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NDB-Artikel

<< Goetz, Karl Wolfgang Gustav     Götz, Gottfried Bernhard >>

Götz, Georg

klassischer Philologe, * 3.11.1849 Gompertshausen bei Hildburghausen, 1.1.1932 Jena. (evangelisch)


GenealogieLebenAuszeichnungenWerkeLiteraturAutorZitierweise

Genealogie  
V Nikolaus, Schmied u. Landwirt; M Eva Marg. Röser; Leipzig 1880 Sophie (* 1857), T d. Kaufm. Carl Heinr. Jaenisch in Leipzig u. d. Erdmuthe Rosamunde Charl. Maria Zwanziger; 2 S , 3 T .

Leben  
Götz begann sein Studium in Leipzig bei Friedrich Ritschl, wo er im April 1873 auf Grund der Dissertation „De temporibus Ecclesiazuson Aristophanis“ zum doctor philosophiae promoviert wurde. 1873-75 war er Hauslehrer bei Nicolai von Tuhr in Petersburg, 1875-79 durch Vermittlung Ritschls Adjunkt am russischen Seminar für klassische Philologie an der Universität Leipzig. 1876 legte Götz das Staatsexamen in Latein, Griechisch, Deutsch und Geschichte ab, 1877 habilitierte er sich dort für klassische Philologie. Im Frühjahr 1879 wurde er außerordentlicher, 1906 ordentlicher Professor an der Universität Jena (Rektor 1902 und 1910, 1923 emeritiert).
Die 3 Schwerpunkte der Arbeit von Götz waren Plautus, die Glossen und Varro. Auf Ritschls Anregung ging noch in Petersburg Götz' Abhandlung „Dittographien im Plautustext“ (in: Acta societatis philologicae Lipsiensis 6, 1876, S. 233-328, und Nachträge in: Rheinisches Museum 31, 1876, S. 637 f.) zurück. 1875 wurde Götz gemeinsam mit Gustav Löwe und Friedrich Schöll Mitarbeiter an Ritschls großer Plautusausgabe, die er nach Ritschls (1876) und Löwes (1883) Tod mit Scholl 1894 zu Ende führte. Allein hat er darin 7 Stücke und die Fragmente bearbeitet, zusammen mit Schöll 3 weitere. War mit dieser großen Ausgabe zum 1. Mal eine sichere kritische Grundlage für die Plautusforschung geschaffen, so ließ er 1892-96 gemeinsam mit Schöll eine kleine Ausgabe für die Bibliotheca Teubneriana (zum Teil 21904 und 1909) folgen; beide Ausgaben haben auch heute ihren festen Platz in der Geschichte des Plautustextes. Die große Leistung Götz' ist das 7bändige „Corpus glossariorum Latinorum“ (1888-1923), das von Löwe auf Anregung Ritschls begonnen, nach dessen Tod von Götz betreut wurde. Diese entsagungsvolle Arbeit, vor allem im Interesse des Thesaurus linguae Latinae unter Mitarbeit Gotthold Gundermanns (1856–1921), der auch Mitherausgeber des 2. Bandes war, und Wilhelm Heraeus' durchgeführt, war von zahlreichen Abhandlungen auf dem Gebiet der Glossographie begleitet. Über die Antike griff Götz jedoch weit hinaus in seinen Schriften „Beiträge zur Geschichte der lateinischen Studien im Mittelalter“ (in: Bericht über die Verhandlungen der sächsischen Gesellschaft der Wissenschaften, philosophisch-historische Klasse 55, 1903, S. 121-54), „Über Dunkel- und Geheimsprachen im spät- und mittelalterlichen Latein“ (ebenda 48, 1896, S. 62-92), „Papias und seine Quellen“ (in: Sitzungsbericht der philosophisch-philologischen und historischen Klasse der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, 1903, S. 267-86), besonders mit der kommentierten Ausgabe und Übersetzung des Polipticum des Atto von Vercelli (1922). Hand in Hand mit der Beschäftigung mit den Glossen ging bei Götz die mit den lateinischen Grammatikern. Aus ihr erwuchs 1910 eine gemeinsam mit Schöll besorgte Ausgabe von Varros „De lingua Latina" unter erstmaliger Heranziehung der Testimonia, in der Textgestaltung konservativer als die frühere Ausgabe von A. Spengel. Die Ausgabe von Varros „Rerum rusticarum libri tres“ (1912) sowie von Catos „De agricultura“ (1922) unter Hinzufügung der Testimonia zeigen denselben konservativ-behutsamen Zug in der Textgestaltung. Götz war auch Mitarbeiter an Paulys Realenzyklopädie der klassischen Altertumswissenschaft und verfaßte darin eine Anzahl von Grammatikerartikeln (Aelius Stilo, Aphthonius, Charisius, Condentius, Diomedes, Dositheus, Eutyches, 1894–1907) sowie die Artikel „Glossographie“ (1910) und „Liber glossarum“ (1926)|

Auszeichnungen  
Mitgl. d. Sächs. Ak. d. Wiss. (1888), korr. Mitgl. d. Bayer. Ak. d. Wiss. (1903), Geh. Hofrat.

Werke  
Weitere W u. a. Symbola critica ad priores Plauti fabulas, in: Analecta Plautina scripserunt F. Schoell, G. Goetz, G. Loewe, 1877, S. 69-134; Glossarium Terentianum, in: Index scholarum hibernarum Ienensis, 1885; Quaestiones Varronianae, ebd., 1886/87; De Sisebuti carmine disputatio, ebd., 1887/88; Commentatiuncula Ma|crobiana, ebd., 1890; Der liber glossarum, in: Abhh. d. phil.-hist. Kl. d. sächs. Ges. d. Wiss. 13, 1891, S. 211-89; Zur Würdigung d. grammat. Werke Varros, ebd. 26, 1909, S. 65-89; Die literar. Stellung d. Octavius d. Minucius Felix, in: Zs. f. neutestamentl. Wiss. 23, 1924, S. 161-73; Gesch. d. klass. Stud. an d. Univ. Jena, 1928; Varro De re rustica in indirekter Überlieferung, in: Festschr. W. Judeich z. 70. Geb.tag, 1929, S. 45-67.

Literatur  
J. Stroux, in: Jb. d. Bayer. Ak. d. Wiss. 1931/32, S. 42-44; K. Barwick, in: Bursian-Jberr. 245, 1934, S. 146-71 (W); Rhdb. (P). - Zu G. Gundermann: G. Götz, in: Bursian-Jberr. 194, 1922, S. 1-10 (W).

Autor  
Gerhard Baader
Empfohlene Zitierweise  

Baader, Gerhard, „Götz, Georg“, in: Neue Deutsche Biographie 6 (1964), S. 585 f. [Onlinefassung]; URL: http://www.deutsche-biographie.de/pnd116738405.html

Quelle/Vorlage: 
NDB 6 (1964), S. 585 f.

PND: 116738405
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Index

Götz, Georg

Name: Götz, Georg
Lebensdaten: 1849 bis 1932
Geburtsort: Gompertshausen bei Hildburghausen
Sterbeort: Jena
Beruf/Lebensstellung: klassischer Philologe
Konfession: evangelisch
Autor NDB: Baader, Gerhard
PND: 116738405

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Götz, Georg

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116738405

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