<< Bauer, Johann Christian
Bauer, Karl von >>
Bauer, Johannes Christian Ludwig August
evangelischer Theologe,
* 12.9.1860 Wiesloch (Baden),
† 10.1.1930 Heidelberg.
Genealogie
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| Werke
| Literatur
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Genealogie ↑
V Friedrich Carl Bauer, Kirchenrat, Dekan und Stadtpfarrer in Lahr (Baden);
⚭ 16.10.1884 Minna (1862–1928),
T des Fabrikanten G. A. Ringwald in Emmendingen (Baden); 2
S, 2
T.
Leben ↑
Bauer war 1882-92 im Dienst der Vereinigten Evangelisch-Protestantischen Landeskirche in Baden tätig, wurde 1892 Privatdozent für praktische Theologie in Marburg, 1900 außerordentlicher Professor daselbst, 1907 ordentlicher Professor für praktische Theologie in Königsberg, 1910 als Nachfolger von Heinrich Bassermann ordentlicher Professor und Direktor des praktisch-theologischen Seminars in Heidelberg. Mit der Berufung in diesen Wirkungskreis kehrte Bauer in den Bereich der Badischen Landeskirche zurück, mit der er immer innerlich verbunden war und die ihn theologisch wesentlich bestimmt hat. Einen durch feinsinniges geschichtliches Verständnis geprägten und stark von Schleiermacher bestimmten kirchlichen Liberalismus vertretend, hat er unmittelbar auf seine Heimatkirche ge
|wirkt als Mitglied der Verfassunggebenden Generalsynode von 1919 und der Evangelischen Kirchenleitung seit 1920. - Bauers schriftstellerische Arbeit war im wesentlichen drei Fragengebieten zugewandt: Als Historiker wurde er immer wieder von der Predigt und der praktischen Theologie Schleiermachers angezogen, der er mehrere Monographien gewidmet hat; weiter beschäftigte ihn das eigentümliche Phänomen der Union in der Badischen Landeskirche. Diese seit 1821 bestehende Union ist im Gegensatz zur preußischen Union, welche den Unterschied der Bekenntnisse bestehen läßt, eine echte Consensus-Union mit eigenem Unionsbekenntnisstand und Unionskatechismus, in der der Unterschied von Luthertum und Reformiertentum aufgehoben sein soll. Am nachhaltigsten hat Bauer gewirkt durch seinen Entwurf zu einem „Kirchenbuch für die evangelisch-protestantische Landeskirche im Großherzogtum Baden“ von 1912, der der Generalsynode 1914 vorgelegt wurde. Zwar haben auf das erst 1930 endgültig gestaltete und heute noch in Gebrauch stehende Kirchenbuch auch andere Agenden, Entwürfe und Materialsammlungen wesentlichen Einfluß gehabt, doch ist Anlage, Stil und Grundstock durch Bauers Entwurf bestimmt geblieben. Von der neueren liturgischen Bewegung noch wenig beeinflußt, zeichnet sich die Agende aus durch Reichtum an Stoff, besonnene und feinfühlige Auswahl und abgewogene Textgestaltung.
Werke ↑
u. a. Die Trostreden d. Gregorius
v. Nyssa in ihrem Verhältnis
z. antiken Rhetorik, 1892; Predigten
üb. Worte Jesu, 1903; Schleiermachers letzte Predigt, 1905; Schleiermacher als patriot. Prediger, 1908; Schleiermachers Predigten
üb. d.
christl. Hausstand, 1911;
Stud. z. einigen Abschnitten d. Kirchenbuchs, 1912; Die Union
v. 1821, 1921; Kurze Übersicht
üb. d. Inhalt d. neutestamentl.
Schrr.,
21925; Konfirmandenunterricht, Religionsunterricht, Katechismus, 1923.
Literatur ↑
RGG.
Autor ↑
Friedrich Karl SchumannEmpfohlene Zitierweise ↑
Schumann, Friedrich Karl, „Bauer, Johannes Christian Ludwig August“,
in: Neue Deutsche Biographie
1
(1953), S.
640 f.
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd118653725.html
Bauer, Johannes
Name: Bauer, Johannes
Namensvariante: Bauer, Johannes Christian Ludwig August
Lebensdaten: 1860 bis 1930
Geburtsort: Wiesloch (Baden)
Sterbeort: Heidelberg
Beruf/Lebensstellung: evangelischer Theologe
Konfession: evangelisch
Autor NDB:
Schumann, Friedrich KarlPND: 118653725