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NDB-Artikel

<< Gadow, Hans Friedrich     Gaede, Wolfgang >>

Gaebler, Carl Ludwig August Hermann

Markscheider, * 22.11.1838 Neiße (Oberschlesien), 6.9.1913 Breslau. (evangelisch)


GenealogieLebenWerkeLiteraturPortraitsAutorZitierweise

Genealogie  
V Ludwig (1810–59), Regimentstierarzt, Schneidermeisters-S ; M Wilh. Henr. Louise (1813–55), T d. Tuchmachermeisters Bredow; ⚭ Tarnowitz 1867 Adele (1840–1917), T d. Gutsbes. Wilh. Bürkner u. d. Emilie Schönbrunn; 2 S , 1 T , u. a. Hugo (1868–1947), Prof., Numismatiker, wiss. Beamter d. Preuß. Ak. d. Wiss., Erforscher d. ma|kedon. Münzwesens, Mitbegr. u. Hrsg. d. Zs. „Nomisma“ (1908-23) (s. W, L).

Leben  
Nach der Reifeprüfung widmete sich Gaebler dem Bergfach im höheren Staatsdienst, wandte sich aber bald dem markscheiderischen Beruf zu (1860 Feldmesserprüfung in Oppeln, 1862 Markscheiderprüfung in Breslau). Einen verantwortlichen Wirkungskreis fand er anschließend auf den Steinkohlenbergwerken der Gräflich Ballestremschen Güterdirektion in Oberschlesien, den er mit Unterbrechungen durch die Kriege 1866 und 1870/71, an denen er als Reserveoffizier teilnahm, bis 1888 innehatte. Auf Grund seiner besonderen Leistungen wurde er 1892 als Oberbergamtsmarkscheider an das Oberbergamt Breslau berufen; 1900 schied er aus dem Staatsdienst aus, fortan seinen wissenschaftlichen und persönlichen Neigungen lebend. – Gaebler hat zu einer Zeit, da die Geologie als Bergbauwissenschaft noch in den Anfängen steckte, eine stratigraphische Gliederung des oberschlesischen Karbons aufgestellt, die sich später als zutreffend und grundlegend erwiesen hat. Schon während seiner markscheiderisch-bergmännischen Tätigkeit trug er umfangreiche Unterlagen zur Klärung der Geologie des oberschlesischen Steinkohlenbeckens zusammen und erweiterte sodann von seinem oberbergamtlichen Arbeitsfeld aus die in mühseliger Kleinarbeit gewonnenen Erkenntnisse auf stratigraphischem und tektonischem Gebiet. Seine wissenschaftlichen Leistungen, in zahlreichen Veröffentlichungen niedergelegt, fanden ihre Krönung in dem 1909 erschienenen Werk „Das Oberschlesische Steinkohlenbecken“. Gaebler galt in Bergbaukreisen als Wegbereiter der oberschlesischen Karbongeologie und deren Flözgliederung sowie -gleichstellung. Nach ihm sind in den Ostrauer Schichten des Mährisch-Ostrau-Karwiner Bergbaubezirks mehrere fossilführende Leithorizonte benannt worden.

Werke  
Weitere W u. a. Welchen Kohlenreichthum besitzt Oberschlesien im Liegenden d. Sattelflöze?, in: Zs. d. Ob.schles. Berg- u. Hüttenmänn. Ver. 30, 1891, S. 1-16; Zur Frage d. Schichten-Identificirung im Ob.schles. u. Mähr.-Ostrauer Revier I, 1891, II, 1892; Über Schichten-Verjüngung im Ob.schles. Steinkohlengebirge, 1892; Die Schatzlarer Schichten d. Ob.schles. Steinkohlenbeckens, in: Zs. f. d. Berg-, Hütten- u. Salinenwesen im Preuß. Staate 48, B, 1900, S. 71-104; Neues aus d. ob.schles. Steinkohlenbecken, ebd. 51, B, 1903, S. 497-519; Die Karwiner Schichten D. Sturs, in: Glückauf 40, 1904, S. 1265-75; Die Orlauer Störung im Ob.schles. Steinkohlenbecken, ebd. 43, 1907, S. 1397-1400. – Zu S Hugo: Corpus d. griech. Münzen III (Makedonien), 1906/35; Aufsätze in: Nomisma u. Zs. f. Numismatik; 8 Abhh. d. Preuß. Ak. d. Wiss.

Literatur  
L F. Orban, in: Mitt. aus d. Markscheidewesen 1913, S. 137-40 (W); ders., in: 91. Jber. d. Schles. Ges. f. vaterländ. Cultur, 1913, I, Nekr., S. 15-17 (W); Kohle u. Erz 10, 1913, S. 1005; R. Michael u. W. Quitzow, Die geol. Lit. d. Prov. Schlesien u. d. Nachbargebiete, 1914; O. Niemczyk, in: Lex. d. Vermessungskde., 1943; A. Perlick, Ob.schles. Berg- u. Hüttenleute, 1953, S. 104 f., 255 (L).Zu S Hugo: A. Suhle, in: FF 24, 1948, S. 166 f.

Portraits  
Phot. (München, Dt. Mus., Bildarchiv).

Autor  
Oskar Niemczyk
Empfohlene Zitierweise  

Niemczyk, Oskar, „Gaebler, Carl Ludwig August Hermann“, in: Neue Deutsche Biographie 6 (1964), S. 14 f. [Onlinefassung]; URL: http://www.deutsche-biographie.de/pnd136349773.html

Quelle/Vorlage: 
NDB 6 (1964), S. 14 f.

PND: 136349773
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Index

Gaebler, Carl

Name: Gaebler, Carl
Namensvariante: Gaebler, Carl Ludwig August Hermann
Lebensdaten: 1838 bis 1913
Geburtsort: Neiße (Oberschlesien)
Sterbeort: Breslau
Beruf/Lebensstellung: Markscheider
Konfession: evangelisch
Autor NDB: Niemczyk, Oskar
PND: 136349773

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Gaebler, Carl

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136349773

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