<< Graben-Hoffmann, Gustav Heinrich
Grabmann, Martin >>
Graber, Vitus
Zoologe,
* 2.7.1844 Weer (Tirol),
† 3.3.1892 Rom. (katholisch)
Genealogie
| Leben
| Auszeichnungen
| Werke
| Literatur
| Autor
| Zitierweise
Genealogie ↑
V
Jos. Matthäus (
* 1809), Sensenschmied,
S d. Bierwirts Franziskus Salesius in
W. u. d. Maria Reinisch;
M
Barbara (
* 1812),
T d. Salzbergarbeiters Martin Posch u. d. Maria Kirchbichler; ⚭ 1868
Katharine (1847–95),
T d.
Jos. Carl Prill, Schmuckkastenhersteller, u. d. Magdalena Leitner; 1
S , 1
T
Hermann (1873–1939),
Gymnasialprof., Geologe,
Vf. v. petrograph.
Arbb. u. a. üb. Südkärnten, Südtirol u. d. Mühlviertel (s.
L), Maria (⚭
Theodor Gärtner,
† 1925,
roman. Philologe, s.
NDB VI).
Leben ↑
Graber studierte ab 1864 in Innsbruck Naturwissenschaften und erwarb 1867 die Lehrbefähigung für Gymnasien, 1868 das Doktorat. Anschließend unterrichtete er an Gymnasien in Vinkovce 1868/69 und Graz (ab 1869). Hier habilitierte er sich 1871 für Zoologie. 1873 erhielt er den Titel außerordentlicher Professor. 1876 wurde Graber als erster Inhaber der Lehrkanzel für Zoologie an die im Vorjahr gegründete Universität Czernowitz berufen, wo er unter den schwierigsten Umständen – ohne Assistenten, in einem Gebäude, in dem die primitivsten Arbeitsvoraussetzungen fehlten – das zoologische Institut zum Teil mit selbstgefertigten Präparaten einrichtete. Da seine Zuhörerschaft fast ausschließlich aus Pharmazeuten und Medizinern bestand, rückte er in den Mittelpunkt der Vorlesungen die vergleichende Anatomie der Wirbeltiere als den für gebildete Laien instruktivsten Teil der Zoologie. Grabers wissenschaftliche Betätigung galt dagegen fast ausschließlich den niederen Tieren: Anatomische Untersuchungen befaßten sich mit den Sinnesorganen vor allem der Insekten, mehrere davon mit den Tympanalorganen der Orthopteren. Bei seinen durch gute Zeichnungen und durch einfache Versuche unterstützten Arbeiten hatte Graber von Anbeginn an bei vergleichend-morphologischer
|Betrachtungsweise und Studium des Funktionellen die Entstehungsgeschichte der Organe im Vergleich der verschiedenen Arten im Auge, was ihn konsequenterweise später zu entwicklungsgeschichtlichen Arbeiten, in der Mehrzahl zur Embryologie der Insekten, führte. Die Befassung mit schulpädagogischen Fragen im Zusammenhang mit den neuen Vorschriften für den naturwissenschaftlichen Unterricht an Mittelschulen zeitigte unter anderem als Ergebnis ein Mittelschullehrbuch, das bald weite Verbreitung fand
|Auszeichnungen ↑
1806/87 Rektor.
Werke ↑
u. a.
Die tympanalen Sinnesapparate d. Orthopteren, in: Denkschrr. d. kais.
Ak. d. Wiss. math.-
nat. Kl. 36, 1875;
Die abdominalen Tympanal-Organe d. Cikaden u. Gryllodeen,
ebd. 38, 1876;
Vgl.
Stud. üb. d. Keimhüllen u. d. Rückenbildung d. Insecten,
ebd. 55, 1888;
Vgl.
Stud. üb. d.
Embryol. d. Insecten u.
insbes. d. Musciden,
ebd. 56, 1888;
Vgl.
Stud. am Keimstreif d. Insecten,
ebd. 57, 1890;
Btrr. z. vgl. Embryol. d. Insecten,
ebd. 58, 1891;
Morpholog. Unters,
üb. d. Augen d. freilebenden marinen Borstenwürmer, in: Archiv f. mikroskop. Anatomie 17, 1880;
Die chordotonalen Sinnesorgane d. Insecten,
ebd. 20-21, 1882-83;
Grundlinien
z. Erforschung d. Helligkeits- u. Farbensinnes d. Thiere, 1884;
Leitfaden d.
Zool. f. d. oberen Classen d. Mittelschulen, 1887,
91922,
ital. 1896. -
W-Verz. s.
Kukula;
CSP Bd. 7, 10, 15.
Literatur ↑
ADB 49;
A. Jaworowski, in:
Zs. f.
Entomol.11, 1892, S. 253-62
(W, P), u. in:
Mitt. d.
naturwiss. Ver. f. Steiermark 29, 1892, S. 224-32
(W, P), u. in: Bote f. Tirol u. Vorarlberg 78, 1892,
Nr. 108 u. 109
(alle 3 Artikel gleichlautend);
Die
k. k. Franz-Josephs-
Univ. in Czernowitz im 1. Viertel-jh. ihres Bestandes, Czernowitz 1900, S. XLVI, XLVIII, LX, LXI, 108, 109, 120, 122;
A. Norst, Alma mater Francisco-Josephina,
ebd. 1900, S. 32 u. 118
(P);
Kosch, Kath. Dtld.;
ÖBL. -
Zu S Hermann: L. Waldmann, in:
Verhh. d. Zweigstelle Wien d. Reichsstelle f. Bodenforschung, 1939, S. 127-39
(W);
Zs. f. Kristallographie (B) 51, 1940, S. 428;
Pogg. IV, VIIa;
ÖBL.
Autor ↑
Helmut DolezalEmpfohlene Zitierweise ↑
Dolezal, Helmut, „Graber, Vitus“,
in: Neue Deutsche Biographie
6
(1964), S.
698 f.
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd116804688.html
<< Graeb, Karl Georg Anton
Grabichler, Aloys >>
Graber, Vitus
Leben
| Autor
| Literatur
| Zitierweise
Leben ↑
Graber: Vitus G., bekannt durch seine mustergültigen Arbeiten über die Sinnesorgane und die Embryologie der Insecten, wurde am 2. Juli 1844 im Dorfe Weer in Tirol geboren. Nach Absolvirung des Gymnasiums in Innsbruck bezog er 1864 die dortige Universität, um Naturwissenschaften zu studiren. Besonders zog ihn die Zoologie an und widmete er sich dieser Wissenschaft mit Vorliebe. 1867 bestand er das Examen für den höheren Schuldienst. Nach Absolvirung des Probejahres an einer städtischen Oberrealschule in Wien und nach seiner Promotion wurde er als Lehrer der Naturwissenschaften am Obergymnasium zu Vinkovce angestellt, welche Stellung er 1869 mit der gleichen am zweiten Staatsgymnasium in Graz vertauschte. Hier habilitirte er sich 1871 als Privatdocent für Zoologie. 1876 wurde er als ordentlicher Professor der Zoologie an die Universität Czernowitz in der Bukowina berufen. Auf einer Reise nach Neapel, wo er in der zoologischen Station arbeiten wollte, erkrankte er in Rom und starb daselbst im Hospital der deutschen Botschaft am 3. März 1892.
Literatur ↑
Außer zahlreichen wichtigen kleineren Arbeiten in verschiedenen Zeitschriften, namentlich in den Denkschriften der Akademie der Wissenschaften in Wien, Zeitschrift für wissenschaftliche Zoologie, Archiv für mikroskopische Anatomie u. a. schrieb
G.: "Die Insekten", zwei Bände. München 1877 und 79 (Naturkräfte Band XXI und XXII). "Grundlinien zur Erforschung des Helligkeits- und Farbensinns der Thiere", Prag 1884. "Die äußeren mechanischen Werkzeuge der Wirbelthiere", Prag 1886. "Leitfaden der Zoologie", Prag 1888.
Autor ↑
W. Heß.Empfohlene Zitierweise ↑
Heß, Wilhelm, „Graber, Vitus“,
in: Allgemeine Deutsche Biographie
49
(1904), S.
499
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd116804688.html?anchor=adb