<< Baltrusch, Georg Friedrich
Baltzer. >>
Baltzar (Balzer, Balthasar), Thomas
Violinist und Komponist,
* um 1630 Lübeck,
† 24.7.1663 London.
Genealogie
| Leben
| Werke
| Literatur
| Autor
| Zitierweise
Genealogie ↑
V David Baltzar (
† 1664), Posaunist in Lübeck;
Gvv Thomas Balthasar, um 1595 Posaunist in Lübeck.
Leben ↑
Baltzar war wahrscheinlich Violinschüler von Zuber, G. Bleyer und N. Schnittelbach und Kompositionsschüler von F. Tunder. 1653 als Kammerviolinist im Dienst der Königin Christine von Schweden, kam er 1655 nach England, wo er als Violinvirtuose Triumphe feierte, insbesondere durch sein mehrstimmiges Spiel. Er soll in England den Gebrauch des Lagenwechsels
(whole shift) eingeführt haben, ebenso den Basso continuo. 1661 wurde Baltzar von Karl II. in die königliche Kapelle der 24 Violinisten berufen. Mitteilungen, wonach er Leiter der Hofmusik gewesen sein soll, stehen im Widerspruch zum Anstellungsdekret, worin er nur als
one of our Musitians (einer unserer Musiker) bezeichnet wird. Insbesondere rühmte man sein Spiel in den hohen Lagen, wenn auch Zeitgenossen seinen Ton als grob und rauh kritisierten. In seinen Kompositionen, die stilistisch an J. Vierdanck, J. E. Kindermann, J. H. Schein und Tunder anschließen, geht er nicht über das d''' hinaus.
Werke ↑
Suiten f. 2 Oberstimmen u. Baß; Stücke f. 3 Violinen mit u. ohne Baß; Suite in C f. 2 Oberstimmen, Tenorinstrumente u. Baß; Instrumentalsoli; Die Sonatenslg. Lyra violin, treble violin u. bass viol; Kompositionen in; John Playford, The division Violin, London 1685 ff., u. in: A.
Moser u. L. Stiehl
(s. L) (
ungedr. in d. Bodleian-Library u. d.
Bibl. d. Christuskirche in Oxford); Allemande (neu
bearb. v. H. Wehrle).
Literatur ↑
Ch. Burney,
A general history of music, from the earliest ages to…, 4
Bde., London 1776–89;
J. Hawkins, General History of the Science and Practice of Music, 5
Bde., London 1776;
C. Stiehl, Th.
B., ein Paganini seiner Zeit, in:
Mhh. f.
Musikgesch.,
Jg. 20, 1888,
Nr. 1;
W. Nagel,
Ann. d.
engl. Hofmusik, ebenda,
Bd. 26, 1894,
Beil.;
W.
v. Wasielewski, Die Violine u. ihre Meister, 1904;
A. Pirro, D. Buxtehude, Paris 1913;
A. Moser,
Gesch. d. Violinspiels, 1923;
G. R. Hayes, Musical Instruments, London 1930;
E. H. Meyer, Mehrstimmige Spielmusik im 17.
Jh., 1934;
Grove,
Bd. 1, London 1879;
J. Pulver, A
Dict. of Old English Music and Musical Instruments, ebenda 1923;
E. H. Meyer, in:
MGG.
Autor ↑
Heinz BeckerEmpfohlene Zitierweise ↑
Becker, Heinz, „Baltzar, Thomas“,
in: Neue Deutsche Biographie
1
(1953), S.
569
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd136259928.html
Baltzar, Thomas
Name: Baltzar, Thomas
Namensvariante: Balzer, Thomas
Namensvariante: Balthasar, Thomas
Lebensdaten: um 1630 bis 1663
Geburtsort: Lübeck
Sterbeort: London
Beruf/Lebensstellung: Musiker; Violinist; Komponist
Konfession: keine Angabe
Autor NDB:
Becker, HeinzPND: 136259928