<< Baumbach, Adolf
Baumberger, Ernst >>
Baumbach, Rudolf
Schriftsteller,
* 28.9.1840 Kranichfeld/Ilm,
† 21.9.1905 Meiningen. (evangelisch)
Genealogie
| Leben
| Werke
| Literatur
| Portraits
| Autor
| Zitierweise
Genealogie ↑
V Karl Julius Gustav Baumbach (1812–47), Arzt in Kranichfeld, herzolicher Hofmedicus in Meiningen;
M Marie Luise Caroline (1817–1909),
T des Oberrechnungsrats Johann Henning (1771–1846), aus Heiligkreutz (Bayern);
Gvv Johann Ernst Friedrich Christian Baumbach (1768–1853), Kriminalrat in Meiningen;
B Karl Adolf Baumbach (1844–96), Oberbürgermeister in Danzig, 2. Vizepräsident des Reichstags, Mitglied des Herrenhauses.
Leben ↑
|Baumbach, der in Meiningen aufgewachsen war, studierte 1860-64 in Leipzig, Würzburg und Heidelberg Naturwissenschaften; 1864 promovierte er hier zum
Dr. phil. Nachdem er den Gedanken der Habilitation aufgegeben hatte, wurde Baumbach Lehrer in Graz und Brunn und nahm 1868 eine Stelle als Erzieher im Hause Afendulis in Goerz an. Mit dieser Familie übersiedelte er 1870 nach Triest, wo er dann seit 1881 als freier Schriftsteller lebte. 1885 nach Meiningen zurückgekehrt, erhielt er 1888 den Hofratstitel. - In Triest hatten Freunde Baumbach gedrängt, eine Alpenvereins-Zeitung „Enzian“ herauszugeben. Damit begann seine literarische Laufbahn. Der erste große Erfolg wurde „Zlatorog“. Während der 80er Jahre war Baumbach neben V. von Scheffel und J. Wolff der populärste deutsche Dichter. Manche seiner Lieder werden noch heute gesungen. Scheffels Schule gab Baumbach die Möglichkeit, sein oberflächliches, aber gefälliges Talent zu entfalten: einen frischen,
z. T. burschikosen Ton und die Kunst des leicht eingehenden Verses. P. Heyse hat die Bezeichnung „Butzenscheibenlyrik“ aufgebracht, unter der Baumbach in die Literaturgeschichte eingegangen ist.
Werke ↑
u. a. Zlatorog (Eine Alpensage), 1877 (
üb. 100
Aufl.,
v. V. Gluth,
v. H. Schmitt u.
v. A. Thierfelder einer Oper,
v. letzterem auch einer Kantate zugrunde gelegt); Lieder eines fahrenden Gesellen (darunter „Lindenwirtin“,
v. F.
Abt. komponiert), 1878; Horand u. Hilde (Epos), 1878; Truggold (Erzählung aus d. 17.
Jh., unter d.
Ps. Paul Bach, schon 1876 als „Die Goldmacher“ in d. Königsberger Hartungschen
Ztg.), 1878; Neue Lieder eines fahrenden Gesellen, 1880; Frau Holde (Gedicht), 1881; Sommermärchen, 1881; Spielmannslieder, 1881; Mein Frühjahr (
Ges. Gedichte aus „Enzian“), 1882; Von d. Landstraße (Lieder, darunter „Heute ist heut“), 1882; Wanderlieder aus d. Alpen, 1882; Abenteuer u. Schwänke (Alten Meistern nacherzählt), 1883; … Kaiser Max u. seine Jäger (Dichtung), 1888; … Thür. Lieder, 1891; Neue Märchen, 1892; Aus meiner Jugendzeit (Erzählung), 1893; Bunte Blätter (Gelegenheitsgedichte), 1897;
vollst. Verz. b. Kosch, Lit.-Lex. I.
Literatur ↑
K. E. Franzos, Die
Gesch. d. Erstlingswerks, 1894
(P);
A. Stern,
Stud. z. Lit. d. Gegenwart, 1895;
K. Fuchs, R.
B., 1898
(P);
A. Selka, R.
B., 1924
(L);
E. Dietz, R.
B.,
Diss. Jena 1933
(L);
F. Tenner, R.
B. als Heimatdichter, 1938.
Portraits ↑
Lichtdruck in:
Kat. d.
P-
Slg. d.
k. k. Generalintendanz Wien, 1892–94, S. 19.
Autor ↑
Heinz Otto BurgerEmpfohlene Zitierweise ↑
Burger, Heinz Otto, „Baumbach, Rudolf“,
in: Neue Deutsche Biographie
1
(1953), S.
654 f.
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd118653857.html