<< Greiner, Johann Gotthelf
Greinz, Rudolf >>
Greiner, Leo
Schriftsteller und Dramaturg,
* 1.4.1876 Brünn (Mähren),
† 21.8.1928 Berlin. (israelitisch)
Genealogie
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| Zitierweise
Genealogie ↑
V Gabriel (
† 1876),
Kaufm.;
M Therese Wesely;
⚭ Erna,
T d.
Kaufm. Zdenek Urfus; 2
T .
Leben ↑
Nach der Gymnasialzeit in Kronstadt (Siebenbürgen) ging Greiner 1895 nach München und studierte dort Literaturwissenschaft und Ästhetik. 1901 fand er Anschluß an den Kreis um Wedekind und war Mitbegründer und für kurze Zeit künstlerischer Leiter des literarischen Kabaretts „Die elf Scharfrichter“. Mit W. von Scholz gab er die Zeitschrift „Der Frühling“ heraus und redigierte die „Deutsch- Französische Rundschau“. Später ging er nach Berlin und war bis zu seinem Tode Dramaturg im S. Fischer-Verlag. – Greiner begann mit ornamentaler, neuromantischer Lyrik, in der er seine Lenau verwandte, unruhevolle Wehmut auszudrücken suchte. Später orientierte er sich am neuklassischen Drama P. Ernsts und versuchte, in eigenen Dramen (unter anderem „Herzog Boccaneras Ende“, 1908) nicht allein seiner Dichtung festere Konturen zu geben, sondern auch seine Lebensunsicherheit und Schwermut mit Hilfe des neugewonnenen ästhetischen und ethischen Haltes zu überwinden. Nach Teilnahme am 1. Weltkrieg (als Oberleutnant) trat er kaum mehr mit neuen Werken hervor. Während seine Gedichte und Dramen schon bald in Vergessenheit gerieten, erfuhren seine Übertragungen und Nachdichtungen aus dem Mittelhochdeutschen, Griechischen und Chinesischen wegen ihrer sprachlichen Treue und Geschlossenheit freundliche Beurteilung.
Werke ↑
Weitere W u. a.
Das Jahrtausend
(lyr.-ep. Dichtung um Otto III.), 1900;
Lenau
(Monogr.), in: Die Dichtung 16, 1904;
Der Liebeskönig, 1905
(Drama);
Das Tagebuch, 1906,
21912
(Gedichte);
Städte u. Landschaften,
hrsg. v. L.
G. seit 1906;
Lysistrata
(Komödie frei n. Aristophanes), 1908;
Ein Kampf ums Licht - Lenau, Sein Leben, Lieben u. Leiden, Briefe - Aufzeichnungen - Gedichte,
ausgew. u.
biogr. verbunden
v. L.
G., = Die Bücher d. Rose XIV, 1911;
Arbaces u. Panthea
(Schauspiel n. Beaumont u. Fletcher), 1911;
Altdt. Novellen, Nach d. Mittelhochdt., 2
Bde., 1912, I,
41922, II,
31922;
Chines. Abende, Novellen u. Geschichten in Gemeinsch. mit Tsou Ping Shou aus d.
chines. Ursprache übertragen
v. L.
G., 1913, 5. u. 6. T., 1923.
Literatur ↑
H. Franck, L.
G., in: Das
lit. Echo 12, 1909/10,
Sp. 1139-48
(P);
L.
G., Im Spiegel,
Autobiogr. Skizzen,
ebd.,
Sp. 1147 f.;
E. Lissauer, Über d. Gedichte L.
G.s,
ebd., S. 270 f.;
H. Kasack, L.
G., in: Weltbühne 24, II, 1928, S. 341;
S. Wininger, Große Jüd. Nat.-Bibliogr. II, 1927, S. 520 f.;
Soergel;
DBJ X (
Tl. 1928,
W,
L);
Kosch, Lit.-Lex.;
ÖBL;
Enc. Jud.Portraits ↑
Lith. v. K. Bauer,
Abb. in:
Soergel II, S. 143.
Autor ↑
Wilhelm BietakEmpfohlene Zitierweise ↑
Bietak, Wilhelm, „Greiner, Leo“,
in: Neue Deutsche Biographie
7
(1966), S.
39
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd116830980.html
Greiner, Leo
Name: Greiner, Leo
Lebensdaten: 1876 bis 1928
Geburtsort: Brünn (Mähren)
Sterbeort: Berlin
Beruf/Lebensstellung: Schriftsteller; Dramaturg
Konfession: jüdisch
Autor NDB:
Bietak, WilhelmPND: 116830980