Logo der Deutschen Biographie
schwarzer Menuepunkt Schnellsuche
schwarzer Menuepunkt Erweiterte Suche
roter Menuepunkt Namen A-Z
schwarzer Menuepunkt Aktuelles
schwarzer Menuepunkt Hilfe
schwarzer Menuepunkt Über das Projekt
schwarzer Menuepunkt Impressum

ADB-Artikel

<< Bartholdy, Jakob L Salomo     Bartholomäi, Johann Christian >>

Bartholmeß, Christian

 LebenAutorLiteraturZitierweise

Leben  
Bartholmeß: Christian B., philosophischer Schriftsteller, geb. zu Geiselbronn bei Hagenau 26. Febr. 1815, † zu Nürnberg 31. Aug. 1856; zu Straßburg im folgenden Sept. beerdigt. — Obgleich die größeren Werke, denen B.|seinen Ruf in der gelehrten Welt verdankt, in französischer Sprache verfaßt sind, räumen wir ihm ausnahmsweise hier eine Stelle ein, weil er, mit deutscher Wissenschaft getränkt, und in ursprünglich deutschem Geiste erzogen, sich den deutschen elsäßischen Illustrationen unbedingt anreiht. Er empfing seinen ersten Unterricht in Pforzheim, hierauf im Straßburger Gymnasium; studirte Theologie im dortigen protestantischen Seminar; trat 1838 als Erzieher in das Haus des Marquis de Jancourt, eines Nachkommen von Duplessy-Mornay; eroberte in den Pariser akademischen Kreisen eine angesehene Stelle durch seine Preisschrift "Ueber die Gewißheit" (de la certitude) 1848; durch seine fesselnde zweibändige "Monographie über Giordano Bruno" (1847) und seine auch in Deutschland geschätzte "Geschichte der preußischen Akademie" (histoire philosophique de l'Académie de Prusse de Leibnitz jusqu'à Schelling. 2 Bde. 8). Er wurde im Frühjahr 1853 nach Willm's Ableben an den philosophischen Lehrstuhl des Straßburger protestantischen Seminars berufen; und gab in dieser Stellung im J. 1855 eine "Kritische Geschichte der religiösen Doctrinen der neuen Philosophie" heraus (Histoire critique des doctrines religieuses de la philosophie moderne. 2 Bde. 8). In diesem gehaltreichen Werke sucht B. eine Vermittelung zwischen Glauben und Wissen; vom historischem Standpunkt aus enthält es eine eingehende Analyse der philosophischen Systeme von der Renaissance an bis auf die Jetztzeit. — B. ist überdies der Verfasser einer "Monographie über Huet, Bischof von Avranches und den theologischen Scepticismus" und einer in die Bewegung von 1848 eingreifenden politischen "Abhandlung über den Sozialismus" (Il y a sauveur et sauveur). Er schließt sich an die spiritualistische Schule, und betont in den meisten seiner Schriften seine christliche Ueberzeugung. Als er den pantheistischen G. Bruno zur Vorlage seiner Studien wählte, hatten sich seine Ansichten noch nicht völlig geklärt; später ging er zu einem fast streng orthodoxen Standpunkt über. Er war von Hause aus ein liebenswürdiger Charakter, welcher die Eigenschaften beider Nationalitäten in harmonischem Einklang besaß.

Literatur  
v. Matter, Französische Gedächtnißrede über Leben und Werke von Christian Bartholmeß. Straßburg 1856. Louis Spach, Chrétien Bartholmess, in der Revue d'Alsace. Jahrgang 1857 p. 257—268. 289—307, und in den Biographies alsaciennes. Bd. II. S. 389—426.

Autor  
Spach.
Empfohlene Zitierweise  

Spach, Ludwig, „Bartholmeß, Christian“, in: Allgemeine Deutsche Biographie 2 (1875), S. 107-108 [Onlinefassung]; URL: http://www.deutsche-biographie.de/pnd117767565.html?anchor=adb

Quelle/Vorlage: 
ADB 2 (1875), S. 107-108

PND: 117767565
Artikel drucken

Index

Bartholmeß, Christian

Name: Bartholmeß, Christian
Lebensdaten: 1815 bis 1856
Beruf/Lebensstellung: Philosoph; philosophischer Schriftsteller
Konfession: keine Angabe
Autor ADB: Spach, Ludwig
PND: 117767565

Weitere Informationen

Informationsangebote zu

Bartholmeß, Christian

PND
117767565

Normdaten
Personennamendatei (PND)
Virtual International Authority File (VIAF)

Lexika

Bibliothekskataloge und Bibliographien
Bibliotheksverbund Bayern (BVB)
Gesamtkatalog deutschsprachiger Leichenpredigten (GESA)

Nachlässe
Kalliope