 Gotha.


GenealogieLebenLiteraturAutorZitierweise

Genealogie  
N. N.; zahlr. K, u. a. Daniel, Maler (1564 Dekorationsarbb. in d. Veste Heldburg ?), Sebastian (mit B Daniel 1562 z. Lehre in d. Niederlanden), Bildhauer (um 1560–75 Wandepitaphien f. Hzgn. Agnes v. Sachsen, Hzg. Joh. Friedrich III. v. Sachsen u. f. Hzg. Joh. Wilhelm v. Sachsen, alle Weimar, Stadtkirche), Hans, 1571 als Geselle Sebastians erwähnt.

Leben  
|Gromann tritt 1537 urkundlich als Steinmetz und jüngst angenommener Baumeister des Kurfürsten Johann Friedrich I. von Sachsen bei Bauarbeiten am Schloß Osterstein in Weida (Thüringen) auf. Von 1542 datiert sein Plan zum Umbau des Klosters (später Schloß Ehrenburg) in Coburg. 1543 überarbeitet er die Kirche des Schlosses Hornstein in Weimar und wird Silvester dieses Jahres als kurfürstlicher Baumeister auf Lebenszeit angestellt. Von diesem Zeitpunkt an bezeugen Akten Jahr für Jahr Entwurfsarbeiten und Bauaufsicht Gromanns in Thüringen und Sachsen.
1544/45 begann er mit der Errichtung der Schloßkirche und anderen Bauarbeiten am Schloß Hartenstein in Torgau. Vor 1547 baute er den Torbau an der Südwestecke des Weimarer Schlosses Hornstein (seit dem 19. Jahrhundert „Bastille“ genannt), um 1549 das Doppelhaus am Weimarer Markt (das „Cranachhaus“, in dem Lucas Cranach der Ältere 1552/53 wohnte und starb) und sein eigenes Wohnhaus neben dem ehemaligen Kloster in Weimar (später „Lützelburger Haus“ genannt; 1945 bombenbeschädigt, 1948 abgebrochen). 1548-51 erbaute Gromann das Wasserschloß in Wolfersdorf bei Neustadt (Thüringen) (später „Fröhliche Wiederkunft" genannt). 1553 stellt er Schloß Grimmenstein in Gotha wieder her und errichtet 1560-66 den „Neuen Bau“ auf der Veste Heldburg. 1562-66 folgte die Errichtung des „Neuen Baues“ in Weimar als Gartenschloß (heute umgebaut und erweitert als Thüringische Landesbibliothek) und 1562-64 der Bau des Altenburger Rathauses nach Gromanns Plan, aber nicht unter seiner Leitung.
Gromann hat bedeutenden Anteil an der Einführung der Renaissancebauweise in Thüringen. In der Zeit bis 1560 dominieren in seinem Schaffen noch die Renaissance-Schmuckformen (Erker, Giebel, Tor) an gotisch empfundenen Gebäuden. In seinen späten Hauptwerken, den „Neuen Bauten“ in Weimar und Heldburg, wie auch am Rathaus von Altenburg (Thüringen), äußert sich echte Baugesinnung der Renaissance.

Literatur  
W. Engst, Wohnhausbau u. Bauwesen d. Renaissance in Weimar, ca. 1923 (ungedr., Weimar, Landeshauptarchiv); H. Heubach, Gesch. d. Schloßbaues in Thüringen 1620–70, 1927; W. Wennig, Schmuckformen d. thüring. Baukunst im 16. u. 17. Jh., 1939; W. Scheidig, Zur Baugesch. d. Weimarer Bibl., in: Zs. d. Ver. f. thüring. Gesch. u. Altertumskde., Beih. 23, 1941, S. 1-33; W. Thomae, Thüring. Kunstgesch., 31951; Eva Schmidt, Die Stadtkirche zu St. Peter u. Paul in Weimar, 1955; ThB (L).

Autor  
Walther Scheidig
Empfohlene Zitierweise  

Scheidig, Walther, „Gromann, Nikolaus“, in: Neue Deutsche Biographie 7 (1966), S. 125 f. [Onlinefassung]; URL: http://www.deutsche-biographie.de/pnd123929288.html

Quelle/Vorlage: 
NDB 7 (1966), S. 125 f.

PND: 123929288
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Index

Grohmann, Nikolaus

Name: Grohmann, Nikolaus
Namensvariante: Gromann, Nikolaus
Lebensdaten: um 1500 bis 1566
Sterbeort: Gotha
Beruf/Lebensstellung: Steinmetz; Baumeister
Konfession: katholisch
Autor NDB: Scheidig, Walther
PND: 123929288

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Grohmann, Nikolaus

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123929288

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