<< Gabelsberger, Franz Xaver
Gabillon, Johann Otto Ludwig >>
Gaber, Ernst
Bauingenieur,
* 12.4.1881 Mannheim,
† 25.10.1952 Karlsruhe,
⚰ Heidelberg. (evangelisch)
Genealogie
| Leben
| Werke
| Literatur
| Autor
| Zitierweise
Genealogie ↑
V Adam, Schreinermeister;
M Luise Ulrich;
⚭ Heidelberg 1909
Erna (
* 1889),
T d. Geh.Reg.Rats Emil Killinger u. d. Elisabeth Helfrich; 3
T .
Leben ↑
Gaber studierte 1898-1902 an der Technischen Hochschule Karlsruhe Bauingenieurwesen und assistierte 1902/03 bei F. Engesser. 1903 trat er in den badischen Staatsdienst und promovierte 1914 mit einer Arbeit aus dem Gebiet des Massivbrückenbaus. Im 1. Weltkrieg war er als Pionieroffizier mit umfangreichen Entwurfs- und Bauarbeiten in Belgien und im Baltikum beschäftigt. Während seiner Tätigkeit als Vorstand eines Bahnbauamtes in Mannheim (seit 1920 Baurat) übernahm er einen Lehrauftrag für wissenschaftliche Betriebsführung an der Bauingenieurabteilung der Technischen Hochschule Karlsruhe. Von dieser wurde er 1921 auf den Lehrstuhl für Brückenbau, Baustatik und wissenschaftliche Betriebsführung berufen. Veranlaßt durch seine Kriegserfahrungen, nahm er sich der damals noch ziemlich vernachlässigten Holz- und Natursteinbauweisen an. In der 1921 von ihm an der Technischen Hochschule Karlsruhe eingerichteten Versuchsanstalt für Holz, Stein und Eisen („Prüfraum Gaber“) setzte er die von F. Engesser angeregte versuchstechnische Richtung fort. Er schuf statische und dynamische Prüfanlagen, die es erstmalig ermöglichten, wirklichkeitsgetreue Groß- statt Kleinmodell-Versuche durchzuführen. Die so ermittelten Festigkeitseigenschaften von inländischen Bauhölzern sowie die untersuchte Tragfähigkeit von Holzverbindungsmitteln (auch Nägeln) erlaubten es, die bis dahin zulässigen Beanspruchungen heraufzusetzen. Besonders in Zeiten der Stahlknappheit waren diese Erkenntnisse von Bedeutung, vor allem auch für die Kriegs- und Behelfsbrücken, die nach Gabers Vorschlägen in Holznagelbauweise als Ersatz für Stahlkonstruktionen errichtet wurden (Rheinbrücke bei Kehl, Bahnbrücke über die Pfinz bei Grötzingen mit 30 m Stützweite, 1947). Durch die Versuche über die Eignung von Natursteinen sowie über die statische und dynamische Festigkeit großer Mauerwerkskörper erhielt der Stein als Baustoff wieder seinen gebührenden Platz neben Stahl und Stahlbeton. Konstruktion und Festigkeit der Verbindungen im Stahlhoch- und Stahlbrücken-Bau (Nieten und Schweißen) waren Gegenstand von Gabers Eisen- und Stahluntersuchungen. Er veröffentlichte mehr als 50 Abhandlungen allein über seine Bauerfahrungen, schrieb insgesamt über 140 Beiträge zur einschlägigen Fachliteratur. Gaber war bei seinen anerkannten Leistungen auf dem Gebiet der Baustatik sowie der Stabilitätstheorie nicht nur theoretischer Wissenschaftler, sondern auch praktischer Ingenieur (Mälarsee-Bogenbrücke bei Stockholm, Dreirosenbrücke über den Rhein in Basel).
Werke ↑
Vereinfachung d. Gewölbeberechnung, in:
Festschr. anläßl. d. 100j. Bestehens d.
TH Karlsruhe, 1925, S. 215;
Genagelte Holzkonstruktionen f. Hoch- u. Brückenbau, in:
Dt. Zimmermstr. 37, 1935, S. 613;
Eigenschaften u. Bewertung
v. in- u.
ausländ. Nadelnutzholz, in: Holz, Roh- u. Werkstoff 1, 1938, S. 83;
Grundsätzliches
üb. d. Vollwandträger aus Stahl, Holz
od. Stahlbeton, in: Bautechnik 20, 1942, S. 293;
Ein Vierteljh.
prakt. u.
wiss. Arb. m. d. Natursteinmauerwerk, in: Naturstein 4, 1949, S. 9;
Krit. Betrachtung d. Grundsätze f. d. bauliche Durchbildung stählerner Eisenbahnbrücken, in: Bauing. 24, 1949, S. 339.
Literatur ↑
Geiger, in: Bauingenieur 22, 1941, S. 167;
ders., in: Bautechnik 19, 1941, S. 212;
O. Steinhardt, in:
TH Fridericiana Karlsruhe, 1950, S. 212 f.;
ders., in: Bauingenieur 27, 1952, S. 451
(P);
ders., in: Bautechnik 28, 1951, S. 92
(P);
K. Möhler,
ebd. 29, 1952, S. 352;
ders., in: Naturstein 7, 1952, S. 303
(P);
ders., in:
Dt. Zimmermeister 53, 1951,
Nr. 3, S. 11
(P);
ebd. 54, 1952,
Nr. 11, S. 16
(P);
Holz, Roh- u. Werkstoff 10, 1952, S. 477 f.
(W, P);
Pogg. VII a.
Autor ↑
Walter SbrzesnyEmpfohlene Zitierweise ↑
Sbrzesny, Walter, „Gaber, Ernst“,
in: Neue Deutsche Biographie
6
(1964), S.
5
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd125978278.html