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Glöckel, Otto Friedrich >>
Glockengießer, Christoph
Glockengießer,
† vor 23.10.1489 Nördlingen.
Genealogie
| Leben
| Literatur
| Quellen
| Autor
| Zitierweise
Genealogie ↑
V Claus (
erw. 1404-34), Glockengießer,
S d. Cunz (
erw. 1372-1417);
⚭ N. N.;
S
Paul (
† 1495), Glockengießer in
N.,
Sixt (
† 1499), geht als Kaufmannsdiener d. Paul Vischer nach Saragossa, etwa 1482-85 in Gemeinschaft mit Peter Stipner
gen. Unger (auch Petrus Ungarus, Pierre Hongrois) in Lyon als Buchdrucker tätig, danach dort
Bes. e. Gastwirtschaft (s.
L);
E Paul u. Christoph, beide Kantengießer in
N.Leben ↑
Glockengießer ist archivalisch 1437-89 nachweisbar. 1461-63 war er Zunftmeister, als Mitglied des alten Rates wird er 1479 und 1480 genannt. Von Glockengießer ist eine 1446 für die Höchstätter Pfarrkirche gegossene signierte Glocke (jetzt in Unterfinningen Kreis Dillingen) erhalten, die es ermöglicht, durch 3 Generationen die für Bayerisch-Schwaben, das östliche Württemberg und das südliche Mittelfranken gegossenen Glocken zu identifizieren. Auf Glockengießers Vater, dessen signierte Glocken von 1421 in Großsorheim Kreis Nördlingen und von 1431 in Sankt Georg, Nördlingen, nicht erhalten sind, ist eine Glocke von 1408 in Hochaltingen Kreis Nördlingen zurückzuführen, die schon die charakteristischen Merkmale der Familie zeigt: die Evangelistennamen als Thema, die Art der Schrift und der Worttrennungszeichen und die Flankenreliefs einer Kreuzigungsgruppe und der Heiligen Laurentius und Christophorus, die wohl als Schutzpatrone der Hütte aufzufassen sind. Gelegentlich erscheint noch der heilige Leonhard. Zu dem aus der Familientradition herrührenden Vorrat an Modeln kommen nun bei Glockengießer Reliefs hinzu, die bei dem berühmten Ulmer Gießer Johann Fraedenberger wiederkehren und die die Schlußfolgerung nahelegen, daß Glockengießer bei diesem in der Lehre war. Bei seinem Sohn Paul findet sich nur noch die Kreuzigungsgruppe aus der Familientradition; doch greift er bei der Einrahmung der Schulterinschrift auf die Maßwerkfriese zurück, die sein Vater 1446 auf der signierten Glocke angewendet hatte, und die in vergröberter Form die bekannten Nürnberger Maßwerkfriese widerspiegeln. Zwischen 1408 und 1494 sind etwa 20 Glocken auf die Nördlinger Familie Glockengießer zurückzuführen, deren Berufsbezeichnung sich allmählich zum Familiennamen gewandelt hat.
Literatur ↑
A.
v. Steichele u. A. Schröder, Das Bistum Augsburg. 1864 ff., III, S. 987, IV, S. 671;
G. Wulz, Die Nördlinger Glockengießer u. Zinngießer, in:
Jb. d.
Hist. Ver. f. Nördlingen u. Umgebung 19, 1937, S. 82-92;
S. Thurm,
Dt. Glockenatlas, Württemberg u. Hohenzollern, 1959, S. 52;
dies., Glockenatlas
v. Bayer.-Schwaben
(in Bearbeitung).|Quellen ↑
Qu.: Stadtarchiv Nördlingen. -
Zu S Sixt: K. Haebler, Die
dt. Buchdrucker d. 15.
Jh. im Auslande. 1924, S. 215;
G. Wulz, in:
Jb. d.
Hist. Ver. f. Nördlingen 22, 1942, S. 91;
ders., Die Anfänge d. Buchdrucks in Nördlingen, in: Der Heimatfreund,
Beil. d. Rieser
Nachrr., 7, 1956,
Nr. 2.
Autor ↑
Sigrid ThurmEmpfohlene Zitierweise ↑
Thurm, Sigrid, „Glockengießer, Christoph“,
in: Neue Deutsche Biographie
6
(1964), S.
461
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd140143807.html
Glockengießer, Christoph
Name: Glockengießer, Christoph
Lebensdaten: erwähnt 1437 und 1489
Sterbeort: Nördlingen
Beruf/Lebensstellung: Glockengießer
Konfession: katholisch
Autor NDB:
Thurm, SigridPND: 140143807