Logo der Deutschen Biographie
schwarzer Menuepunkt Schnellsuche
schwarzer Menuepunkt Erweiterte Suche
roter Menuepunkt Namen A-Z
schwarzer Menuepunkt Aktuelles
schwarzer Menuepunkt Hilfe
schwarzer Menuepunkt Über das Projekt
schwarzer Menuepunkt Impressum

NDB-Artikel

<< Gebsattel, Lothar Karl Anselm Joseph Freiherr von     Geck, Rudolf >>

Geck, Ernst Adolf

sozialdemokratischer Politiker, * 9.2.1854 Offenburg, 13.4.1942 Offenburg. (katholisch, dann altkatholisch, seit d. 80er Jahren konfessionslos)


GenealogieLebenWerkeLiteraturPortraitsAutorZitierweise

Genealogie  
V Johann Baptist (1806–1864), Gastwirt, S d. Bäckermeisters Wendelin; M Euphrosine (1812–87), T d. Landwirts Jak. Hug; Verwandter u. Vormund Amand Goegg (1820–97), Mitgl. d. bad. Exekutionsausschusses 1848, Redakteur u. soz. Wanderprediger (s. L); ⚭ 1892 Maria verw. Schretzmann (1865–1927), T d. Amadeus Mosmann, Materialverwalter bei d. Bad. Staatseisenbahn; 2 S , 3 T ; N Oskar (1867–1928), Redakteur, soz.demokrat. Reichstagsabg. (s. L), Eugen (1869–1931), Ztg.Verleger, soz.demokrat. Landtagsabg.

Leben  
In einem demokratisch gesinnten und vermögenden Elternhaus aufgewachsen, dem der Revolutionsminister Amand Goegg nahestand, wurde Geck nach einem mehrjährigen Studium des Bauingenieurwesens an der Technischen Hochschule|Karlsruhe Sekretär der Deutschen Volkspartei in Frankfurt (1879/81), wandte sich aber bald unter dem Einfluß Bebels der Sozialdemokratie zu. Nachdem er 1881/82 Redaktion, Verlag und Druckerei eines demokratischen Blattes übernommen hatte, das er in Offenburg unter dem Titel „Volksfreund“ weiter herausgab, erschloß er seit der Mitte der 80er Jahre besonders Mittelbaden der Sozialdemokratie, wobei ihm in der Agitation seine volkstümlich-humorvolle Art zugute kam. Trotz schwerer Verfolgung infolge des Sozialistengesetzes bildete sich unter seiner Führung in Offenburg ein bewährtes Gremium, dem 1890 und in den folgenden Jahren die Leitung der Landesorganisation übertragen wurde. Obwohl Geck 1889 als einer der ersten Sozialdemokraten den Boykott der badischen Landtagswahlen durchbrochen hatte, vor der Jahrhundertwende bereits Mitglied des Reichstages (1898–1912) und des Landtages (von 1897 an mit Unterbrechungen bis 1918) geworden und 1905/06 als erster Sozialdemokrat in das Präsidium der 2. Kammer gewählt worden war, zog er aus der parlamentarischen Tätigkeit nicht die Konsequenzen des Mehrheitswillens der Landespartei: Er beteiligte sich zwar ebenfalls aktiv an der „praktischen Arbeit", fühlte sich aber zugleich stärker der Erhaltung der „Prinzipienreinheit“ verpflichtet. Seine Ideologiegebundenheit wurde durch die enge Freundschaft mit Bebel, Clara Zetkin und Rosa Luxemburg gestärkt und führte zu einer Ablehnung des Revisionismus. Die Verlegung des „Volksfreundes“ von Offenburg nach Karlsruhe und dessen Übernahme in Parteibesitz (1899) schufen Ressentiments, die sein Verhältnis zur Landespartei dauernd belasteten. Geck schloß sich 1917 der Unabhängigen Sozialdemokratischen Partei Deutschlands an, die ihn 1920 in den Reichstag entsandte. Mit der Unabhängigen Sozialdemokratischen Partei Deutschlands kehrte er zur Mehrheitssozialdemokratie zurück, hatte aber fortan keine politische Bedeutung mehr.

Werke  
Wahlflugbll. u. Artikel in d. v. ihm verlegten u. teilweise redigierten Ztgg.: Volksfreund, 1881-99; D’r Alt Offeburger, 1899-1933.

Literatur  
A. Roth u. P. Thorbecke, Die Bad. Landstände, 1907, S. 106 f.; J. Belli, Die Rote Feldpost u. anderes, 1912, S. 101 ff. u. ö.; A. Rapp, Die bad. Landtagsabgeordneten 1905/29, 1929, S. 15; G. Walther, Zum anderen Ufer, 1960, S. 21 ff. u. ö. - Bisher noch keine Monogr. - Zu Amand Goegg: F. Brümmer, in: BJ II, S. 44; F. v. Weech, in: Bad. Biogr. V, 1906, S. 208-10; F. Lautenschlager, A. G., in: ZGORh 96, 1948, S. 19-38; - zu N Oskar Geck: DBJ X (Tl. 1928, L); F. Osterroth, Biogr. Lex. d. Sozialismus I, 1960.

Portraits  
Phot. in: Kürschner, Dt. Reichstag 1903–08, XI. Legislaturperiode.

Autor  
Jörg Schadt
Empfohlene Zitierweise  

Schadt, Jörg, „Geck, Ernst Adolf“, in: Neue Deutsche Biographie 6 (1964), S. 123 f. [Onlinefassung]; URL: http://www.deutsche-biographie.de/pnd118538047.html

Quelle/Vorlage: 
NDB 6 (1964), S. 123 f.

PND: 118538047
Artikel drucken

Index

Geck, Adolf

Name: Geck, Adolf
Namensvariante: Geck, Ernst Adolf
Lebensdaten: 1854 bis 1942
Geburtsort: Offenburg
Sterbeort: Offenburg
Beruf/Lebensstellung: sozialdemokratischer Politiker
Konfession: katholisch; altkatholisch; konfessionslos
Autor NDB: Schadt, Jörg
PND: 118538047

Weitere Informationen

Informationsangebote zu

Geck, Adolf

PND
118538047

Normdaten
Personennamendatei (PND)
Virtual International Authority File (VIAF)

Lexika

Bibliothekskataloge und Bibliographien
Bibliotheksverbund Bayern (BVB)

Editionen
Verhandlungen des Deutschen Reichstags und seiner Vorläufer

Nachlassdatenbank beim Bundesarchiv

Nachlässe
Kalliope