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NDB-Artikel

<< Barlach, Ernst Heinrich     Barnack, Oskar >>

Barmstede, von (de Barmstede, Barmestede, Barmstide)

niederdeutsches edelfreies Adelsgeschlecht, üblicher Vorname - in allen Generationen - Heinrich, daneben Otto, Hermann, Lambert, Borchard und Marquard, erste Erwähnung 1148, im Mannesstamm vor 1302 ausgestorben.


LebenLiteraturAutorZitierweise

Leben  
Das in der Umgebung von Barmstedt, im südlichen Stormarn, in der Kremper Marsch und in der Umgebung von Hamburg reich begüterte und daher mächtige Geschlecht stand in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts bei den Auseinandersetzungen um die Haseldorfer Marsch an der Niederelbe auf Seiten der Erzbischöfe von Bremen gegen die Holsteiner Grafen, in deren Gefolge wir sie bis 1256 antreffen. Der Hamburger Rat sah die freie Fahrt auf der Niederelbe bedroht, seitdem 1257 die beiden Brüder Heinrich und Otto von Barmstede unter Verzicht auf ihre Edelfreiheit Ministerialen der bremischen Erzbischöfe wurden und von ihnen mit der Burg Haseldorf an der Niederelbe sich belehnen ließen. Mit hamburgischer Hilfe eroberten die Grafen 1259 und 1282 die Haseldorfer Marsch. Von den bremischen Erzbischöfen waren die Barmstede als Grafen von Dithmarschen vorgesehen und begegnen seit 1257 in der Begleitung des Erzbischofs Hildebold häufig als Urkundszeugen in Bremen und Stade. Unter den Angehörigen von vier Generationen zeichnen sich einzelne durch umfangreiche Vergebungen zu kirchlichen Zwecken aus: der 1240 gestorbene Heinrich II. stiftete wenige Jahre vor seinem Tode an der Stelle seiner Burg in Ütersen das bis jetzt als adeliges Damenstift bestehende Zisterzienserinnenkloster.

Literatur  
ADB II; F. V. Aspern, Btrr. z. älteren Gesch. Holsteins, 1849, S. 101-45; D. Detleffsen, Gesch. d. holstein. Elbmarschen I, 1891, S. 251-55; E. Hermberg, Zur Gesch. d. älteren holstein. Adels, in; Schrr. d. Ver. f. schleswig-holstein. Kirchengesch., Reihe 2, Bd. 6, H. 1-4, 1914-17, S. 159 ff.; H. F. Bubbe, Heimatbuch Ütersen II, 1939.

Autor  
Erich von Lehe
Empfohlene Zitierweise  

Lehe, Erich von, „Barmstede, von“, in: Neue Deutsche Biographie 1 (1953), S. 593 [Onlinefassung]; URL: http://www.deutsche-biographie.de/pnd139764321.html

ADB-Artikel

<< Bärmann, Heinrich     Barner, Christoph von >>

Barmstede, Otto von

 LebenAutorLiteraturZitierweise

Leben  
Barmstede: Otto v. B., Edelherr, Gemahl Gertruds, der 2. Tochter Friedrichs von Haselthorpe, des 4. Dec. 1285 gestorbenen Bischofs von Karelien und Dorpat, entsagte, nachdem sein Schwiegervater söhnelos 1255 Kleriker geworden, 7. Juni 1257 mit seinem älteren Bruder Heinrich (III.) der Nobilität, um die Haseldorf'schen Lehen in den 7 bremischen Kirchspielen auf dem holsteinschen Elbufer von dem Erzbischof von Bremen zu Lehen zu erhalten, und in der Absicht, sich von demselben auch mit Dithmarschen belehnen zu lassen. Seine Schwester war Adelheid, die Gattin des Overboden von Stormarn Verestus (Scheele?). Bei der Wahl Erzbischof Hildebolds 1258 versuchten die Holsteiner Grafen, Otto mit seinem Bremer Lehen sich selber zu unterwerfen, unter Hülfe der Hamburger, welche 6 Koggen vor Haseldorf und dann vor die Schwinge legten; so ward daraus später ein Streit um den Stader Zoll zwischen Hildebold und Hamburg, darauf zwischen Stade und Hamburg. Da Heinrich (III.) schon 24. Juni 1257 plötzlich unter Verdacht der Vergiftung in Hamburg gestorben war, so führte Otto den Krieg allein und erklärte im Frieden 1259, sich nicht mit Dithmarschen wider Willen der Holsteiner Grafen belehnen lassen zu wollen; 1267 ist er mit Hamburg in Krieg wegen Raubes auf der Stör, wahrscheinlich wollte auch 1258 die Stadt schon die Elbe sichern. Nach 19. Aug. 1267 kommt er nicht mehr vor; aber Heinrichs Sohn, Heinrich (IV.) hat 1281 eine ähnliche Fehde. So spielen die Barmestede eine wichtige Rolle in den Elbverhältnissen, und hatten vor, eine noch größere in Dithmarschen zu üben; 1289 scheinen sie ausgestorben. Der Vater der obgenannten Brüder, Heinrich (II.), hatte das Kloster zu Uetersen gestiftet, wo sein Vater, der Edelherr Heinrich (I.), 13. Sept. 1149 erschlagen war. Lambert, ebenfalls Sohn Heinrichs (I.), war etwa ein halbes Jahr Bischof von Ratzeburg, † 6. Nov. 1228. Mushard, "Monum. nobil." brachte irrthümlich die Bramstedt mit den Barmestede zusammen. Vgl. Lappenberg zur Stammtafel in Ann. Stad. Mon. G. SS. XVI. p. 374. Hamb. Urk.-B. I. und die Litter. bei Koppmann, Hamb. Nekrol.

Literatur  
(Zeitschr. des Hamb. V. VI.) zum 24. Juli, 25. Aug. und 6. Nov. Brem. Urk. Bd. I. Nr. 450. Sudendorf. S. 1301.

Autor  
Krause.
Empfohlene Zitierweise  

Krause, „Barmstede, Otto von“, in: Allgemeine Deutsche Biographie 2 (1875), S. 70 [Onlinefassung]; URL: http://www.deutsche-biographie.de/pnd139764321.html?anchor=adb

Quelle/Vorlage: 
NDB 1 (1953), S. 593
ADB 2 (1875), S. 70

PND: 139764321
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Index

Barmstede, von

Name: Barmstede, von
Namensvariante: Barmstede, de
Namensvariante: Barmestede
Namensvariante: Barmstide
Lebensdaten: gestorben 12./13. Jahrhundert
Beruf/Lebensstellung: niederdeutsches edelfreies Adelsgeschlecht
Konfession: katholisch
Autor NDB: Lehe, Erich von
Autor ADB: Krause
PND: 139764321

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Barmstede, von

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139764321

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