<< Baudissin, Wolf Heinrich Friedrich Karl Graf von
Baudrexel, Philipp Jakob >>
Baudissin, Wolf Wilhelm Friedrich Graf von
evangelischer Theologe,
* 26.9.1847 Sophienhof bei Kiel,
† 6.2.1926 Berlin.
Genealogie
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Genealogie ↑
V Hermann Wilhelm Graf von Baudissin (1798–1891), großherzoglicher oldenburgischer Kammerherr und dänischer Hofjägermeister;
M Ida Kohl (1814–88), aus altem Bremer Kaufmannshause, Verfasserin von „Paris und die Franzosen“ (3 Bände, 1845),
Schw des Reiseschriftstellers und Geographen Johann Georg Kohl, mit dem zusammen sie „Englische Skizzen“ (3 Bände, 1845) herausgab;
Gvv Karl Ludwig Graf von Baudissin;
Ov Wolf Heinrich Friedrich Graf von Baudissin (s. 2).
Leben ↑
Baudissin studierte in Erlangen, Heidelberg, Berlin, Leipzig und Kiel Theologie und Orientalistik, promovierte 1870 in Leipzig zum
Dr. phil., 1874 zum
Lic. theol. und habilitierte sich für alttestamentliche Wissenschaft. 1876 wurde er zum außerordentlichen und 1880 zum ordentlichen Professor in Straßburg ernannt. Die theologische Fakultät Gießen verlieh ihm 1880 den
D. theol. h. c. 1881 erhielt er den Lehrstuhl für alttestamentliche Exegese in Marburg. 1894 als Nachfolger A. Dillmanns nach Berlin berufen, mußte er sich von dem schon angenommenen Amte krankheitshalber entbinden lassen und blieb in Marburg. Erst 1900 kam er dem erneut an ihn ergangenen Rufe nach. Bestimmend für sein Leben und seine Arbeit waren unter seinen Lehrern vor allem der Alttestamentier F. Delitzsch und der Orientalist H. L. Fleischer. Gründlich geschult in den semitischen Sprachen, gehörte Baudissin in der Text- und Literarkritik des Alten Testaments zu den Gegnern der Anschauungen J. Wellhausens. Er forschte nach den geschichtlichen Zusammenhängen des Christentums und des Israelitismus mit den Religionen und Kulten des alten Orients, namentlich mit denen der Kanaanäer, Aramäer und Phönikier, wobei er besonders das Phänomen der Gottesvorstellung beobachtete.
Werke ↑
u. a. Stud. z. semit. Religionsgesch., H. 1/2, 1876-78; Die
Gesch. d. alttestamentl. Priestertums, 1889;
Einl. in d. Bücher d.
AT, 1901; Adonis u. Esmun, Eine Unters,
z. Gesch. d. Glaubens an Auferstehungs- u. an Heilgötter, 1911; Kyrios als Gottesname im Judentum u. seine Stelle in d.
Religionsgesch.,
hrsg. v. O.
v. Eissfeldt, 3 T., 1926–1927; zahlreiche
Abhh.,
u. a. in
PRE3.
Literatur ↑
Abhh. z. semit. Religionskde. u.
Sprachwiss., W. W.
Gf. v. B. z. 26.9.1917,
hrsg. v. W. Frankenberg u. F. Küchler, =
Ztschr. f. d. alttestamentl.
Wiss., Beih. 33, 1918
(W-Verz. v. O. v. Eissfeldt, S. 1-16, Nachtrag, S. 419 f.);
O.
v. Eissfeldt, Vom Lebenswerk eines Religionshistorikers, in:
Ztschr. d.
Dt. Morgenland.
Ges.,
Bd. 80, =
NF 5, 1926, S. 89-128
(P, 2. Nachtrag z. W-Verz., S. 129 f.);
A.
v. Harnack, Reden u. Aufsätze,
Bd. 5, 1926, S. 21-24;
E. Sellin, W. W.
Gf. v. B., Gedächtnisrede, 1926;
H. Frankfurth, W. W.
Gf. B., Ein
Lb., in:
Dt. Mhh.,
Jg. 3, 1927,
Bd. 2, S. 113-20, 249-57
(P);
Dt. Zeitgenossenlex., 1905,
Sp. 57 f.;
Wi. VII, 1914, IX, 1928;
Kürschner, Gel.-Kal. 1926.
Autor ↑
Franz MichelsEmpfohlene Zitierweise ↑
, „Baudissin, Wolf Wilhelm Friedrich Graf von“,
in: Neue Deutsche Biographie
1
(1953), S.
633
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd118653644.html