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NDB-Artikel

<< Gaßner, Ferdinand     Gaßner, Johann Joseph >>

Gaßner, Johann Gustav

Botaniker, * 17.1.1881 Berlin, 5.2.1955 Lüneburg. (lutherisch)


GenealogieLebenAuszeichnungenWerkeLiteraturPortraitsAutorZitierweise

Genealogie  
V George, aus Salzburger Emigrantenfam., Rechnungsrat; M Luise Voigt; Buenos Aires 1910 Lili, T d. Fabrikbes. Fassler-Farnkopf (Montevideo) u. d. Gertrud Schilling; 3 S , 1 T .

Leben  
|Bereits ein Jahr nach der Promotion unter L. Kny in Berlin wurde Gaßner 1907 als Professor für Botanik und Phytopathologie an die Landwirtschaftliche Hochschule in Montevideo berufen. 1910 kehrte er zurück, habilitierte sich 1911 in Kiel und war von 1912 ab als Privatdozent beziehungsweise außerordentlicher Professor (1915) in Rostock. 1918 übernahm er das Ordinariat für Botanik in Braunschweig. Hier trat er 1933 als Rektor mannhaft gegen Übergriffe der nationalsozialistischen Machthaber auf und mußte daraufhin Deutschland verlassen. 1934-39 leitete er den türkischen Pflanzenschutzdienst in Ankara, übernahm dann die biologische Forschungsabteilung der Fahlberg-List Aktiengesellschaft in Magdeburg und kehrte 1945, nach Kriegsende, an die Technische Hochschule Braunschweig zurück, wo er, erneut für 2 Amtsperioden zum Rektor gewählt, den Lehr- und Forschungsbetrieb an der zu 75% zerstörten Hochschule wieder in Gang brachte. Gleichzeitig unternahm er es, die Institute und Dienststellen der ehemaligen Biologischen Reichsanstalt zu einer Biologischen Zentralanstalt zusammenzufassen (ab 1947 deren Präsident neben seiner Hochschullehrertätigkeit bis zum 70. Geburtstage). - Gaßner war ein hervorragender Vertreter der angewandten Botanik und speziell der Phytopathologie. Sein bevorzugtes Arbeitsgebiet waren die Brand- und Rostkrankheiten des Getreides. Durch seine ganzheitliche Betrachtung der Probleme hat er hier der bis dahin überwiegend einseitig mykologisch orientierten Forschung neue Wege gewiesen. Es war ihm außerdem in besonderem Maße gegeben, die wissenschaftlich erarbeiteten Erkenntnisse der Praxis dienstbar zu machen, auf phytopathologischem Gebiet durch Förderung der Saatgutbeizung, aber auch auf vielen anderen Forschungsgebieten, vor allem der Entwicklungs- und Keimungsphysiologie. Seine Arbeiten über die Entwicklungsumstimmung durch Kälte bilden einen Markstein der Vernalisationsforschung|.

Auszeichnungen  
Mitgl. vieler wiss. Gremien u. Kuratorien; Mitgl. d. Leopoldina, d. schwed. Ak. d. Landwirtsch., Ehrensenator d. TH Braunschweig, Prof. h. c. d. Univ. Montevideo, Dr. h. c. (Göttingen), Ehrenpräs. d. Vereinigung f. angew. Botanik, Gr. Verdienstkreuz d. Verdienstordens d. Bundesrepublik Dtld..

Werke  
u. a. Pflanzenkrankheiten, in: Hdb. d. Landwirtsch., 1928, S. 447-542, 21952, S. 549-623; Mikroskop. Unters. pflanzl. Nahrungs- u. Genußmittel, 1931, 21951; Beizung u. Entseuchung v. Saat- u. Pflanzgut, in: Hdb. d. Pflanzenkrankheiten VI, 1/21952, S. 334-73; zahlr. Veröff. in Fachzss.

Literatur  
K. Hassebrauk, Festrede z. 70. Geb.tage, 1951; ders., Die Verdienste G. G.s um d. Getreiderostforschung, in: Nachrr.bl. d. dt. Pflanzenschutzdienstes 3, 1951, S. 2-7; ders., in: Berr. d. dt. botan. Ges. 68a, 1955, S. 189-91 (P); H. Müller, G.s Arbb. f. d. Entwicklung d. Saatgutbeizung, in: Nachrr.bl. d. dt. Pflanzenschutzdienstes 3, 1951, S. 7-11; H. Richter, in: Phytopathol. Zs. 23, 1955, S. 221-32 (W-Verz., 200 Nr., P); Rhdb. (P).

Portraits  
Gem. v. F. E. Rothe (Braunschweig, Fam.bes.); Bronzebüste v. J. Hofmann (ebd. u. Biol. Bundesanstalt Braunschweig).

Autor  
Kurt Hassebrauk
Empfohlene Zitierweise  

Hassebrauk, Kurt, „Gaßner, Johann Gustav“, in: Neue Deutsche Biographie 6 (1964), S. 83 f. [Onlinefassung]; URL: http://www.deutsche-biographie.de/pnd116450134.html

Quelle/Vorlage: 
NDB 6 (1964), S. 83 f.

PND: 116450134
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Index

Gaßner, Gustav

Name: Gaßner, Gustav
Namensvariante: Gaßner, Johann Gustav
Lebensdaten: 1881 bis 1955
Geburtsort: Berlin
Sterbeort: Lüneburg
Beruf/Lebensstellung: Botaniker
Konfession: lutherisch
Autor NDB: Hassebrauk, Kurt
PND: 116450134

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Gaßner, Gustav

PND
116450134

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