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NDB-Artikel

<< Basse, Detmar Friedrich Wilhelm     Bassée, Nikolaus >>

Basse, Gottfried

Drucker und Verleger, * 1.2.1778 (1777?) Halberstadt, 28.10.1825 Quedlinburg. (evangelisch)


GenealogieLebenWerkeLiteraturAutorZitierweise

Genealogie  
Braunschweig Dorothea Katharina Charlotte Stuhldreher ( 1825); S Karl Georg Heinrich Basse (* 1798); 1 T.

Leben  
Basse, Sohn eines Magistratsbeamten, lernte bei Doelle in Halberstadt das Buchdruckerhandwerk, wurde zu Goslar als Drucker freigesprochen. Anschließend war er Faktor bei F. Vieweg in Braunschweig und errichtete 1806, von letzterem unterstützt, Druckerei und Verlag in Quedlinburg. Basse entwickelte in der Folge eine unglaublich fruchtbare Tätigkeit auf dem Gebiete der Leihbibliotheksromane, womit er die ganze Umgebung überschwemmte. Dabei lieferte er das Sortiment mit Viertelrabatt, den Verlag mit Drittelrabatt, was für damalige Begriffe Schleuderpreise waren, und womit er bei den Zunftgenossen heftigen Anstoß erregte. Es waren dies historisch-romantische Zeitgemälde, Schauerromane und Räubergeschichten. Unter seinen Hauptschriftstellern sind zu nennen: Charlotte von Ahlefeld, Sebastian Aniello, Karl Ludwig Häberlin (der Sohn des Staatsrechtslehrers K. F. Häberlin), Johann Friedrich Gottfried Nagel, Johann Andreas Christoph Hildebrandt (Landprediger zu Elzdorf, Provinz Sachsen), Heinrich August Müller (Landprediger zu Wolmirsleben bei Magdeburg), Karl Nicolai (Kriminalrat zu Halberstadt) mit mindestens 2 Dutzend Romanen und einer Zeitschrift „Neue Fakkeln" (Band 1 bis 6, 1813-15) und viele ohne Verfasser. Basse brachte 1812 ein „Räuber-, Diebes- und Gaunerarchiv“ heraus und schrieb selbst unter mehreren Pseudonymen moralisch-lehrreiche Aufsätze, Gedichte und Erzählungen. Mit den Goethe untergeschobenen, von J. F. W. Pustkuchen verfaßten „Falschen Wanderjahren Wilhelm Meisters“ hatte er größeren Erfolg. Auch Cervantes' sämtliche Werke in Lebrecht G. Försters Übersetzung waren ein besseres Verlagsobjekt. Ferner begründete er das Wochenblatt für Quedlinburg und Umgebung. Die Menge seiner Ratgeber und dergleichen auf gewerblichem, medizinischem und hauswirtschaftlichem Gebiet ist unübersehbar. Bei seinem Tode hinterließ er seinem Sohn ein recht blühendes Geschäft, das dieser noch erweiterte und mit Quedlinburg und Leipzig firmierte.

Werke  
s. Meusel, Gel. Teutschland X, S. 126 ff.; Goedeke VI, 1908, S. 408 ff.

Literatur  
NND III, 1825, S. 1556 ff.; K. Müller-Fraureuth, Die Ritter- u. Räuberromane, 1894, S. 104 f.; R. Schmidt, Dt. Buchhändler, dt. Buchdrucker I, 1902, S. 32 f.; Ein verschollener Großverlag (G. B.), in: Dt. Buchhandelsbll. 5, 1904/05, S. 169, 212, 323; Goedeke VI, 1908, S. 397 ff.; O. Dammann, Aus d. Papieren d. B.schen Buchhandlung, 1924 (mit Übersicht üb. d. Bibl. d. gesamten dt. nat. Lit. v. d. ältesten bis auf d. neuere Zeit).

Autor  
Josef Benzing
Empfohlene Zitierweise  

Benzing, Josef, „Basse, Gottfried“, in: Neue Deutsche Biographie 1 (1953), S. 621 [Onlinefassung]; URL: http://www.deutsche-biographie.de/pnd133553787.html

Quelle/Vorlage: 
NDB 1 (1953), S. 621

PND: 133553787
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Index

Basse, Gottfried

Name: Basse, Gottfried
Lebensdaten: 1777 oder 1778 bis 1825
Geburtsort: Halberstadt
Sterbeort: Quedlinburg
Beruf/Lebensstellung: Verleger; Drucker
Konfession: evangelisch
Autor NDB: Benzing, Josef
PND: 133553787

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Basse, Gottfried

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133553787

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