<< Baron, Ernst Gottlieb
Bartels, Johann Heinrich >>
Bartels, Adolf
Schriftsteller und Literarhistoriker,
* 15.11.1862 Wesselburen (Schleswig),
† 7.3.1945 Weimar. (evangelisch)
Genealogie
| Leben
| Werke
| Literatur
| Autor
| Zitierweise
Genealogie ↑
V Johann Adolf Bartels (1836–1903), Schlossermeister;
M Catharina Margarethe (1839–1920),
T des Jakob Brahmst (
* 1807), Hausmann in Trennewurth, und der Jansen Telsche;
Gvv Hans Heinrich Bartels (1804–1882), Schlossermeister;
Gmv Christiane Amalie Ramm (1808–69);
⚭ Ida Rehock (
* 1868); kinderlos.
Leben ↑
Bartels studierte 1885-87 in Leipzig, war nach längeren Reisen durch Süddeutschland und Italien 1889-95 Schriftleiter der „Didaskalia“, der Beilage des „Frankfurter Journals“, und lebte in der Folgezeit als freier Schriftsteller in Weimar. 1905 erhielt er vom Großherzog von Weimar den Titel Professor, 1933 wurde er
Dr. phil. h. c. der Universität Leipzig. - Bartels begann mit historischen Romanen, mit Dramen und Gedichten. In dieser frühen Periode seines Schaffens führte er den Kampf für die Heimatkunst, besonders im „Kunstwart". Ein Ergebnis solcher heimatkundlicher Bestrebungen war auch das kleine Buch „Der Bauer in der deutschen Vergangenheit“ (1900). Seine „Deutsche Dichtung der Gegenwart“ (1897,
91918) war wertvoll durch Bartels' Eintreten für Friedrich Hebbel und auch für andere Dichter derselben Zeit. Aber seine spätere Tätigkeit brachte eine Wandlung: Die „Geschichte der deutschen Literatur" und die „Einführung in die Weltliteratur“ (3 Bände, 1913) zeigen ihn als einseitigen Parteigänger des Rassenprinzips und des Antisemitismus; von da an sind seine zahlreichen Arbeiten zumeist nicht Wissenschaft, sondern Propaganda zugunsten eines rein völkischen Schrifttums, abgesehen vielleicht von seiner „Chronik des Weimarischen Hoftheaters von 1817-1907“ (1908). Er verfaßte außerdem biographische Arbeiten über einzelne Dichter (Gerhart Hauptmann, Hebbel, Wilhelm von Polenz
u. a.), gab Dichterausgaben heraus (
z. B. Hebbel, Jeremias Gotthelf, Otto Ludwig) und stellte Anthologien zusammen. Anklang fand er mit seinen späteren Werken nur bei denen, die die deutsche Literatur mit gleichen Augen ansahen.
Werke ↑
Weitere W Aus tiefster Seele, Eine Blütenlese
dt. Lyrik, 1895,
31902; G. Hauptmann, 1897,
21906; Die Dithmarscher,
Hist. Roman, 1898; Klaus Groth, 1899; Ch. F. Hebbel, 1899; W. Raabe, 1901; J. Gotthelf, 1902; A. Stern, der Dichter u. Literarhistoriker, 1905; W.
v. Polenz, 1909; Lessing u. d. Juden, Eine
Unters., 1918,
21934; Hebbel u. d. Juden, 1922; Heimatkultur, Heimatdichtung, Heimatkunst. 1924;
Gesch. d.
dt. Lit., 2
Bde., 1901/02, große
Ausg. 3
Bde., 1924–28;
Jüd. Herkunft u.
Lit.wiss., Eine gründl. Erörterung, 1925; Meine Lebensarbeit, 1932;
Gesch. d.
thür. Lit., 2
Bde., 1938–41.
Literatur ↑
H. M.
v. Bruneck, A. B als Dichter, 1907;
W. Loose, A.
B., der
Lit.-gesch.schreiber d. Gegenwart, 1921;
ders., Festgabe
z. 60. Geburtstag
v. A.
B., 1922
(P);
ders., A.
B.-
Bibliogr., 1943;
D. Colin, A.
B., der völk. Vorkämpfer u. Dichter, Mit einer
Ausw. seiner Gedichte, 1937;
ders., A.
B. z. 80. Geburtstag, 1942;
Kürschner, Gel.-Kal. 1940/41;
Kosch, Lit.-Lex. I.
Autor ↑
Walter GoetzEmpfohlene Zitierweise ↑
Goetz, Walter, „Bartels, Adolf“,
in: Neue Deutsche Biographie
1
(1953), S.
597
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd118652702.html
Bartels, Adolf
Name: Bartels, Adolf
Lebensdaten: 1862 bis 1945
Geburtsort: Wesselburen (Schleswig)
Sterbeort: Weimar
Beruf/Lebensstellung: Schriftsteller; Literaturhistoriker
Konfession: evangelisch
Autor NDB:
Goetz, WalterPND: 118652702