Logo der Deutschen Biographie
schwarzer Menuepunkt Schnellsuche
schwarzer Menuepunkt Erweiterte Suche
roter Menuepunkt Namen A-Z
schwarzer Menuepunkt Aktuelles
schwarzer Menuepunkt Hilfe
schwarzer Menuepunkt Über das Projekt
schwarzer Menuepunkt Impressum

NDB-Artikel

<< Ghotan, Bartholomäus     Gibel, Otto >>

Giampietro, Joseph

Charakterschauspieler und Komiker, * 21.6.1866 Wien, 29.12.1913 Berlin.


GenealogieLebenLiteraturAutorZitierweise

Genealogie  
V Vinzenz (1828–1904), Kaufm., S d. Handelsmanns Karl in Trient u. d. Angela Zanoni; M Ludmilla (1839–1916), T d. Seidenzeugfabr. Franz Höbert in W. u. d. Barbara Wallauer; Schwägerin Fina (Josephine) G. geb. v. Kopp (1872–1946), Sängerin; 1892 Ella (Ps. Erau, * 1871), Schauspielerin, T d. Ziviling. Funk.

Leben  
Giampietro entdeckte die Berufung zum Theater bereits während seiner Schulzeit. Er sollte Techniker werden, zog aber dem Studium an der Technischen Hochschule Wien bald den Besuch des Konservatoriums vor, das er 1886 als preisgekrönter Schüler verließ. Seine anschließende Bühnenlaufbahn führte ihn als jugendlichen Helden, Liebhaber und vielseitigen Charakterdarsteller vom Deutschen Theater in Budapest über Bozen-Meran, Salzburg (1887) und Karlsbad (1888) 1889 zurück in seine Heimatstadt, an das Wiener Deutsche Volkstheater. 10 Jahre darauf wechselte er zur Operette über, zum Theater an der Wien. Von hier aus verpflichtete ihn Alfred von Beyer 1900 für das Deutsche Schauspielhaus in Hamburg, an dem Giampietro den Ruf eines der begabtesten Talente der jüngeren Schauspielergeneration errang. Schon 1901 trat er im Neuen Theater in Berlin auf, in der Stadt, deren Metropol-Theater seine Berühmtheit und Volkstümlichkeit begründen sollte. – Das umfassende Bühnenrepertoire Giampietros reichte von Karl Mohr und Marquis Posa, Melchthal, Hofmarschall Kalb oder dem 1. Kürassier in „Wallensteins Lager“ über das Volksstück und Lustspiel bis zu den Gestalten der großen Berliner Revuen des 1. Jahrzehnts unseres Jahrhunderts von Julius Freund. In der berühmt gewordenen Berliner Aufführung der „Minna von Barnhelm“, für die Bühnen- und Kostümentwürfe von Adolf von Menzel stammten, spielte er neben Agnes Sorma (Minna), Eduard von Winterstein (Tellheim) und Rudolf Kayßler (Werner) den Riccaut. Aber die Rückkehr von den unübertroffen interpretierten Rollen als komischer Bonvivant oder Liebhaber, von Karikatur und Satire, von der Operette und Revue zur ernsten Rolle blieb dem Charakterkomiker Giampietro, der neben Guido Thielscher beliebtester Berliner Komiker seiner Zeit war, versagt. Ohne zu dieser angestrebten Krönung seines Schauspielerlebens durchgedrungen zu sein, riß ihn der Tod bereits im Alter von 47 Jahren mitten aus seiner Arbeit.

Literatur  
L (z. T. auch f. Fam.) H. Krückl, Erinnerungen an J. G., in: Neues Wiener Tagebl. v. 17.1.1914; Dt. Bühnenjb., 1915, S. 167 f. (P); H. Ihering, Von Josef Kainz bis Paula Wessely, Schauspieler v. gestern u. heute, 1942, S. 44 ff. (P); O. G. Flüggen, Biogr. Bühnen-Lex. d. dt. Theater, 1892, S. 104; Eisenberg; Enc. dello spettacolo V, Rom 1958, Sp. 1220 f.; BJ 18 (Tl. 1913, L).

Autor  
Günter Ristow
Empfohlene Zitierweise  

Ristow, Günter, „Giampietro, Joseph“, in: Neue Deutsche Biographie 6 (1964), S. 367 [Onlinefassung]; URL: http://www.deutsche-biographie.de/pnd116616164.html

Quelle/Vorlage: 
NDB 6 (1964), S. 367

PND: 116616164
Artikel drucken

Index

Giampietro, Joseph

Name: Giampietro, Joseph
Lebensdaten: 1866 bis 1913
Geburtsort: Wien
Sterbeort: Berlin
Beruf/Lebensstellung: Charakterschauspieler; Komiker
Konfession: keine Angabe
Autor NDB: Ristow, Günter
PND: 116616164

Weitere Informationen

Informationsangebote zu

Giampietro, Joseph

PND
116616164

Normdaten
Personennamendatei (PND)
Virtual International Authority File (VIAF)

Lexika

Bibliothekskataloge und Bibliographien
Bibliotheksverbund Bayern (BVB)

Nachlässe
Kalliope