<< Gleichen genannt von Rußwurm, Wilhelm Friedrich Freiherr von
Gleim, Johann Wilhelm Ludwig >>
Gleichmann, Hans
Kraftwerksingenieur,
* 6.2.1879 Hildburghausen (Thüringen),
† 3.9.1945 Berlin. (evangelisch)
Genealogie
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| Auszeichnungen
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| Literatur
| Autor
| Zitierweise
Genealogie ↑
B
Gustav (1869–1955), seit 1894 unter Leitung
Heinr. Erhardts als Konstrukteur in d. Rhein. Metallwaren- u. Maschinenfabrik (Rheinmetall) in Düsseldorf tätig, beteiligt an d. Entwicklung d. Rohrrücklaufgeschützes.
Leben ↑
Gleichmann studierte auf der Technischen Hochschule Karlsruhe. Seiner 2jährigen Assistententätigkeit in Karlsruhe (Maschinenlabor, Festigkeits- und Wärmelehre) folgten 2 weitere Jahre auf dem Prüfstand und in der Montage bei der Güldner-Motoren-Fabrik in München. Nach einer Betriebsleitertätigkeit in Nürnberg war er 1909-14 in der wirtschaftlichen Abteilung des Dampfkesselüberwachungsvereins Mannheim als Abteilungsvorstand tätig. Im Krieg war Gleichmann als Offizier im Felde, danach Vorstand der Badischen Landeskohlenstelle im Badischen Ministerium des Innern. Ab 1.1.1922 wurde er von der Deutsch-Luxemburgischen Hüttenbergwerks-Aktiengesellschaft in Dortmund mit der Einführung des Ruths-Speichers in Deutschland beauftragt. Diese Firma stellte ihn ab 12.4.1922 für die Leitung der Abteilung Ruths-Wärmespeicher der Siemens-Schuckertwerke Aktiengesellschaft zur Verfügung. Dies war die entscheidende Wendung in seinem beruflichen Leben. Durch einen Aufsatz von Philip Swain, Herausgeber der Zeitschrift „Power“, wurde Gleichmann auf die Ideen von Mark Benson aufmerksam gemacht. Nach seinem sehr erfolgreichen Einsatz für den Ruths-Speicher wandte sich Gleichmann immer mehr dem Zwangdurchlaufkessel (dem Bensonkessel) und damit dem neuzeitlichen Kraftwerkbau zu. Er wurde 1929 zum Prokuristen und Leiter der Kraftwerks- und Turbinenabteilung der Siemens-Schuckertwerke Aktiengesellschaft ernannt.
Nach einer Reihe von Versuchskesseln baute er 1929 den ersten Betriebs-Bensonkessel mit einer Dampfleistung von 30 t/h, 180 atü, 450° C im Heizkraftwerk des Kabelwerks Gartenfeld der Siemens-Schuckertwerke Aktiengesellschaft und 1930 für das belgische Kraftwerk Langebrügge einen Bensonkessel von 125 t/h, 470° C, mit kritischem Druck. Mitte der 30er Jahre wurden die ersten Bensonkessel-Lizenzverträge abgeschlossen. Bis Ende 1962 sind 400 Bensonkessel mit einer Dampfleistung von rund 100 000 t/h, entsprechend
|einer Turbinenleistung von ungefähr 33 Millionen kW, in Betrieb beziehungsweise in Bau. – Mit gleicher Liebe wirkte sich Gleichmanns schöpferischer Geist bei dem inneren und äußeren Aufbau des Kraftwerks und bei allen Kraftwerkselementen aus. Ihm ist die Einführung der wärmeelastischen Topfturbine zu verdanken. Weiterhin hat er sich mit großer Tatkraft für die Zwischenüberhitzung und das Regeneratiwerfahren sowie für die Entwicklung zu hohen Dampftemperaturen eingesetzt. Er war der Schöpfer des ersten Turmkessels und des ersten Freiluftkessels in Deutschland. Alle wesentlichen Merkmale des neuzeitlichen Kraftwerks finden sich schon in seinen vorausschauenden Gedankengängen
|Auszeichnungen ↑
Guilleaume-Gedenkmünze (postum 1952).
Werke ↑
u. a. W-Verz.
im Siemensarchiv;
Die Verbesserung d. Wirtschaftlichkeit im Elektrizitätswerksbetrieb durch Erhöhung
v. Druck, Überhitzung u. thermodynam. Wirkungsgrad d. Dampfturbine, in: Siemens-
Zs., H. 6, 1923;
Höchstdruck u. Energiewirtsch., in:
VDI-Zs. 67,(29.12.1923) Sonderh. Hochdruck-Dampf
VDI, 1924;
Das Heizkraftwerk mit Bensonkessel im Kabelwerk Gartenfeld d. SSW, in: Siemens-
Zs. 8, 1928, S. 179 ff.;
Verbesserung d. Wirtschaftlichkeit vorhandener Dampfkraftanlagen mit möglichst geringem Kapitalaufwand, in: Archiv f. Wärmewirtsch. u. Dampfkesselwesen 1, 1933;
Die Entwicklung d. Zwanglaufröhren-
bzw. Bensonkessels in Vergangenheit u. Zukunft,
ebd. 6, 1933;
Die Entwicklung d. Benson-Dampferzeugungsverfahrens,
Ber. Nr. 59 d. Maschinenausschusses d.
Ver. dt. Eisenhüttenleute, in: Stahl u. Eisen 35, 1935, S. 930-32.
Literatur ↑
Mitt. d. Vereinigung d. Großkesselbesitzer, 1952, S. 159;
M. Stegemann, Die Entwicklung d. Benson-Zwangdurchlaufkessels, Gedenkworte
z. Erinnerung a. d.
Arb. v. H.
G.,
ebd., S. 161 f.
Autor ↑
Karl SchröderEmpfohlene Zitierweise ↑
Schröder, Karl, „Gleichmann, Hans“,
in: Neue Deutsche Biographie
6
(1964), S.
448 f.
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd138097127.html
Gleichmann, Hans
Name: Gleichmann, Hans
Lebensdaten: 1879 bis 1945
Geburtsort: Hildburghausen (Thüringen)
Sterbeort: Berlin
Beruf/Lebensstellung: Kraftwerksingenieur
Konfession: evangelisch
Autor NDB:
Schröder, KarlPND: 138097127