<< Adami, Friedrich Wilhelm
Adela >>
Adams, Carl
Mathematiker,
* 15.1.1811 Merscheid (heute Solingen-Ohligs),
† 14.11.1849 Winterthur.
Genealogie
| Leben
| Literatur
| Autor
| Zitierweise
Genealogie ↑
V Johann Wilhelm Adams (1780–1843), Federmesserarbeiter;
M Anna Catharina Küller;
Gvv Abraham Adams (
† 1806), Schleifer;
Gmv Maria Catharina Jüngel (
† 1830);
Gvm Johann Peter Küller (
† 1796), Messerreider;
Gmm Anna Margaretha Melchior (Melchers,
† 1837).
Leben ↑
Adams war Lehrer der Mathematik und Physik an der Gewerbeschule zu Winterthur. In Max Simons Bericht über die Entwicklung der Elementargeometrie im 19. Jahrhundert wird Adams oft wegen seiner zahlreichen, zumeist als Monographien veröffentlichten Arbeiten angeführt, ferner in Grunerts Archiv der Mathematik. Adamss Untersuchungen gehören alle der
sog. neueren Geometrie an, die im Gegensatz zur analytischen Geometrie das logische Vorgehen der euklidischen Geometrie, wie Adams sagt, mit der Kunst der Anschauung zu verbinden sucht. Ob Adams durch Jakob Steiner oder durch die französische Schule der Geometrie beeinflußt ist, sei dahingestellt.
Literatur ↑
ADB I
(W);
M. Simon, in:
Jber. d.
Dt. Math. Vereinigung,
Erg.-
Bd. 1, 1906;
(Grunerts) Arch. d. Mathem. u. Physik XIV, 1909, S. 746-48;
HBLS I, 1921
(W);
Pogg. I.
Autor ↑
Wilhelm LoreyEmpfohlene Zitierweise ↑
Lorey, Wilhelm, „Adams, Carl“,
in: Neue Deutsche Biographie
1
(1953), S.
56
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd135668743.html
<< Adami, Adam
Adela >>
Adams, Karl
Leben
| Autor
| Literatur
| Zitierweise
Leben ↑
Adams: Karl
A.
, geb. 1811 zu Merscheid bei Düsseldorf, wirkte als
Lehrer an der Gewerbeschule in Winterthur, wo ein hitziges
Nervenfieber seinem Leben schon am 14. Nov. 1849 ein Ende machte.
Er gehört zu den Mathematikern, welche ihre besondere Aufgabe
darin fanden, auf der von den Alten wegbar gemachten Straße der
synthetischen Geometrie fortzuschreiten und so zu Zielpunkten zu
gelangen, welche man etwa zwei Jahrhunderte lang (seit Descartes)
auf analytischem Wege zu machen sich angewöhnt hatte. Freilich ist
die sogenannte
neuere Geometrie dieser
Männer, in Deutschland als Nachfolger
|von Steiner zu
bezeichnen, nicht identisch mit der euclidischen. "In der alten
Geometrie (so sagt
A.
in der Vorrede zu den harmonischen Verhältnissen) ist
es vorzugsweise der Verstand, welcher in Anspruch genommen wird,
und in der neuen muß die Schärfe des Verstandes mit der Kunst der
Anschauung sich verbinden, um die einzelnen Wahrheiten wie den
Zusammenhang dieser Wahrheiten in ihrem innersten Wesen und ihrer
ganzen Ausdehnung zu erfassen." Es bedarf also einer besondern
Richtung der Geistesthätigkeit, welche weder in der alten noch in
der analytischen Geometrie hinlänglich geübt und entwickelt wird.
Denn wie
A.
an einem andern Orte (Vorrede zu den merkwürdigsten
Eigenschaften des geradlinigen Dreiecks) sich ausdrückt: "Es war
ein großer durchgreifender Gedanke, das ganze Gebiet des Raumes
vermöge der Coordinaten in das Gebiet des Calculs zu ziehen; aber
es ist nicht weniger wahr, daß ob diesem Calcul sehr häufig die
geometrische Phantasie erlosch und die Resultate des Calculs in
einer Unbestimmtheit erschienen, welche von der Strenge und
Bestimmtheit der alten Geometrie bedeutend abstach." Diese
geometrische Phantasie neu zu entzünden und ihr das Phantastische
zu nehmen, "die neuere Geometrie so mit der alten zu verschmelzen,
daß jene ihren Charakter der Allgemeinheit, diese ihre
wohlbegründete Strenge der Form beibehält und dennoch beide ein
eng verbundenes, abgeschlossenes und organisches Ganze bilden",
mit einem Worte "die Kluft zu ebnen, welche die eigentliche
Elementar- und höhere Geometrie scheidet", dahin ging das
Bestreben von
A.
Er bethätigte es als gewandter und weit und breit
geschätzter Schriftsteller in einer Reihe von werthvollen
Veröffentlichungen, durch welche er für einzelne Capitel der
Geometrie das leistete, was für das Ganze derselben zu erfüllen
nach seiner Ansicht erst der Zukunft vorbehalten bleiben mußte.
"Noch immer harren wir des Geometers, der mit überlegenem Genie
den geistigen Mittelpunkt feststellt, in welchem alle Nerven
dieses reichen Organismus zusammenlaufen. Ein solcher Meister erst
wird der Geometrie allgemeine und unbedingte Anerkennung
verschaffen; bevor derselbe indeß auftreten kann, bedarf es noch
mannigfacher Vorarbeiten, namentlich genaue und gründliche
Untersuchungen der Hauptadern, welche sich durch den ganzen
lebensvollen Organismus der Geometrie hindurchziehen." Diese
Adams'schen Monographien, sämmtlich in der Steiner'schen
Buchhandlung in Winterthur erschienen, führen die Titel: "Lehre
von den Transversalen" (1843), "Die harmonischen Verhältnisse",
erster (einziger) Theil (1845), "Die merkwürdigsten Eigenschaften
des geradlinigen Dreiecks" (1846), "Das Malfatti'sche Problem"
(1846 und 1848), "Geometrische Aufgaben mit besonderer Rücksicht
auf geometrische Construction" (1847 und 1849).
Literatur ↑
Grunert, Archiv der Mathem. und Physik. Bd. XIV. Litterar. Bericht S. 746—748.
Autor ↑
Cantor.
Empfohlene Zitierweise ↑
Cantor, Moritz, „Adams, Karl“,
in: Allgemeine Deutsche Biographie
1
(1875), S.
47-48
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd135668743.html?anchor=adb
Adams, Carl
Name: Adams, Carl
Namensvariante: Adams, Karl
Lebensdaten: 1811 bis 1849
Geburtsort: Merscheid (heute Solingen-Ohligs)
Sterbeort: Winterthur
Beruf/Lebensstellung: Mathematiker; Lehrer
Konfession: keine Angabe
Autor NDB:
Lorey, WilhelmAutor ADB:
Cantor, MoritzPND: 135668743