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Gottschalk (Godescalcus) von Aachen (fälschlich: von Limburg)

Benediktiner, königlicher Kaplan, Sequenzendichter, 24.11. frühestens 1099, spätestens um 1107.


LebenLiteraturAutorZitierweise

Leben  
Vermutlich stammt Gottschalk aus Niederdeutschland; sein Lebensgang ist bis auf wenige Züge umstritten. Fest steht, daß er Benediktiner in Klingenmünster war; ob seit jungen Jahren oder erst gegen Ende seines Lebens, muß unentschieden bleiben. 1071-84 war er Hofkaplan Kaiser Heinrichs IV. und Notar der kaiserlichen Kanzlei. 1099 wird er als capellarius und Propst des Marienstiftes in Aachen bezeichnet. Die ältere (von Dreves begründete) Ansicht, Gottschalk habe ursprünglich dem Konvent zu Limburg an der Hardt angehört, beruht auf der Tatsache, daß Gottschalk zu Ehren der Patrone dieses Klostors (S. Irenaeus und Abundius) ein Offizium verfaßte. Mit guten, jedoch nicht durchschlagenden Gründen wird heute (seit Schmeidler) meist angenommen, die Beziehungen Gottschalks zu Limburg seien rein literarischer Natur gewesen. – Die Bedeutung Gottschalks, der im Dienste Heinrichs IV. nicht nur als Verfasser und Schreiber von Urkunden tätig war, sondern auch an der Formulierung mehrerer politischer Schreiben des Kaisers beteiligt gewesen zu sein scheint, ruht auf seiner Sequenzendichtung. Nächst Notker Balbulus ist er der fruchtbarste Sequenzendichter der älteren „Schule“; von dem Stilwandel, den wir zum Beispiel bei Wipo schon beobachten, ist bei ihm noch kaum etwas zu spüren. Außerdem verfaßte Gottschalk eine Anzahl von Sermones und Traktaten, vornehmlich theologischen Inhalts. Als Theologe stellt er sich gelegentlich gegen herrschende Anschauungen seiner Zeit (Aufnahme Mariens in den Himmel), aber er ist mehr ein schrulliger Eigen|brötler als ein selbständiger spekulativer Denker.

Literatur  
G. M. Dreves, Godescalcus Lintpurgensis, G. v. Limburg a. d. Hardt u. Propst v. Aachen, ein Prosator d. XI. Jh., 1897; ders., Analecta hymnica 50, 1907, S. 339-69; B. Schmeidler, Kaiser Heinrich IV. u. s. Helfer im Investiturstreit, 1927; C. Erdmann u. D. v. Gladiss, G. v. A. im Dienste Heinr. IV., in: DA 3, 1939, S. 115 ff.; Manitius III, 1931, S. 998-1000; Wattenbach-Holtzmann I, S. 362 f., 431 f.; F. J. E. Raby, A History of Christian Latin Poetry, Oxford 21953, S. 224 f.; Heinr. Schmidt, in: Vf.-Lex. d. MA V; M. Melnicki, in: MGG V, S. 397-401 (unter Godescalcus, W, L).

Autor  
Franz Brunhölzl
Empfohlene Zitierweise  

Brunhölzl, Franz, „Gottschalk von Aachen“, in: Neue Deutsche Biographie 6 (1964), S. 684 f. [Onlinefassung]; URL: http://www.deutsche-biographie.de/pnd10094325X.html

Quelle/Vorlage: 
NDB 6 (1964), S. 684 f.

PND: 10094325X
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Index

Gottschalk von Aachen

Name: Gottschalk von Aachen
Namensvariante: Gottschalk
Namensvariante: Godescalcus von Aachen
Namensvariante: Godescalcus
Namensvariante: Gottschalk von Limburg
Lebensdaten: erwähnt 1071, gestorben 1099 oder 1107
Beruf/Lebensstellung: Benediktiner; königlicher Kaplan; Sequenzendichter
Konfession: katholisch
Autor NDB: Brunhölzl, Franz
PND: 10094325X

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Gottschalk von Aachen

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