<< Giulini, Lorenz Cäsar Anton
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Giulini, Paul Franz
* 27.2.1796 Torno,
† 2.8.1876 Lazzago bei Como. (katholisch)
Genealogie
| Leben
| Literatur
| Portraits
| Autor
| Zitierweise
Genealogie ↑
V
Lorenzo (1764–1835, s.
Einl.),
S d. Paolo;
M Angela,
T d.
Kaufm. Giov.
Batt. Sala u. d. Maddalena Maggi;
Ov
Anton Dominik (1761–1836,
⚭ Luigia Grasselli), Teilhaber d. Drogen- u. Materialienhandlung Maggi Grasselli & Comp. u. d. „Schwefelsäurefabrik Wohlgelegen“;
B
Joh. Baptist (1798–1864), Teilhaber d.
Fa. „
Gebr. Giulini“, Leiter d. Nürnberger Werkes; ⚭ 1822
Joh. Margaretha (1793–1850),
T d. Notars Lippert in Mannheim; 1
S Lorenz (s. 2), 1
T ;
E Georg (s. 1).
Leben ↑
Giulini genoß seine Ausbildung bereits in den deutschen Filialen der Drogenhandlung Maggi Grasselli & Comp. Mit seinem Onkel Anton Dominik Giulini, der 1816 in seiner Eigenschaft als Anteilseigner dieser Handelscompagnie in Mannheim ansässig geworden war, gründete Giulini 1823 die „Schwefelsäurefabrik Wohlgelegen“ (Giulini und sein Bruder Johann Baptist waren 1822 Mannheimer Bürger geworden). Als 1824 eine interne Auseinandersetzung unter den Teilhabern der Familien-Sozietät Maggi Grasselli & Comp, stattfand, fiel das Mannheimer Haus an Giulini. Er führte es nach Beteiligung seines Bruders unter der Firma „Gebrüder Giulini“ bis zum Verkauf des Detailgeschäfts (1834) und des Großhandels (1837) an Fr. Daniel Bassermann (heute „Bassermann & Compagnie“) fort. Die Brüder Giulini riefen 1842 auch in Nürnberg eine chemische Fabrik zur Erzeugung von Schwefelsäure, Alaun und Vitriol ins Leben (verkauft 1850). Im besonderen der Initiative und Unternehmerpersönlichkeit des Gründers verdankte die Mannheimer Fabrik Wohlgelegen, die seit 1837 auch die Erzeugung von Soda nach dem Le Blanc-Verfahren aufgenommen hatte, ihre Entwicklung zu einem stattlichen Werk, das 1849 an seinen Sohn Lorenz, Carl Clemm-Lennig und Carl Fries verkauft wurde. Durch Fusion wurde das Werk Wohlgelegen 1854 in den „Verein chemischer Fabriken in Mannheim“ überführt. Das alte, durch Giulini gegründete Unternehmen errang in der erstarkenden chemischen Großindustrie Mannheims eine führende und bedeutende Rolle und besteht heute noch als Zweigwerk der Kali-Chemie Aktiengesellschaft, Hannover. Mit dem Neuaufbau des Werkes in Ludwigshafen 1851 machte Giulini die junge chemische Industrie im pfälzischen Raum heimisch. Sein Werk war die erste Zelle des dort in wenigen Jahrzehnten herangewachsenen Chemiezentrums (das Gemeinwesen Ludwigshafen zählte 1851 900 Einwohner, 1852 erhielt es Gemeinderechte, 1853 eine Gemeindeverwaltung und erst 1859 wurde es Stadt). Durch seine vielseitige Mitarbeit im öffentlichen Leben (Stadtrat), in den Gremien der gewerblichen Wirtschaft, in politischen und kulturellen sowie caritativen Institutionen wurde Giulini auch ein hochangesehener Bürger seiner neuen Heimatstadt Mannheim.
Portraits ↑
in:
Pfälz. Fam.- u.
Wappenkde. 8, 1959,
Bd. 3.
Literatur ↑
zu 1) - 3)
Udo Giulini, in: Ludwigshafener Chemiker,
hrsg. v. K. Oberdorffer, 1958, S. 31-46;
H. Bachelin, Die
Gebr. Giulini
GmbH Ludwigshafen u. ihre fam.geschichtl. Verflechtungen im
kurpfälz. Raum, in:
Pfälz. Fam.- u.
Wappenkde. 8, 1959,
Bd. 3, S. 196-205, 241-44
(P);
E. Rauch,
Gesch. d. Hüttenaluminiumindustrie in d.
westl. Welt, 1962;
C. Frhr.
v. Salmuth, in:
Hdb. d. Aluminium-
Wirtsch., 1963, S. 16-26;
eigene Archivstud.
Autor ↑
Helmuth BachelinEmpfohlene Zitierweise ↑
Bachelin, Helmuth, „Giulini, Paul Franz“,
in: Neue Deutsche Biographie
6
(1964), S.
420
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd136488285.html