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Goetze, Thomas Matthias >>
Goetze, Matthias
* 1.12.1585 Lobstädt bei Borna,
† 8.6.1662 Leipzig.
Genealogie
| Leben
| Autor
| Zitierweise
Genealogie ↑
V Christoph, Inwohner u. Schneider in Lobstädt;
M Ursula,
T d. Matthäus Eisener, Inwohner in Peres;
⚭ Leipzig 2.11.1619
Catharina (1601–31),
T d.
Buchhändlers Thomas Schürer (1563–1615) u. d. Catharina Ulmann;
Schwäger
Zacharias (1597–1629) u.
Henning Schürer (1608–50), beide Teilhaber;
Schwägerin Margarethe (⚭
Chrstn. Lange, 1585–1657,
Prof. d.
Theol. u.
Sup. in Leipzig); K,
u. a. Thomas Matthias (s. 2),
Cath. Margarethe (⚭
Samuel Lange, 1618–67,
Prof. d.
Theol. u.
Sup. in Leipzig [
S d.
Chrstn. L.,
s. o.]).
Leben ↑
Goetze besuchte die Schule in Lobstädt und Rochlitz und trat 1603 als Lehrling in die Schürersche Buchhandlung in Leipzig ein, in der er nach Ablauf der sechsjährigen Lehrzeit als „Diener“, das heißt als Gehilfe, blieb. Als Thomas Schürer 1615 während des Baues eines neuen Wohn- und Geschäftshauses plötzlich starb, und kurz darauf auch seine Frau, während die Kinder noch minderjährig waren, übernahm Goetze die tatsächliche Leitung des Geschäftes und behielt sie durch über 40 Jahre. Er heiratete die älteste Tochter und übernahm das Geschäft 1624 zu gleichen Teilen mit seinem Schwager Zacharias Schürer, der seinen wissenschaftlichen Neigungen lebte. Nach des Schwagers Tode wurde er 1629 alleiniger Geschäftsführer. Er steuerte das Unternehmen, das bekannte theologische Werke wie Dietericis „Catechismus latinus“ verlegte und bedeutenden Buchhandel betrieb, durch die gerade in Leipzig besonders schwierigen Jahre der 2. Hälfte des 30jährigen Krieges, wobei viele Jahre die Wohnung seines Schwagers, des Superintendenten Christian Lange, als Sortimentsladen diente. Goetze legte die Grundlagen zu der späteren Blüte des Unternehmens unter seinem Schwiegerenkel Johann Friedrich Gleditsch. 1640 nahm er seinen jüngsten Schwager Henning Schürer als Teilhaber auf. Nach dessen plötzlichem Tode (er wurde 1650 ermordet) stützte Goetze sich in steigendem Maß auf seine Kinder, besonders auf seine Tochter, bei der er,
|schon seit 1631 verwitwet, in seinen letzten Jahren wohnte. Aber erst um 1660 überließ Goetze den größten Teil der Geschäfte den Handlungsdienern seines in Frankfurt am Main lebenden Sohnes, Johann Kaspar Meyer und Johann Heinrich Ellinger. – Die Bedeutung von Goetze liegt darin, daß er ein nachmals überragendes Buchhandelsunternehmen mit ungewöhnlichem Geschick durch die unzähligen Widrigkeiten des 30jährigen Krieges zu steuern verstand.
Autor ↑
Adalbert J. BrauerEmpfohlene Zitierweise ↑
Brauer, Adalbert J., „Goetze, Matthias“,
in: Neue Deutsche Biographie
6
(1964), S.
591 f.
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd104272090.html